Cicero Reden Gegen Verres übersetzung
Ciao ihr Lieben! Eure reiselustige Elena meldet sich mal wieder, diesmal nicht von einem sonnenverwöhnten Strand oder einer pulsierenden Metropole, sondern mit einer kleinen Zeitreise im Gepäck. Genauer gesagt, führe ich euch heute ins antike Rom, allerdings nicht nur zu Kolosseum und Forum Romanum (die kennen wir ja alle, oder?), sondern zu einem ganz besonderen literarischen Schatz: Ciceros Reden gegen Verres.
Ich weiß, ich weiß, Latein in einem Reiseblog? Klingt erstmal staubtrocken, aber lasst euch überraschen! Denn diese Reden sind nicht nur sprachlich brillant, sondern bieten uns auch einen faszinierenden Einblick in die römische Gesellschaft, ihre Korruption und die Macht der Rhetorik. Und glaubt mir, wenn man Rom heute besucht, ist es unglaublich bereichernd, ein bisschen mehr über die Menschen und Geschichten zu wissen, die diese Stadt geprägt haben.
Warum gerade Verres?
Okay, bevor wir uns ins Detail stürzen, kurz zur Person, um die es hier geht: Gaius Verres war ein römischer Statthalter, der von 73 bis 71 v. Chr. die Provinz Sizilien verwaltete. Und das nicht gerade zum Wohle der sizilianischen Bevölkerung! Er soll sich durch Erpressung, Diebstahl, Raub und Amtsmissbrauch bereichert haben – eine wahre Katastrophe für die Insel.
Cicero, damals noch ein junger und aufstrebender Anwalt, wurde von den Sizilianern beauftragt, Verres anzuklagen. Und das tat er mit einer Leidenschaft und Eloquenz, die bis heute ihresgleichen sucht. Er hielt insgesamt sieben Reden, von denen allerdings nur zwei tatsächlich vor Gericht gehalten wurden. Der Rest wurde veröffentlicht, da Verres sich angesichts der erdrückenden Beweislast ins Exil begab, bevor der Prozess richtig beginnen konnte.
Meine Begegnung mit Cicero
Meine persönliche Reise zu Ciceros Verres-Reden begann eigentlich ganz unspektakulär. Ich war gerade auf einer Sprachreise in Rom und besuchte abends einen Lateinkurs für Fortgeschrittene. Zugegeben, die lateinische Grammatik war manchmal ganz schön knifflig, aber unser Lehrer, ein unglaublich charismatischer Mann namens Marco, verstand es, uns die antike Welt auf lebendige Weise näherzubringen. Eines Abends lasen wir Auszüge aus der ersten Rede gegen Verres, die *Actio Prima in Verrem*. Und was soll ich sagen? Ich war sofort gefesselt!
Ciceros Sprache ist unglaublich bildgewaltig und emotional. Er schildert die Verbrechen des Verres so detailliert und anschaulich, dass man fast meint, selbst dabei gewesen zu sein. Man spürt die Wut und Verzweiflung der sizilianischen Bevölkerung, die unter der Willkür des Statthalters litt. Und man bewundert Ciceros Mut, sich gegen einen so mächtigen Mann zu stellen.
Die Übersetzung: Eine Herausforderung und eine Bereicherung
Natürlich ist Latein nicht jedermanns Sache, und die Originaltexte sind für die meisten von uns eher schwer zugänglich. Aber zum Glück gibt es zahlreiche Übersetzungen der Verres-Reden ins Deutsche. Ich habe verschiedene Ausgaben gelesen und kann euch wärmstens die Übersetzung von Karl Vretska empfehlen. Er hat es geschafft, Ciceros Sprachstil und Rhetorik auf beeindruckende Weise ins Deutsche zu übertragen.
Ich weiß, das klingt jetzt vielleicht nach Schulstoff, aber ich verspreche euch, dass es sich lohnt, sich mit diesen Texten auseinanderzusetzen. Denn sie sind nicht nur ein wichtiger Bestandteil der lateinischen Literatur, sondern auch ein spannendes Zeugnis der römischen Geschichte und Kultur.
Was wir von Cicero lernen können
Und was können wir, als moderne Reisende, von Cicero und seinen Reden lernen? Eine ganze Menge! Zum einen lehren sie uns, die Augen offen zu halten und uns nicht von glänzenden Fassaden blenden zu lassen. Rom ist eine wunderschöne Stadt, aber auch hier gab es, wie überall, Schattenseiten. Die Verres-Reden erinnern uns daran, dass Machtmissbrauch und Korruption auch in der Antike weit verbreitet waren.
Zum anderen zeigen sie uns die Bedeutung der Zivilcourage. Cicero hat sich nicht von der Macht des Verres einschüchtern lassen, sondern hat sich für die Rechte der sizilianischen Bevölkerung eingesetzt. Und das ist eine Botschaft, die auch heute noch relevant ist.
Cicero in Sizilien: Auf den Spuren des Redners
Wenn ihr schon mal in Sizilien seid, solltet ihr unbedingt auch Orte besuchen, die eine Rolle in den Verres-Reden spielen. Syrakus, zum Beispiel, war eine der wichtigsten Städte der Insel und Schauplatz zahlreicher Verbrechen des Verres. Im Archäologischen Park Neapolis könnt ihr die Überreste des griechischen Theaters besichtigen, in dem einst Ciceros Reden vorgetragen wurden.
Auch die Stadt Catania, am Fuße des Ätna gelegen, ist einen Besuch wert. Hier soll Verres zahlreiche Kunstwerke geraubt und sich an der Bevölkerung vergangen haben. Ein Spaziergang durch die Altstadt, mit ihren barocken Kirchen und Palästen, ist wie eine Reise in die Vergangenheit.
"Quid enim ego dicam, iudices, cum illius praeturae tempora recordabor? Quid de illa turpitudine, quid de illa scelerum omnium colluvione?" – Was soll ich sagen, Richter, wenn ich mich an die Zeit seiner Statthalterschaft erinnere? Was über diese Schande, was über diesen Sumpf aller Verbrechen? (Cicero, Actio Secunda in Verrem, Buch II, Kapitel I)
Dieser Auszug, ein kleiner Vorgeschmack auf Ciceros kraftvolle Sprache, macht deutlich, mit welcher Vehemenz er gegen Verres vorging. Lest die Reden, und ihr werdet verstehen, warum sie bis heute als Meisterwerke der Rhetorik gelten.
Mein Fazit: Mehr als nur Latein
Ciceros Reden gegen Verres sind viel mehr als nur ein Text aus der lateinischen Literatur. Sie sind ein Fenster in die römische Gesellschaft, ein Lehrstück über Macht und Korruption und ein Plädoyer für Zivilcourage. Und sie sind eine tolle Ergänzung für jede Reise nach Rom oder Sizilien, denn sie helfen uns, die Geschichte und Kultur dieser Orte besser zu verstehen.
Also, packt eure Koffer (und vielleicht auch eine Ausgabe der Verres-Reden) und macht euch auf den Weg! Rom und Sizilien warten auf euch – und Cicero auch! Bis bald, eure Elena.
P.S. Wenn ihr noch mehr Tipps für eure Reise nach Rom oder Sizilien habt, lasst es mich in den Kommentaren wissen! Ich freue mich auf eure Anregungen!
