Citizen Eco Drive Funkuhr Stellt Sich Nicht Um
Meine Citizen Eco-Drive Funkuhr. Ich liebe sie. Wirklich. Sie ist solarbetrieben, also nie wieder Batteriewechsel. Sie stellt sich automatisch, immer die exakte Zeit. Ein Traum, oder? Meistens jedenfalls.
Denn manchmal, ja manchmal, hat sie ihren eigenen Kopf. Es ist wie bei einem kleinen, sturen Haustier, das sich einfach weigert, zu tun, was man von ihm will. Genauer gesagt: Sie stellt sich nicht um. Sommerzeit, Winterzeit, egal was der Kalender sagt, sie bleibt stur auf ihrer Position. Da sitze ich dann, starre auf mein Handgelenk und denke: "Aber warum denn nicht?"
Das erste Mal, als das passierte, war ich leicht panisch. War sie kaputt? Hatte ich etwas falsch gemacht? Ich googelte wie ein Verrückter: "Citizen Eco-Drive Funkuhr stellt sich nicht um." Die Ergebnisse waren wenig hilfreich, voller kryptischer Abkürzungen und Hinweise auf Antennen in Mainflingen. Mainflingen? Das klingt nach einem Ort, der von Geheimagenten und hochtechnologischen Apparaturen bewohnt wird. Aber ich wohne in Gelsenkirchen, nicht in Mainflingen!
Die Verzweiflung
Die Bedienungsanleitung half auch nicht weiter. Geschrieben in einer Sprache, die zwar Deutsch sein sollte, aber sich anfühlte wie eine Mischung aus Latein und Quantenphysik. Nach einer Stunde des Rätselratens gab ich auf. "Ich habe versagt," flüsterte ich meiner Uhr zu. Sie schwieg, still und unbeeindruckt.
Natürlich, ich hätte sie zum Uhrmacher bringen können. Aber irgendwie widerstrebte es mir. Es war, als würde ich ein Familienmitglied zum Arzt schleppen, weil es mal einen schlechten Tag hat. Außerdem, ganz ehrlich, ich hatte Angst, dass der Uhrmacher mich auslacht. "Sie haben eine Funkuhr, die sich nicht automatisch stellt? Wie kann das denn passieren?"
Der Trick mit dem Fenster
Also suchte ich weiter im Internet. Und dann, inmitten eines Forums voller ähnlich verzweifelter Uhrenbesitzer, fand ich den Tipp: "Stellen Sie die Uhr über Nacht ans Fenster!"
Ans Fenster? Das klang absurd. Aber was hatte ich zu verlieren? Ich platzierte meine Citizen auf die Fensterbank, direkt neben meine Zimmerpflanze, die auch schon etwas beleidigt aussah, weil ich sie in letzter Zeit vernachlässigt hatte. "Na gut, ihr zwei," sagte ich. "Viel Glück."
Am nächsten Morgen, voller Spannung, warf ich einen Blick auf meine Uhr. Und siehe da: Sie hatte sich umgestellt! Es war wie ein kleines Wunder. Ein Wunder, das sich, wie ich später feststellte, alle sechs Monate wiederholte.
Die Menschlichkeit der Technologie
Mittlerweile sehe ich das Ganze mit Humor. Meine Citizen Eco-Drive Funkuhr ist eben keine perfekte Maschine. Sie hat ihre Macken, ihre Eigenheiten. Sie ist wie ein kleiner, eigensinniger Freund, der manchmal etwas Zuneigung und einen Platz am Fenster braucht, um richtig zu funktionieren.
Und vielleicht ist das ja auch das Schöne daran. In einer Welt, die immer perfekter, immer automatisierter wird, ist es irgendwie beruhigend zu wissen, dass selbst die modernste Technologie ihre kleinen Schwächen haben kann. Es erinnert uns daran, dass auch wir Menschen nicht perfekt sein müssen. Wir dürfen Fehler machen, wir dürfen stur sein, wir dürfen einfach mal nicht funktionieren. Und trotzdem werden wir geliebt – zumindest von unseren Besitzern, die uns dann einfach ans Fenster stellen und hoffen, dass wir uns am nächsten Morgen wieder berappelt haben.
Ich habe sogar angefangen, mit meiner Uhr zu reden. "Na, mein kleines Funkschätzchen," sage ich dann. "Bist du wieder bereit für die Sommerzeit?" Manchmal, wenn ich besonders gut gelaunt bin, summe ich ihr sogar ein kleines Liedchen vor. Ob es hilft, weiß ich nicht. Aber schaden kann es ja auch nicht. Vielleicht braucht sie einfach ein bisschen menschliche Wärme, um ihre innere Antenne wieder auszurichten.
"Sie ist wie ein kleiner, eigensinniger Freund, der manchmal etwas Zuneigung und einen Platz am Fenster braucht, um richtig zu funktionieren."
Und wenn sie sich dann doch mal wieder weigert, sich umzustellen? Na, dann lächle ich einfach und denke: "Ach, meine Citizen. Du bist eben etwas Besonderes." Und stelle sie eben per Hand um. Ist ja auch kein Beinbruch. Hauptsache, sie läuft wieder.
Denn am Ende des Tages ist sie ja doch mehr als nur eine Uhr. Sie ist ein kleines Stück Technik, das mir ans Herz gewachsen ist. Eine Technik, die mich daran erinnert, dass das Leben eben nicht immer perfekt ist. Und dass das auch gut so ist.
Vielleicht sollte ich ihr mal einen Namen geben. Wie wäre es mit... Funkelchen?
