Dankbar Dich Kennengelernt Zu Haben
Ach, die Welt ist ein wunderschönes Buch, und jede Reise ist eine neue Seite. Aber manchmal, ganz selten, stolpert man über eine Seite, die so hell leuchtet, so warm ist, dass man sie für immer in seinem Herzen tragen möchte. Für mich war diese Seite eine Begegnung, ein zufälliges Zusammentreffen, das zu einem tief empfundenen "Dankbar dich kennengelernt zu haben" führte.
Ich war in Florenz, der Stadt der Renaissance, umgeben von Kunst, Geschichte und dem Duft von frisch gebrühtem Espresso. Ich schlenderte durch die engen Gassen, die Sonne tanzte auf den Pflastersteinen, und die Touristenmassen schoben sich an den berühmten Sehenswürdigkeiten vorbei. Ich, mit meiner Kamera um den Hals und dem Reiseführer in der Hand, versuchte, all die Schönheit aufzusaugen, aber irgendwie fühlte ich mich trotzdem ein bisschen verloren, ein bisschen wie ein Fremdkörper in diesem pulsierenden Treiben.
Dann sah ich sie. Sie saß auf einer Bank am Ufer des Arno, ein Skizzenbuch auf dem Schoß, die Augen auf die Ponte Vecchio gerichtet. Ihre Haare, von der Sonne gebleicht, fielen ihr in sanften Wellen über die Schultern. Sie hatte etwas Unverstelltes, Authentisches an sich, das mich sofort anzog. Ich zögerte, wollte sie nicht stören, aber irgendetwas trieb mich dazu, mich neben sie zu setzen.
“Entschuldigung, ist hier noch frei?” fragte ich auf holprigem Italienisch. Sie lächelte freundlich und nickte. “Ja, bitte. Setzen Sie sich.” Ihr Deutsch war perfekt, ohne Akzent. Wir kamen ins Gespräch, wie man das eben so tut, Smalltalk über das Wetter und die Schönheit von Florenz. Aber schnell merkten wir, dass wir mehr gemeinsam hatten als nur die Liebe zu dieser Stadt. Wir sprachen über Kunst, Literatur, Reisen – über das Leben selbst.
Ein unerwartetes Gespräch
Ihr Name war Anna, und sie war Malerin. Sie erzählte mir von ihrer Leidenschaft für die Farben und Formen, von ihrer Suche nach dem perfekten Licht. Ich erzählte ihr von meinen Reisen, von meinen Abenteuern und von meinen Zweifeln. Wir lachten, wir philosophierten, wir tauschten uns aus. Es war, als würden wir uns schon ewig kennen.
Anna erzählte mir von ihren Schwierigkeiten, als freischaffende Künstlerin ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie sprach von den Rückschlägen, von der Unsicherheit, aber auch von der unbändigen Freude, die sie empfand, wenn sie etwas Schönes schuf. Ich bewunderte ihre Stärke, ihre Leidenschaft und ihre Ehrlichkeit. Sie war so anders als die Menschen, die ich sonst kannte, so frei von Konventionen und Erwartungen.
Wir verbrachten den ganzen Nachmittag zusammen, spazierten durch die Boboli-Gärten, bewunderten die Skulpturen von Michelangelo und genossen ein Gelato in einer kleinen, versteckten Gelateria. Sie zeigte mir Orte, die in keinem Reiseführer standen, kleine Cafés, in denen sich die Einheimischen trafen, versteckte Innenhöfe, in denen man dem Trubel der Stadt entfliehen konnte. Sie gab mir einen Einblick in das echte Florenz, abseits der touristischen Pfade.
Am Abend aßen wir in einem kleinen Trattoria zu Abend. Wir teilten uns eine Flasche Chianti und sprachen über unsere Träume. Sie erzählte mir von ihrem Wunsch, eine eigene Galerie zu eröffnen, in der sie die Werke junger, unbekannter Künstler ausstellen konnte. Ich erzählte ihr von meinem Traum, die Welt zu bereisen und meine Geschichten mit anderen zu teilen.
Mehr als nur eine flüchtige Bekanntschaft
Es war ein Abend, der sich in mein Gedächtnis eingebrannt hat. Nicht nur wegen des guten Essens oder der schönen Umgebung, sondern vor allem wegen der tiefen Verbundenheit, die ich zu Anna spürte. Es war, als hätten sich unsere Seelen erkannt, als wären wir füreinander bestimmt. Dankbar dich kennengelernt zu haben, dachte ich, als ich ihr tief in die Augen sah.
Am nächsten Morgen musste ich abreisen. Wir verabschiedeten uns vor ihrem kleinen Atelier, das voller Farben, Pinsel und Leinwände war. Wir tauschten unsere Kontaktdaten aus und versprachen, in Kontakt zu bleiben. Ich umarmte sie fest und spürte eine tiefe Dankbarkeit in mir.
Seitdem sind einige Jahre vergangen. Wir haben uns nicht mehr persönlich getroffen, aber wir schreiben uns regelmäßig. Ich verfolge ihre Karriere mit großem Interesse und freue mich über jeden Erfolg, den sie feiert. Sie hat tatsächlich ihre eigene Galerie eröffnet und unterstützt junge Künstler. Ich bin so stolz auf sie.
Unsere Begegnung in Florenz hat mein Leben verändert. Sie hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, offen zu sein für neue Erfahrungen und Begegnungen. Sie hat mir gezeigt, dass man auch in der Fremde ein Zuhause finden kann, und dass Freundschaft keine Grenzen kennt. Sie hat mir vor allem gezeigt, wie wichtig es ist, dankbar zu sein für die Menschen, die unseren Weg kreuzen und unser Leben bereichern.
Ich habe gelernt, dass Reisen nicht nur darum geht, neue Orte zu sehen, sondern auch darum, neue Menschen kennenzulernen. Und dass es manchmal die zufälligen Begegnungen sind, die uns am meisten prägen und uns für immer in Erinnerung bleiben.
Wenn ihr also auf Reisen seid, seid offen für Begegnungen! Sprecht mit den Einheimischen, lasst euch von ihren Geschichten inspirieren und seid bereit, neue Freundschaften zu schließen. Denn wer weiß, vielleicht trefft ihr ja auch jemanden, von dem ihr später sagen könnt: “Dankbar dich kennengelernt zu haben.”
Und an Anna, falls du das hier liest:
Vielen Dank für die unvergessliche Begegnung in Florenz. Ich bin unendlich dankbar, dich kennengelernt zu haben!
Reist mit offenem Herzen und seid dankbar für die kleinen Wunder, die das Leben uns schenkt!
Buon viaggio!
