Caliph Umar Ibn Al Khattab
Habt ihr schon mal von Umar Ibn Al-Khattab gehört? Wenn nicht, dann lasst mich euch von diesem wirklich faszinierenden Mann erzählen. Stellt euch vor, ihr seid im 7. Jahrhundert, in Arabien, und es gibt einen Mann, der so stark und furchteinflößend war, dass sogar manche seiner Freunde ein bisschen Angst vor ihm hatten. Das war Umar!
Der harte Knochen mit dem weichen Kern
Umar war bekannt für seine Strenge und Direktheit. Er war kein Mann der vielen Worte, sondern der Taten. Angeblich war er so einschüchternd, dass der Teufel selbst einen anderen Weg einschlug, wenn Umar vorbeikam! Aber hinter dieser harten Schale steckte ein unglaublich mitfühlendes Herz. Wisst ihr, er war so besorgt um das Wohlergehen seines Volkes, dass er nachts in Verkleidung durch die Straßen von Medina patrouillierte, um sicherzustellen, dass niemand Hunger litt oder in Not war.
Umar, der Undercover-Caliph
Stellt euch vor: Der Kalif, also der Anführer der islamischen Gemeinschaft, schleicht nachts in einfachen Kleidern herum! Einmal hörte er das Weinen von Kindern aus einem Zelt. Er ging näher und sah eine Frau, die Steine in einem Topf kochte. Sie erzählte ihm, dass sie den Kindern vorgaukelte, Essen zu kochen, damit sie einschliefen. Umar war zutiefst berührt. Er rannte zurück nach Hause, schulterte einen Sack Mehl und brachte ihn der Frau. Ein anderer Mann bot ihm an, den Sack zu tragen, aber Umar lehnte ab. Er sagte: "Wirst du meine Last am Tag des Jüngsten Gerichts tragen?" Er kochte sogar das Essen für die Kinder selbst, bis sie satt und zufrieden einschliefen. Diese Geschichte zeigt, wie sehr er sich für die einfachen Menschen einsetzte.
Eine andere amüsante Anekdote erzählt davon, wie er die Gehälter für Beamte festlegte. Er berücksichtigte dabei nicht nur ihre Qualifikation, sondern auch ihre Bedürfnisse. Er wollte sicherstellen, dass niemand gezwungen war, Korruption zu begehen, um seine Familie zu ernähren. Das war ziemlich fortschrittlich für seine Zeit, findet ihr nicht?
Der Wandel vom Gegner zum Unterstützer
Wusstet ihr, dass Umar zuerst ein erbitterter Gegner des Islam war? Er war so vehement in seiner Ablehnung, dass er sogar plante, den Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) zu töten! Auf dem Weg, diese Tat zu begehen, traf er auf einen Freund, der ihm erzählte, dass seine Schwester und ihr Ehemann bereits den Islam angenommen hatten. Wütend stürmte er zu ihnen, um sie zur Rede zu stellen. Aber als er Verse aus dem Koran hörte, die seine Schwester rezitierte, war er so tief berührt, dass er seine Meinung änderte und selbst den Islam annahm. Das war ein Wendepunkt, nicht nur für ihn, sondern für die gesamte muslimische Gemeinschaft. Sein Übertritt gab den Muslimen in Mekka, die bis dahin verfolgt wurden, enormen Auftrieb.
Der Stratege und Staatsmann
Nach dem Tod des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) wurde Abu Bakr der erste Kalif. Nach Abu Bakrs Tod wurde Umar zum zweiten Kalifen gewählt. Seine Amtszeit war von unglaublichem Wachstum und Expansion des islamischen Reiches geprägt. Er war ein brillanter Stratege und Staatsmann. Er führte wichtige Reformen durch, wie die Einführung eines Kalenders, der auf dem Datum der Auswanderung des Propheten von Mekka nach Medina basiert (die sogenannte Hijra). Er organisierte die Verwaltung des Staates und sorgte für ein funktionierendes Rechtssystem.
Er war auch sehr besorgt um die Integrität seiner Beamten. Es wird berichtet, dass er sie regelmäßig aufforderte, Rechenschaft abzulegen und sie für jegliche Korruption zur Verantwortung zog. Er sagte: "Ich fürchte mich nicht vor einem Feind, der stark ist, sondern vor einem Freund, der schwach ist." Damit meinte er, dass die größte Gefahr für eine Gemeinschaft nicht von außen, sondern von innen kommen kann, durch Korruption und Ungerechtigkeit.
Ein unerwartetes Ende
Umar starb nicht auf einem Schlachtfeld oder an Altersschwäche, sondern durch die Hand eines Sklaven, der ihn während des Morgengebets in der Moschee erstach. Auch auf seinem Sterbebett bewies er seine Bescheidenheit und Verantwortungsbewusstsein. Er bestimmte keinen Nachfolger, sondern wählte einen Rat von sechs angesehenen Muslimen, die unter sich einen neuen Kalifen wählen sollten. Er wollte keine persönliche Entscheidung treffen, die die Gemeinschaft spalten könnte.
"O Allah, ich bitte Dich um den Märtyrertod in Deinem Weg und dass ich in der Stadt Deines Gesandten sterbe." - Umar Ibn Al-Khattab (sein Gebet wurde erhört)
Die Geschichte von Umar Ibn Al-Khattab ist mehr als nur eine historische Erzählung. Sie ist eine Geschichte über Transformation, Mitgefühl, Gerechtigkeit und Führung. Sie zeigt, dass selbst der härteste Mensch ein weiches Herz haben kann und dass wahrer Mut darin besteht, für das Richtige einzustehen, egal wie schwierig es ist. Und wer weiß, vielleicht inspiriert uns seine Geschichte ja dazu, auch in unserem eigenen Leben ein bisschen mehr wie Umar zu sein – ein bisschen mutiger, ein bisschen mitfühlender und ein bisschen gerechter.
Denkt mal darüber nach, wenn ihr das nächste Mal jemanden beurteilt oder eine schwierige Entscheidung treffen müsst.
