Cube Aim 2020 27 5 Zoll Hardtail
Okay, lasst uns ehrlich sein. Das Cube Aim 2020 27.5 Zoll Hardtail. Ja, es ist da. Es existiert. Aber... ist es wirklich das Nonplusultra?
Ich weiß, ich weiß. Ich klinge wie der Grinch, der Fahrräder stiehlt. Aber hört mir kurz zu. Jeder scheint dieses Bike zu lieben. Die Leute schwärmen davon. "Super Preis-Leistungs-Verhältnis!", schreien sie. "Ideal für Einsteiger!", hallt es wider. Und ich sitze hier und denke: "Ist es das wirklich?"
Die allgegenwärtige Vernunft
Die 27.5-Zoll-Räder. Sollen agil sein, sagen sie. Wendig. Perfekt für knackige Trails. Aber für mich fühlen sie sich...naja...irgendwie zwischen den Stühlen an. Nicht so rollfreudig wie 29er, nicht so verspielt wie echte kleine 26er. Ein Kompromiss. Und Kompromisse sind selten aufregend, oder?
Ich meine, klar, es fährt. Es tut, was es soll. Es bringt dich von A nach B (oder vielleicht von einem Baumstumpf zum nächsten). Aber löst es Begeisterung aus? Entfacht es Leidenschaft? Löst es das Verlangen nach dem nächsten Trail-Abenteuer aus? Bei mir...ehrlich gesagt, nicht wirklich.
Die Komponenten-Frage
Und dann sind da die Komponenten. Solide. Funktionell. Keine Frage. Aber eben auch nichts, was einem Freudensprünge abverlangt. Shimano Tourney. Okay. Völlig okay. Aber eben auch... Tourney. Es ist das Fahrrad-Äquivalent von Toastbrot. Nützlich. Füllt den Magen. Aber ruft keine euphorischen Glücksgefühle hervor.
Ich weiß, ich weiß. Ich soll dankbar sein. Ein vernünftiges Fahrrad für einen vernünftigen Preis. Und das bin ich auch. Irgendwie. Aber ein kleiner Teil von mir wünscht sich immer ein bisschen mehr. Ein bisschen mehr "Wow!". Ein bisschen mehr "Kick!".
Meine (vielleicht) unpopuläre Meinung
Vielleicht bin ich einfach nur verwöhnt. Vielleicht habe ich zu viele teurere Bikes gefahren. Vielleicht habe ich den Kontakt zur Realität verloren. Aber ich glaube, es ist mehr als das. Ich glaube, dass viele Leute das Cube Aim 2020 lieben, weil sie *sollen*. Weil es als *die* vernünftige Wahl gilt. Als *das* ideale Einsteigerbike. Und niemand will unvernünftig sein, oder?
Aber was, wenn man mal unvernünftig sein dürfte? Was, wenn man sich ein Fahrrad aussuchen dürfte, das einem *wirklich* Spaß macht? Eines, das einen zum Lächeln bringt, jedes Mal, wenn man es sieht? Eines, das einen dazu bringt, jeden freien Moment auf den Trails zu verbringen?
Das Cube Aim 2020 ist wie ein guter Freund. Zuverlässig. Hilfsbereit. Aber vielleicht nicht der Freund, mit dem man die wildesten Abenteuer erlebt.
Ich will damit nicht sagen, dass es schlecht ist. Absolut nicht. Es ist ein solides, vernünftiges Fahrrad. Aber es ist eben auch... sicher. Es spielt auf Nummer sicher. Und manchmal muss man eben ein bisschen Risiko eingehen, um wirklich Spaß zu haben. Findet ihr nicht auch?
Vielleicht bin ich allein mit dieser Meinung. Vielleicht werde ich jetzt von einer Horde wütender Cube Aim-Fans mit Fahrradpumpen gejagt. Aber ich musste es einfach mal sagen. Das Cube Aim 2020 ist... naja... ein bisschen langweilig. Sorry, nicht sorry.
Und jetzt entschuldigt mich bitte. Ich gehe jetzt mein (deutlich unvernünftigeres) Bike ausführen. Vielleicht finde ich ja auf den Trails ein bisschen Aufregung.
Und falls ihr ein Cube Aim 2020 fahrt und es liebt – super! Ich gönne es euch von Herzen. Aber vielleicht... nur vielleicht... solltet ihr mal etwas anderes ausprobieren. Ihr könntet überrascht sein.
