Capilla Palatina De Aquisgran
Okay, lasst uns ehrlich sein. Die Aachener Dom. Ein bisschen... überbewertet, oder? Ich weiß, ich weiß, das ist fast schon Blasphemie hier in Deutschland. Karl der Große, UNESCO Weltkulturerbe, blabla. Aber hört mir kurz zu!
Ein Hauch von Vergangenheit... und Baustelle?
Klar, die Capilla Palatina de Aquisgran, also die Pfalzkapelle, ist *alt*. So richtig alt. Älter als eure Oma und eure Ur-Oma zusammen. Stell dir vor, Karl der Große höchstpersönlich hat da rumspaziert! Das ist schon cool, keine Frage.
Aber wenn man ehrlich ist, ist sie oft... voll. Voll mit Touristen, voll mit Schulklassen, voll mit Leuten, die Selfies mit Säulen machen. Und irgendwie ist immer gerade irgendein Teil eingerüstet. Geschichte ist toll, aber Baustellen sind... naja, weniger toll.
Dieser achteckige Grundriss
Der achteckige Grundriss. Ja, beeindruckend für die damalige Zeit. Genial, innovativ, architektonisch wegweisend. Haben wir alles schon gehört. Aber mal ehrlich: Merkt man das wirklich, wenn man drin steht? Fühlt man die Magie des Achtecks, während man versucht, sich an einer japanischen Reisegruppe vorbeizuzwängen?
Ich meine, es ist ein Achteck. Im Prinzip wie ein etwas schickerer Pavillon. Aber eben mit viel mehr Gold und Heiligenbildern. Und mit dem unübersehbaren Druck, von der Geschichte überwältigt sein zu *müssen*.
Die Mosaiken...
Die Mosaiken! Oh, die Mosaiken! Glitzernd, golden, biblische Szenen darstellend... und aus einer Entfernung von gefühlten 50 Metern bestaunbar. Ich bin ja kurzsichtig. Brauche eine Superbrille, um da irgendwas zu erkennen. Und dann drängeln schon wieder die nächsten.
Versteht mich nicht falsch. Sie sind wunderschön, zweifellos. Aber sind sie *so* wunderschön, dass man dafür Schlange stehen muss und sich dann wie eine Sardine in der Dose fühlt?
Der Karlsschrein...
Und dann der Karlsschrein. Der ist wirklich prunkvoll. Da liegen angeblich die Gebeine von Karl dem Großen drin. Sicher? Oder hat da jemand aus Versehen die Knochen seines Onkels reingelegt? Wer weiß das schon so genau nach über 1200 Jahren?
Ich meine, ich respektiere die Geschichte. Ich respektiere die Bedeutung. Aber irgendwie finde ich den Gedanken, dass man in einer stickigen Kapelle steht und sich einen goldenen Kasten mit vermeintlichen Knochen anschaut, leicht... skurril.
Unpopuläre Meinung: Es gibt schönere Kirchen!
So, ich habe es gesagt. Es gibt, meiner unmaßgeblichen Meinung nach, schönere Kirchen in Deutschland. Kirchen, die nicht so überlaufen sind. Kirchen, die eine entspanntere Atmosphäre haben. Kirchen, in denen man die Spiritualität tatsächlich spüren kann, ohne von einem Selfie-Stick erschlagen zu werden.
Vielleicht liegt es daran, dass ich einfach kein Fan von Menschenmassen bin. Vielleicht bin ich zu wenig spirituell. Vielleicht bin ich einfach nur ein Banause. Aber die Aachener Pfalzkapelle hat mich irgendwie nie so richtig geflasht.
Es ist wie mit gutem Wein. Jeder sagt, er sei toll, aber am Ende schmeckt er für mich einfach nur... sauer. Und so ist es mit der Pfalzkapelle. Sie ist halt... da. Und ich bin froh, wenn ich wieder draußen bin und mir ein Eis holen kann.
"Aber die Geschichte! Der Prunk! Die Bedeutung!", höre ich euch schon rufen. Ja, ja, ich weiß. Aber manchmal ist weniger eben doch mehr. Oder, um es mit den Worten von Karl dem Großen zu sagen: "Mehr Eis, weniger Mosaiken!" (Okay, vielleicht hat er das nicht gesagt.)
Und jetzt steinigt mich!
