Daniel Kehlmann Ruhm Wie Ich Log Und Starb Interpretation
Okay, lasst uns ehrlich sein. Daniel Kehlmann kann schreiben. Keine Frage. Aber manchmal, nur manchmal, denke ich… ist das alles ein bisschen… überbewertet? Nehmt zum Beispiel Ruhm. Oder Wie ich log und starb. Großartige Bücher, ja. Aber brauchte es wirklich so viele Interpretationen?
Ich meine, klar, die Kritiker lieben es. "Vielschichtig!" "Meta!" "Ein Spiegelbild der modernen Gesellschaft!" Ja, ja, haben wir verstanden. Aber wenn ich lese, will ich unterhalten werden. Ich will lachen, weinen, oder wenigstens kurz überlegen, ob ich mein Leben komplett umkrempeln soll. Aber ich will nicht stundenlang Wikipedia wälzen, um jede Anspielung zu verstehen.
Die Sache mit dem Ruhm…
Ruhm ist ja so ein Paradebeispiel. Verschiedene Charaktere, deren Leben irgendwie miteinander verbunden sind, aber auch wieder nicht. Alles ist meta, und die Charaktere sind sich bewusst, dass sie in einer Geschichte sind. Ist ja witzig, am Anfang. Aber nach dem fünften Mal, wo jemand sagt: "Moment mal, bin ich nicht eine Figur in einem Buch?" denk ich mir: "Ja, haben wir geschnallt. Jetzt erzähl doch mal was!"
Interpretationen: Ein unendliches Spiel
Und dann die Interpretationen! Jeder hat eine Meinung. Jeder sieht was anderes. Die Professoren schreiben Abhandlungen. Die Schüler schreiben Aufsätze. Und ich sitze da und denke: "Habe ich das gleiche Buch gelesen?" Haben wir da alle eine versteckte Botschaft über die Flüchtigkeit des Ruhms und die Entfremdung in der modernen Welt verpasst? Vielleicht. Aber vielleicht hab ich auch einfach nur ein Buch über Leute gelesen, denen langweilig ist.
Ich weiß, ich weiß, das ist blasphemisch. Man darf Daniel Kehlmann nicht kritisieren. Er ist ja schließlich ein Genie. Aber unpopular opinion: Ich glaube, manchmal überinterpretieren wir seine Werke einfach nur, weil wir denken, wir müssen es tun. Wir wollen ja schließlich intelligent wirken, oder?
Wie ich log und starb: Ehrlichkeit oder doch wieder Meta?
Und was ist mit Wie ich log und starb? Eine Sammlung von Kurzgeschichten, die angeblich autobiografisch sind, aber vielleicht auch nicht. Log Kehlmann oder log er nicht? Ist das wichtig? Wahrscheinlich nicht. Aber trotzdem denken wir darüber nach. Ständig. Wieder diese Frage: Was ist echt, was ist Fiktion? Wer sind wir wirklich in einer Welt, die immer mehr von Medien geprägt wird?
Puh. Tief durchatmen. Manchmal wünschte ich, er würde einfach mal ein Buch schreiben, in dem eine Prinzessin einen Drachen tötet und am Ende mit einem charmanten Prinzen durchbrennt. Kein Meta, keine Interpretationen, einfach nur eine gute Geschichte. Ist das zu viel verlangt?
Vielleicht bin ich ja einfach nur zu dumm für Daniel Kehlmann. Vielleicht verstehe ich die subtilen Nuancen seiner Prosa nicht. Vielleicht bin ich einfach nur ein kulturloser Barbar, der sich nach einfacher Unterhaltung sehnt. Aber wisst ihr was? Ich stehe dazu!
Ich finde, wir sollten manchmal einfach mal genießen, was wir lesen. Wir sollten uns nicht immer den Kopf darüber zerbrechen, was der Autor uns eigentlich sagen will. Manchmal ist eine Geschichte einfach nur eine Geschichte. Und das ist auch okay.
Und ja, ich werde wahrscheinlich trotzdem weiterhin Daniel Kehlmann lesen. Weil er eben doch gut schreiben kann. Aber vielleicht werde ich die Interpretationen einfach ignorieren und mir meine eigene Meinung bilden. Eine Meinung, die vielleicht nicht so intelligent und tiefgründig ist, aber dafür meine eigene. Und vielleicht ist das ja die eigentliche Botschaft seiner Bücher: Denk selbst! (Oder vielleicht auch nicht. Wer weiß das schon?).
Lasst uns die Kommentare fluten! Bin ich wirklich die Einzige, die das so sieht? Oder gibt es noch andere, die sich heimlich wünschen, dass Daniel Kehlmann mal ein Buch ohne Meta-Ebene schreibt?
