Da Ich Mich In Einem Ungekündigten Arbeitsverhältnis Befinde
Ach, dieses ungekündigte Arbeitsverhältnis. Kennt ihr das Gefühl? So ein bisschen wie ein warmer Pulli, den man einfach nicht ausziehen will, obwohl es vielleicht schon Sommer ist?
Der Komfort-Käfig
Ich weiß, ich weiß. Man soll ja immer nach Höherem streben. Neue Herausforderungen suchen! Den Job wechseln, sobald der Kaffee nicht mehr schmeckt! Aber ganz ehrlich? Manchmal ist dieser Zustand, dieses... Da-Ich-Mich-In-Einem-Ungekündigten-Arbeitsverhältnis-Befinde-Sein, einfach verdammt bequem.
Man kennt die Kollegen. Man kennt die Kaffeemaschine. Man kennt die Geheimnisse des Kopierers (ja, jeder Kopierer hat Geheimnisse!). Und man weiß genau, welche Ecken man besser vermeidet, wenn der Chef schlechte Laune hat.
Der innere Schweinehund und seine Argumente
Klar, der innere Schweinehund flüstert einem ständig zu: "Ach, das Gehalt könnte höher sein!" oder "Die Aufgaben sind doch total langweilig!". Aber dann kommt die Erinnerung an den letzten Bewerbungsprozess. An die endlosen Anschreiben. An die unangenehmen Vorstellungsgespräche, in denen man sich selbst verkaufen muss, als wäre man das neueste iPhone.
Und dann sagt der Schweinehund: "Nö. Bleib lieber hier. Hier gibt's Kekse." Und meistens gewinnt er.
“Veränderung ist gut!”, schreien alle. Aber Stabilität? Stabilität ist unterschätzt!
Manchmal sitze ich da, am Schreibtisch, starre auf den Bildschirm und denke: "Was mache ich hier eigentlich?". Aber dann kommt eine E-Mail. Ein lustiges Meme von einem Kollegen. Ein kurzes Gespräch an der Kaffeemaschine. Und plötzlich ist die Welt wieder in Ordnung.
Die Kunst des Durchhaltens
Es ist eine Kunst, dieses ungekündigte Arbeitsverhältnis zu pflegen. Eine Kunst, die darin besteht, sich nicht zu sehr aufzuregen. Die kleinen Freuden zu schätzen. Und sich immer wieder bewusst zu machen, dass es auch schlimmer sein könnte.
Es ist wie eine Beziehung. Manchmal knirscht es. Manchmal streitet man sich. Aber am Ende des Tages weiß man, was man aneinander hat. Und solange die Vorteile die Nachteile überwiegen, warum sollte man dann gehen?
Die kleinen Dinge...
Ich genieße es, dass ich weiß, wo mein Lieblingsstift liegt. Ich genieße es, dass die Kollegen meine Macken kennen und tolerieren. Ich genieße es, dass ich mich nicht ständig neu beweisen muss.
Ja, vielleicht bin ich faul. Vielleicht bin ich bequem. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur realistisch. Vielleicht habe ich erkannt, dass das Gras auf der anderen Seite des Zauns nicht immer grüner ist.
Und ganz ehrlich? Solange ich meinen Job mache, meine Aufgaben erfülle und meinen Beitrag zum Unternehmen leiste, finde ich, dass ich das Recht habe, mich in meinem ungekündigten Arbeitsverhältnis wohlzufühlen.
Oder was meint ihr? Bin ich damit allein?
Vielleicht ist es auch einfach nur die deutsche Mentalität. Diese Angst vor Veränderung. Diese Liebe zur Sicherheit. Diese tiefe Überzeugung, dass "was man hat, das hat man".
Aber hey, solange ich damit glücklich bin, ist doch alles in Ordnung. Oder?
Und wenn der Tag kommt, an dem ich wirklich unglücklich bin? Dann kündige ich. Versprochen! Aber bis dahin genieße ich weiterhin meinen warmen Pulli. Und die Kekse an meinem Schreibtisch.
Bis dahin: Da Ich Mich In Einem Ungekündigten Arbeitsverhältnis Befinde, wünsche ich euch einen schönen Tag!
