Daniel Kehlmann Ein Beitrag Zur Debatte Interpretation
Okay, Leute, lasst uns ehrlich sein. Wir alle haben diesen einen Autor, bei dem wir uns fragen: "Was zur Hölle...?" Für mich ist das oft Daniel Kehlmann. Und ich weiß, ich weiß. Er ist ein Genie. Ein literarisches Schwergewicht. Ein... Mann mit einem Schreibstift. Aber lasst mich mal meine (vielleicht unpopuläre) Meinung sagen: Manchmal übertreibt er es einfach ein bisschen mit der Interpretation. Oder, besser gesagt, mit der Interpretierbarkeit.
Wir reden hier nicht von einfachen Gute-Laune-Büchern. Nein, nein. Kehlmann ist der König der subtilen Andeutungen, der verschachtelten Metaphern und der Charaktere, die so kompliziert sind, dass man eine Doktorarbeit braucht, um ihre Motivationen zu verstehen. Ich sitze dann da mit meinem Tee und meinem Textmarker und denke: "Moment mal. Hat er das jetzt *wirklich* gemeint? Oder ist das nur mein überaktives Gehirn, das versucht, Sinn in etwas zu finden, das vielleicht einfach nur... da ist?"
Die Debatte: Ist es Kunst oder einfach nur kompliziert?
Ein Beitrag zur Debatte, genau. Das ist doch schon der Titel, der einem ins Gesicht schreit: "Denk nach! Aber bitte nicht zu viel!" Und genau das ist das Problem. Man fühlt sich verpflichtet, tiefschürfende Analysen anzustellen. Jede noch so kleine Geste, jedes beiläufige Wort wird zum potenziellen Schlüssel zur Welterkenntnis. Und dann googelt man "Kehlmann Interpretation" und findet 500 verschiedene Meinungen, die alle irgendwie Sinn ergeben und gleichzeitig völlig absurd sind. Willkommen im literarischen Kaninchenbau!
Ich meine, versteht mich nicht falsch. Ich mag es, herausgefordert zu werden. Ich mag es, über Bücher nachzudenken. Aber manchmal wünsche ich mir, Daniel Kehlmann würde einfach mal ein Buch über einen Hund schreiben, der einen Knochen vergräbt. Ohne allegorische Bedeutung. Ohne versteckte Botschaft. Einfach nur ein Hund. Und ein Knochen. Das wäre revolutionär!
Der Interpretations-Overkill
Und was ist mit seinen Charakteren? Sind sie brillante Spiegelbilder der menschlichen Psyche? Oder sind sie einfach nur... seltsam? Ich erinnere mich an eine Figur in einem seiner Romane, die ständig mit Pflanzen gesprochen hat. War das eine Metapher für die Entfremdung des modernen Menschen von der Natur? Oder hatte die Figur einfach nur einen Knall? Ich weiß es nicht! Und das ist das Problem! Ich verbringe mehr Zeit damit, über die mögliche Bedeutung zu grübeln, als die Geschichte zu genießen.
Vielleicht ist das ja auch der Trick. Vielleicht will Kehlmann, dass wir uns fragen, ob wir uns zu viele Gedanken machen. Vielleicht ist die ganze Interpretationsgeschichte eine große Ironie. Vielleicht ist er der literarische Troll, der uns alle zum Narren hält. Wenn das so ist, dann ziehe ich meinen Hut. (Und schreibe eine weitere Doktorarbeit darüber.)
Ich lese dann Kritiken, die über die "vielschichtige Symbolik" und die "subtile Kritik an der Gesellschaft" schwärmen. Und ich sitze da und denke: "Haben wir dasselbe Buch gelesen?" Vielleicht bin ich ja einfach zu dumm für Kehlmann. Vielleicht brauche ich einen Kurs in "Fortgeschrittene Interpretationskunst". Vielleicht sollte ich einfach anfangen, mit Pflanzen zu reden. Wer weiß, vielleicht verstehe ich dann alles.
Aber bis dahin bleibe ich bei meiner (unpopulären) Meinung: Daniel Kehlmann ist ein brillanter Autor, der manchmal ein bisschen zu viel Brillanz in ein einzelnes Buch packt. Und ich sitze dann da und versuche, alles zu entwirren, und frage mich, ob ich das nicht einfach nur lassen und stattdessen einen Hund beim Knochenvergraben beobachten sollte.
"Die Wahrheit ist, dass es oft einfacher ist, eine Lüge zu glauben, die man versteht, als eine Wahrheit, die man nicht versteht." - Ein Zitat von Daniel Kehlmann, das ich natürlich sofort interpretieren musste.
Was meint ihr? Bin ich allein mit meiner "Kehlmann-Interpretations-Krise"? Oder gibt es noch andere, die sich manchmal fragen, ob sie einfach nur den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen? Lasst es mich wissen! Vielleicht können wir ja eine Selbsthilfegruppe gründen: "Anonyme Kehlmann-Interpretierer".
