Caspar David Friedrich Eldena Ruin
Hallo liebe Reisefreunde! Lasst mich euch heute mit auf eine ganz besondere Reise nehmen, eine Reise, die mich tief berührt hat und die ich euch wärmstens ans Herz legen möchte. Es geht nach Mecklenburg-Vorpommern, genauer gesagt nach Greifswald, und zu einem Ort, der mehr ist als nur eine Ruine: die Eldenaer Klosterruine, verewigt durch die Pinselstriche des großen Romantikers Caspar David Friedrich.
Schon als Kind war ich fasziniert von Friedrichs Gemälden. Diese melancholischen Landschaften, die oft von einer tiefen Sehnsucht und einem Gefühl der Ehrfurcht vor der Natur geprägt sind, haben mich immer in ihren Bann gezogen. Und natürlich war da dieses eine Bild, das mich besonders in seinen Bann zog: "Klosterruine Eldena im Riesengebirge". Obwohl der Titel Riesengebirge suggeriert, befindet sich die Ruine in der Nähe von Greifswald. Das Bild zeigt die gotische Ruine inmitten einer winterlichen Landschaft, beleuchtet vom Mond, ein Sinnbild für Vergänglichkeit und die Macht der Natur. Ich träumte davon, diesen Ort eines Tages selbst zu besuchen.
Letzten Sommer war es dann endlich soweit. Ich packte meine Kamera, schnappte mir meinen Rucksack und machte mich auf den Weg nach Greifswald. Die Zugfahrt war schon ein Erlebnis für sich. Die Landschaft zog langsam an mir vorbei: weite Felder, sanfte Hügel und immer wieder kleine, verträumte Dörfer. In Greifswald angekommen, spürte ich sofort den besonderen Charme dieser alten Universitätsstadt. Die Backsteingotik prägt das Stadtbild, und überall herrscht eine angenehme, entspannte Atmosphäre.
Auf den Spuren Friedrichs: Die Wanderung zur Ruine
Von Greifswald aus ist die Eldenaer Klosterruine leicht mit dem Bus oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Ich entschied mich jedoch für eine Wanderung. Ich wollte die Landschaft auf mich wirken lassen, die gleichen Wege gehen, die vielleicht auch Friedrich gegangen ist. Der Weg führt durch den Küstenwald, vorbei an kleinen Seen und Mooren. Die Luft ist frisch und voller würziger Waldaromen. Immer wieder blitzt zwischen den Bäumen das blaue Wasser der Ostsee durch.
Schon bald tauchte die Ruine vor mir auf. Sie ist imposanter, als ich sie mir vorgestellt hatte, obwohl sie natürlich nicht mehr vollständig erhalten ist. Die roten Backsteine, die sich gegen den blauen Himmel abheben, erzählen von einer langen und bewegten Geschichte. Das Kloster Eldena wurde im 12. Jahrhundert von Zisterziensermönchen gegründet und war einst ein bedeutendes geistliches und wirtschaftliches Zentrum. Im Dreißigjährigen Krieg wurde es jedoch schwer beschädigt und verfiel nach und nach.
Ein Ort der Kontraste: Vergangenheit und Gegenwart
Ich trat durch das Hauptportal, das noch immer erahnen lässt, wie prachtvoll das Kloster einst gewesen sein muss. Innen herrschte eine stille, fast andächtige Atmosphäre. Die Mauern sind von Efeu überwuchert, und zwischen den Steinen wachsen Gräser und Blumen. Hier und da kann man noch Reste von alten Fresken erkennen. Ich stellte mir vor, wie das Leben hier vor Jahrhunderten ausgesehen haben muss, wie die Mönche beteten, arbeiteten und lernten.
Gleichzeitig ist die Ruine aber auch ein Ort der Gegenwart. Besucher schlendern umher, machen Fotos und genießen die Ruhe. Kinder spielen Fangen zwischen den Mauern. Einheimische nutzen den Park um die Ruine für Spaziergänge oder zum Joggen. Die Ruine ist also nicht nur ein Zeugnis der Vergangenheit, sondern auch ein lebendiger Ort, der von den Menschen heute genutzt und geliebt wird.
Besonders beeindruckend fand ich den Blick von einem der noch erhaltenen Türme. Von hier aus hat man einen herrlichen Ausblick über die Ostsee und die grüne Landschaft. Ich konnte gut nachvollziehen, warum Friedrich diesen Ort so sehr liebte. Die Ruine ist ein Ort der Inspiration, ein Ort der Besinnung, ein Ort, an dem man die Schönheit und die Kraft der Natur spüren kann. Friedrich sah in der Ruine nicht nur den Verfall, sondern auch die Wiedergeburt. Er sah, wie die Natur sich das zurückerobert, was der Mensch geschaffen hat, und wie daraus etwas Neues, etwas Schönes entsteht.
"Die Kunst soll nicht abbilden, was sichtbar ist, sondern sichtbar machen, was nicht sichtbar ist." - Caspar David Friedrich
Ich verbrachte Stunden in der Ruine, wanderte umher, fotografierte und ließ die Atmosphäre auf mich wirken. Ich las in meinem mitgebrachten Friedrich-Buch und versuchte, die Gedanken und Gefühle des Malers nachzuvollziehen. Es war ein unvergessliches Erlebnis, ein Eintauchen in die Welt der Romantik und ein tiefes Verständnis für die Kunst Friedrichs.
Mehr als nur eine Ruine: Ein Gesamterlebnis
Die Eldenaer Klosterruine ist aber nicht nur ein lohnendes Ziel für Kunstliebhaber. Auch für Naturliebhaber und Familien ist sie ein tolles Ausflugsziel. Der Park um die Ruine bietet viele Möglichkeiten zum Entspannen und Spielen. Es gibt einen Abenteuerspielplatz, eine Minigolfanlage und ein Café, in dem man sich stärken kann.
In der Nähe der Ruine befindet sich auch das Fischerdorf Wieck, das mit seinem kleinen Hafen und seinen urigen Fischerhütten einen Besuch wert ist. Hier kann man frischen Fisch essen und das maritime Flair genießen.
Und natürlich sollte man auch die Stadt Greifswald selbst nicht verpassen. Die historische Altstadt mit ihren beeindruckenden Kirchen, den alten Bürgerhäusern und der Universität ist ein echtes Schmuckstück. Das Pommersche Landesmuseum bietet einen umfassenden Einblick in die Geschichte und Kultur der Region.
Mein Tipp: Plant genügend Zeit für euren Besuch ein. Die Eldenaer Klosterruine ist ein Ort, an dem man zur Ruhe kommen und die Seele baumeln lassen kann. Nehmt euch Zeit, die Landschaft zu erkunden, die Atmosphäre auf euch wirken zu lassen und die Geschichte des Ortes zu entdecken. Und vergesst eure Kamera nicht!
Abschließend kann ich nur sagen: Die Eldenaer Klosterruine ist mehr als nur eine Sehenswürdigkeit. Sie ist ein Ort der Inspiration, der Besinnung und der Schönheit. Ein Ort, der mich tief berührt hat und den ich jedem ans Herz legen möchte, der sich für Kunst, Geschichte und Natur begeistert. Es ist eine Reise in die Romantik, auf den Spuren eines der größten deutschen Maler. Ein Ort, an dem man die Vergänglichkeit des Lebens und die ewige Schönheit der Natur spüren kann. Und wer weiß, vielleicht entdeckt ihr dort ja auch euer ganz persönliches Friedrich-Motiv!
Ich hoffe, mein kleiner Reisebericht hat euch gefallen und euch inspiriert, die Eldenaer Klosterruine selbst zu besuchen. Lasst mich in den Kommentaren wissen, wenn ihr Fragen habt oder eure eigenen Erfahrungen teilen möchtet. Ich freue mich darauf, von euch zu hören!
Bis bald und viele Grüße!
