Clinical Psychology Review Journal
Okay, lasst uns ehrlich sein. Wer von uns hat jemals die Clinical Psychology Review freiwillig zum Vergnügen gelesen? Ich meine, klar, wenn man muss. Für die Uni. Oder weil der Chef es sagt. Aber aus purer, unbefleckter Leselust? Eher nicht, oder?
Ein Geständnis
Ich gestehe: Ich habe sie gelesen. Frag mich nicht, warum. Wahrscheinlich war ich gelangweilt. Oder wollte intellektuell wirken. Auf jeden Fall: Meine Meinung dazu ist... sagen wir mal, nuanciert. Und vielleicht ein bisschen unpopulär.
Die Sache mit den Studien
Wisst ihr, was mich an solchen Fachzeitschriften fasziniert? Die unglaubliche Detailverliebtheit. Da wird jedes Komma, jede Abweichung, jede Kontrollgruppe seziert und analysiert, bis man sich fragt: Haben die eigentlich noch was anderes zu tun? Vermutlich nicht.
"Die Varianz der subjektiven Wahrnehmung von Schokoladeneiskonsum bei Probanden mit präexistenten Angststörungen wurde mittels einer Likert-Skala erfasst..."
Klingt wichtig? Bestimmt. Aber mal ehrlich: Brauchen wir wirklich eine Studie, um festzustellen, dass Leute mit Angstzuständen unterschiedlich auf Schokoladeneis reagieren? Ich hätte da eine einfachere Methode: Man fragt sie einfach! Verrückt, ich weiß.
Das Rätsel der Fachsprache
Die Sprache ist auch so eine Sache. Es ist, als ob die Autoren absichtlich versuchen würden, alles so kompliziert wie möglich auszudrücken. Warum einfach, wenn's auch umständlich geht? Vermutlich, um intelligenter zu wirken. Oder um sicherzustellen, dass Otto Normalverbraucher keinen blassen Schimmer hat, worum es geht. Erfolgreich!
Ich meine, anstatt zu sagen: "Manche Leute fühlen sich besser, wenn sie reden," schreiben sie: "Die Evidenz deutet auf eine signifikante Korrelation zwischen verbaler Artikulation affektiver Zustände und einer Reduktion subjektiv empfundener Distresssignale hin."
Klar, macht Sinn. Nicht.
Die ewige Suche nach dem "Signifikanten"
Und dann diese Besessenheit vom "signifikanten" Ergebnis. Jede Studie wird daraufhin abgeklopft, ob sie statistisch signifikant ist. Aber was bedeutet das schon? Heißt das, die Ergebnisse sind wichtig? Oder nur, dass die Stichprobe groß genug war, um irgendeinen winzigen Unterschied zu finden? Ich tippe auf Letzteres.
Stellt euch vor: 20 Jahre Forschung, unzählige Studien, und am Ende wissen wir immer noch nicht, warum manche Leute lieber Vanille- als Schokoladeneis essen. Aber hey, wir haben die Varianz der subjektiven Wahrnehmung untersucht! Wichtig!
Unpopuläre Meinung
Hier kommt meine unpopuläre Meinung: Ich glaube, ein Großteil dieser Forschung ist... nun ja... selbstverständlich. Oder irrelevant. Oder einfach nur unglaublich langweilig.
Ja, ich weiß, das ist blasphemisch. Die Clinical Psychology Review ist eine hochangesehene Fachzeitschrift. Sie trägt zur wissenschaftlichen Erkenntnis bei. Sie ist wichtig für die Entwicklung von Therapien. Bla bla bla.
Aber trotzdem: Manchmal habe ich das Gefühl, wir drehen uns im Kreis. Wir untersuchen immer wieder dieselben Fragen, verwenden immer komplexere Methoden, und kommen am Ende zu... kaum neuen Erkenntnissen. Außer vielleicht, dass Schokoladeneis bei manchen Angstpatienten positive Auswirkungen hat (oder eben nicht – je nach Studie).
Die Therapie und das echte Leben
Vielleicht liegt es daran, dass ich mehr Wert auf das echte Leben lege. Auf die Therapiesitzung, auf die Beziehung zwischen Therapeut und Patient, auf die kleinen, unscheinbaren Momente, die wirklich etwas verändern.
Diese Momente lassen sich nicht in Studien erfassen. Sie sind subjektiv, chaotisch, unvorhersehbar. Aber sie sind es, die wirklich zählen.
Also, ja, ich respektiere die Clinical Psychology Review. Ich erkenne ihren Wert an. Aber ich glaube auch, dass wir manchmal ein bisschen den Blick für das Wesentliche verlieren.
Nämlich: Dass Psychologie nicht nur Wissenschaft ist, sondern auch Kunst. Und dass das menschliche Gehirn komplizierter ist als jede Studie. Gott sei Dank! Denn sonst wäre es ja langweilig. Und wer will schon Langeweile, wenn es Schokoladeneis gibt?
In diesem Sinne: Lest die Clinical Psychology Review. Oder lasst es bleiben. Aber vergesst nicht, zwischendurch auch mal das Leben zu genießen. Mit oder ohne Schokoladeneis.
