Damals War's Gewinnspiel Formular
Wer erinnert sich nicht an "Damals War's"? Diese Sendung, die uns mit Schmachtfetzen und Schlaghosen in die Vergangenheit katapultierte. Aber mal ehrlich, wer von uns hat wirklich mal an dem Gewinnspiel teilgenommen? Ich meine, richtig ernsthaft?
Ich gestehe: Ich! Als Teenie, bewaffnet mit einem Kugelschreiber, der verdächtig nach Erdbeere roch, und dem festen Willen, ein Wochenende mit meinen Freundinnen in einem Nobelhotel zu verbringen (natürlich mit allem drum und dran – sprich: Zimmerservice und endlos viele Pommes), habe ich mich ans Werk gemacht.
Das Gewinnspielformular. Allein der Begriff! Es klang so...amtlich. So wichtig. Als würde man gerade einen Staatsvertrag unterzeichnen. Dabei war es im Grunde nur ein Zettel mit ein paar Fragen. Aber diese Fragen! Sie waren der Schlüssel zum Glück, zum Ruhm, zur Pommes-Herrschaft!
Erinnert ihr euch an die Fragen? "Welcher Song war 1987 auf Platz 1 der Charts?" "Welches Kleidungsstück war in den 70ern total angesagt?" "Wer war der Moderator von 'Die Montagsmaler'?" Fragen, die dein Allgemeinwissen (oder eben auch Nicht-Wissen) schonungslos offenbarten.
Ich erinnere mich an stundenlange Diskussionen am Küchentisch. Meine Eltern, meine Geschwister, sogar die Nachbarin wurden eingespannt. Google? Fehlanzeige! Wir waren auf unser Gedächtnis, auf vergilbte Bravo-Hefte und auf Hörensagen angewiesen. Eine Zeitreise der etwas anderen Art.
Und dann das Ausfüllen des Formulars. Sorgfältig, penibel. Jede Antwort musste perfekt sein. Keine Tippfehler! Keine unleserlichen Buchstaben! Schließlich ging es hier um ein Wochenende im Nobelhotel! Ich erinnere mich, wie ich meinen Namen in Schreibschrift übte, damit er auch ja elegant und gewinnverdächtig aussah.
Das Formular war nicht einfach nur ein Stück Papier. Es war eine Eintrittskarte in eine Welt voller Möglichkeiten. Eine Welt, in der ich mit meinen Freundinnen am Pool lag, Cocktails schlürfte und über die neuesten Jungs lästerte. (Okay, vielleicht waren die Cocktails eher Fanta und die Jungs…naja, eben Jungs.)
Das Abschicken des Formulars war ein feierlicher Akt. Der Umschlag wurde mit Küssen bedacht, mit guten Wünschen versehen und dann in den nächstbesten Briefkasten geworfen. Danach hieß es: Warten. Tagelang. Wochenlang. Ein endloser Countdown bis zur nächsten Sendung.
Die Spannung steigt!
Jeden Samstagabend saßen wir dann vor dem Fernseher, die Finger gekreuzt, die Luft angehalten. Würde mein Name genannt werden? Würde ich die glorreiche Gewinnerin sein?
Die Realität sah natürlich anders aus. Mein Name wurde nie genannt. Das Nobelhotel blieb fern. Aber hey, ich hatte immerhin eine Menge über die 80er gelernt. Und ich hatte die aufregendste Zeitreise meines Lebens gemacht. Ganz ohne DeLorean.
Die heimlichen Gewinner
Aber mal ehrlich: Waren wir nicht alle Gewinner? Das "Damals War's" Gewinnspielformular war mehr als nur ein Zettel. Es war ein Katalysator für Familiengespräche, für gemeinsame Erinnerungen und für jede Menge Spaß. Es hat uns gezwungen, uns mit unserer Vergangenheit auseinanderzusetzen, uns an längst vergessene Hits und Modeerscheinungen zu erinnern. Es hat uns einfach gutgetan.
Und vielleicht, ganz vielleicht, hat es uns auch ein bisschen bescheidener gemacht. Denn am Ende des Tages war es nicht das Nobelhotel, das zählte, sondern die Zeit, die wir zusammen verbracht haben. Und die Erkenntnis, dass es auch ohne Zimmerservice und Pommes ein schönes Leben sein kann.
Ich habe mein ausgefülltes Gewinnspielformular (oder zumindest eine Kopie davon) übrigens immer noch. Es ist ein kleines Stück Kindheit, ein Beweis für meine unerschütterliche Naivität und ein Andenken an eine Zeit, in der die Welt noch einfacher und die Pommes noch leckerer waren. Und ja, ich würde es jederzeit wieder tun.
Vielleicht sollten wir "Damals War's" wiederbeleben. Mit einem Gewinnspielformular im altmodischen Stil. Ohne Google, ohne Wikipedia. Nur mit unserem Gedächtnis und unserer Fantasie. Wer wäre dabei?
Und wer weiß, vielleicht gewinne ich ja dann endlich das Wochenende im Nobelhotel. Mit Zimmerservice und endlos vielen Pommes.
