Cash Flow Indirekte Methode
Stell dir vor, du bist ein Zauberer. Nicht mit Kaninchen und Karten, sondern mit Geld! Dein Zaubertrick: Herauszufinden, wo all das Geld wirklich herkommt und wo es hingeht. Klingt langweilig? Falsch gedacht! Denk an Sherlock Holmes, nur dass es hier um Bilanzen geht.
Die indirekte Methode: Ein Detektivspiel
Es gibt verschiedene Wege, um den Cashflow zu analysieren. Eine davon ist die indirekte Methode. Stell dir vor, du stehst vor einem riesigen Berg Legosteinen. Du weißt, dass daraus ein beeindruckendes Schloss gebaut wurde, aber du hast das Schloss nie gesehen. Du siehst nur den Haufen Steine. Die indirekte Methode ist wie das Herausfinden, wie dieses Schloss aussah, indem du dir die Legosteine genau ansiehst und überlegst, wie sie zusammengesteckt werden konnten.
Der Ausgangspunkt ist der Gewinn – die Zahl, die ganz unten in der Gewinn- und Verlustrechnung steht. Aber Achtung, das ist nur die halbe Wahrheit! Der Gewinn beinhaltet auch Dinge, die gar kein Bargeld sind, wie z.B. Abschreibungen. Abschreibungen sind wie der Wertverlust deines Autos. Es wird weniger wert, aber du hast kein Geld dafür ausgegeben (es sei denn, du hast es reparieren lassen!).
Der Trick mit den Nicht-Bargeld-Positionen
Hier kommt der Clou: Um den wahren Cashflow zu finden, musst du all diese Nicht-Bargeld-Positionen wieder "rausrechnen". Abschreibungen werden also wieder addiert – sozusagen, du simulierst, dass das Auto seinen Wert behalten hat. Auch Veränderungen im Umlaufvermögen (z.B. Lagerbestände, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) werden berücksichtigt. Stell dir vor, du hast plötzlich tonnenweise unverkauften Schmuck im Lager. Das erhöht zwar deinen "Wert" im Buch, aber solange der Schmuck nicht verkauft ist, hast du kein Geld in der Kasse!
"Die indirekte Methode ist wie ein Tanz mit Zahlen, bei dem man versucht, die Wahrheit hinter der Fassade zu entdecken." - Ein Finanzexperte (wahrscheinlich)
Nehmen wir an, du hast ein Café. Dein Gewinn war 10.000 Euro. Aber du hast auch Abschreibungen auf deine Espressomaschine in Höhe von 2.000 Euro. Außerdem hast du mehr Kaffeebohnen auf Lager als im letzten Jahr (Wert: 500 Euro). Die indirekte Methode würde dir zeigen, dass dein tatsächlicher Cashflow aus dem operativen Geschäft nicht nur 10.000 Euro, sondern 10.000 + 2.000 - 500 = 11.500 Euro beträgt!
Die Überraschungseffekte
Manchmal fördert die indirekte Methode überraschende Dinge zutage. Vielleicht stellt sich heraus, dass ein Unternehmen zwar profitabel ist, aber trotzdem ein Problem mit dem Cashflow hat, weil es zu lange dauert, bis die Kunden ihre Rechnungen bezahlen. Oder umgekehrt: Ein Unternehmen, das auf den ersten Blick nicht so profitabel aussieht, generiert in Wirklichkeit jede Menge Cash, weil es seine Lieferanten später bezahlt (was allerdings nicht immer eine gute Strategie ist!).
Denk an Tante Ernas Strickladen. Erna ist eine Meisterin im Stricken, aber eine Katastrophe in der Buchhaltung. Laut ihrer Gewinn- und Verlustrechnung hat sie nur einen kleinen Gewinn erzielt. Aber durch die indirekte Methode stellt sich heraus, dass Erna tonnenweise Wolle im Keller gehortet hat. Diese Wolle ist zwar wertvoll, aber sie bringt erst dann Geld, wenn sie zu kuscheligen Schals und Mützen verstrickt und verkauft wird. Der wahre Cashflow zeigt, dass Erna eigentlich pleite ist, wenn sie nicht anfängt zu stricken wie eine Weltmeisterin!
Das ist das Schöne an der indirekten Methode: Sie erzählt eine Geschichte. Eine Geschichte von Geld, das kommt und geht, von Gewinnen, die mehr (oder weniger) sind als sie scheinen, und von Unternehmen, die sich entweder in einer komfortablen Geldschwimmbahn befinden oder kurz vor dem Ertrinken sind.
Die indirekte Methode ist zwar nicht immer die einfachste, aber sie ist wie ein guter Krimi. Man muss ein bisschen knobeln und nachdenken, aber am Ende wird man mit einem tieferen Verständnis belohnt. Und wer weiß, vielleicht entdeckst du dabei sogar den einen oder anderen "verborgenen Schatz" in den Bilanzen!
Also, das nächste Mal, wenn du eine Bilanz siehst, denk an den Zauberer, den Detektiv und Tante Erna. Und vergiss nicht: Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts. Vor allem, wenn man ein Schloss aus Legosteinen bauen oder ein Café betreiben will.
