Canon 70 200 F4 On Sony A7iii
Es war einmal, in einem Land, das von spiegellosen Kameras und Objektivadaptern regiert wurde… Na gut, vielleicht nicht ganz ein Märchen. Aber es beginnt doch mit einem kleinen Abenteuer. Ich, ein überzeugter Sony A7iii-Nutzer, hatte da so eine Idee. Eine, die einige meiner Foto-Freunde mit hochgezogenen Augenbrauen quittierten.
Es ging um ein Canon 70-200mm f/4 Objektiv. Ja, richtig gelesen. Ein Canon Objektiv an einer Sony Kamera. Verrückt, oder? Normalerweise denken wir bei solchen Kombinationen ja eher an komplizierte Adapterringe, die mehr Probleme verursachen als lösen, und an Auto-Fokus, der so träge ist wie eine Schildkröte im Winterschlaf.
Aber ich hatte gehört, dass es funktionieren könnte. Dass es da Adapter gibt, die das Ganze halbwegs reibungslos gestalten. Und ehrlich gesagt, das Canon 70-200mm f/4 ist einfach ein fantastisches Objektiv. Scharf, leicht und relativ günstig. Es schwebte schon lange auf meiner Wunschliste, aber immer in dem Hintergedanken, dass ich ja ein Sony-Nutzer bin.
Also gut, gesagt, getan. Adapter bestellt. Objektiv gebraucht gekauft (ein Schnäppchen, muss ich sagen!). Und dann kam der Moment der Wahrheit. Das Canon Objektiv wurde mit einem sanften Klicken an den Adapter gekoppelt, der Adapter an die Sony A7iii. Ein tiefer Atemzug. Kamera eingeschaltet.
Und… es funktionierte! Zumindest auf den ersten Blick. Das Bild war da, der Autofokus schien zu arbeiten. Aber wie gut? Das war die Frage.
Erste Gehversuche mit einem ungewöhnlichen Paar
Die ersten Testfotos waren… interessant. Der Autofokus war nicht blitzschnell, das stimmt. Aber er war auch nicht so langsam, wie ich befürchtet hatte. Eher so gemütlich. Wie ein Sonntagsspaziergang. Man musste der Kamera ein bisschen Zeit geben, sich zu entscheiden. Aber wenn sie sich entschieden hatte, dann saß der Fokus.
Besonders überrascht war ich von der Bildqualität. Das Canon 70-200mm f/4 ist wirklich ein scharfes Ding. Die Farben waren knackig, die Details fein. Und die Kombination mit dem Sensor der Sony A7iii funktionierte erstaunlich gut.
Natürlich gab es auch Momente, in denen ich geflucht habe. Wenn ich versucht habe, schnelle Bewegungen einzufangen, oder wenn das Licht nicht optimal war, dann kam der Autofokus schon mal ins Straucheln. Aber im Großen und Ganzen war ich positiv überrascht.
Das Objektiv im Alltagstest: Hunde, Enten und sonstige Kuriositäten
Ich habe das Canon Objektiv dann einfach mal mit in meinen Alltag integriert. Hunde beim Spielen im Park, Enten auf dem See, ein Eichhörnchen, das Nüsse vergräbt… Alles, was mir vor die Linse kam.
Und hier zeigte sich, dass die Kombination aus Canon Objektiv und Sony Kamera durchaus ihren Charme hat. Die Bilder wurden lebendig, die Details gestochen scharf. Und obwohl der Autofokus nicht der schnellste war, konnte ich trotzdem viele schöne Momente einfangen.
Einmal wollte ich ein Foto von einer Ente machen, die gerade abheben wollte. Ich stellte mich also ans Ufer, visierte die Ente an und drückte ab. Aber im selben Moment sprang ein kleiner Junge ins Bild, der die Ente fangen wollte. Der Autofokus war natürlich total verwirrt und fokussierte auf den Jungen. Aber das Ergebnis war trotzdem ein tolles Foto. Der Junge mit weit aufgerissenen Augen, die Ente, die gerade abhebt, und im Hintergrund das sanfte Glitzern des Sees. Manchmal sind es eben die unerwarteten Momente, die die schönsten Fotos ergeben.
Das Fazit: Mehr als nur ein Experiment
Nach ein paar Wochen mit dem Canon 70-200mm f/4 an meiner Sony A7iii kann ich sagen: Es war mehr als nur ein Experiment. Es war eine Bereicherung. Natürlich ist es nicht die perfekte Lösung. Es gibt schnellere Autofokussysteme, es gibt Objektive, die besser auf die Sony Kameras abgestimmt sind.
Aber es ist eine Möglichkeit, ein fantastisches Objektiv zu nutzen, auch wenn man nicht im Canon-Ökosystem zu Hause ist. Und es ist eine Erinnerung daran, dass man manchmal einfach mal etwas ausprobieren sollte. Auch wenn es sich im ersten Moment verrückt anhört.
Und vielleicht ist es ja auch ein bisschen wie in einer guten Ehe: Manchmal muss man Kompromisse eingehen, aber am Ende zählt, dass man zusammen glücklich ist. In diesem Fall: Ich und mein Canon-Objektiv an meiner Sony-Kamera. Eine ungewöhnliche, aber funktionierende Beziehung.
Ach ja, und falls ihr euch fragt: Ja, ich habe mir inzwischen ein Sony 70-200mm Objektiv zugelegt. Aber das Canon Objektiv? Das bleibt. Einfach weil es so viel Spaß macht. Und weil es eine gute Geschichte zu erzählen hat.
