Das Ist Ja Nicht Mal Links Was Ich Sag
Hallo, liebe Reisefreunde! Heute nehme ich euch mit auf eine kleine, persönliche Reise – nicht zu einem fernen Kontinent oder einer pulsierenden Metropole, sondern in die Wirren meiner eigenen Gedanken. Denn was ich euch erzählen möchte, hat mit einer Aussage zu tun, die mir in letzter Zeit immer wieder durch den Kopf schwirrt, und die vielleicht, vielleicht auch nicht, mit meiner Art zu reisen zu tun hat: "Das ist ja nicht mal links, was ich sag!"
Klingt komisch? Ist es vielleicht auch. Aber lasst mich erklären. Ich bin jemand, der gerne abseits der ausgetretenen Pfade wandert. Nicht aus Prinzip, sondern weil ich glaube, dass die wahren Schätze einer Reise oft dort verborgen liegen, wo die Touristenbusse nicht hinkommen. Ich suche nach Authentizität, nach echten Begegnungen, nach dem unverfälschten Geschmack des jeweiligen Ortes. Und dabei stoße ich oft auf Meinungen, Ansichten und Lebensweisen, die... sagen wir mal... nicht Mainstream sind.
Vor Kurzem war ich in den rumänischen Karpaten unterwegs. Ein atemberaubendes Gebiet, wild, unberührt und voller Traditionen. Ich verbrachte einige Tage in einem kleinen Dorf, wo die Zeit stehen geblieben zu sein schien. Die Menschen lebten vom Land, die Kühe wurden noch von Hand gemolken, und abends saßen die Männer im Gasthof und sangen alte Lieder. Ich kam mit einem älteren Mann ins Gespräch, der mir von den Schwierigkeiten erzählte, mit denen das Dorf zu kämpfen hatte – Abwanderung der Jugend, fehlende Perspektiven, die Schwierigkeit, die Traditionen aufrechtzuerhalten. Seine Worte waren hart, direkt und unmissverständlich. Er kritisierte die Politik, die Globalisierung, die Europäische Union. Und am Ende sagte er: "Sehen Sie, junge Frau, das ist ja nicht mal links, was ich sag! Das ist einfach nur die Wahrheit!"
Dieser Satz blieb bei mir hängen. "Das ist ja nicht mal links, was ich sag!" Er implizierte, dass seine Kritik nicht aus einer ideologischen Überzeugung heraus kam, sondern aus einer ganz praktischen, existenziellen Notwendigkeit. Es war die Stimme eines Menschen, der sich von der Welt vergessen fühlte, dessen Lebensweise bedroht war, und der das Gefühl hatte, dass niemand ihm zuhört.
Und das ist etwas, was ich auf meinen Reisen immer wieder erlebe. Ich treffe Menschen, die jenseits der politischen Schubladen denken und fühlen. Menschen, die eine ganz eigene Perspektive auf die Welt haben, basierend auf ihren persönlichen Erfahrungen und ihrem unmittelbaren Umfeld. Und diese Perspektiven sind oft so wertvoll und so aufschlussreich, weil sie uns zwingen, unsere eigenen Denkmuster zu hinterfragen.
Abseits der Stereotypen: Warum Authentizität mehr ist als ein Hashtag
Es ist so einfach, Menschen in Schubladen zu stecken, sie als "links" oder "rechts" zu labeln und sie damit abzuwerten. Aber die Realität ist so viel komplexer. Die Welt ist nicht schwarz und weiß, sondern besteht aus unzähligen Grautönen, aus Nuancen, aus Widersprüchen. Und gerade diese Widersprüche machen sie so spannend und so lebenswert.
Ich erinnere mich an eine Begegnung in Istanbul. Ich war in einem kleinen, unscheinbaren Teeladen in einem weniger touristischen Viertel. Ich kam mit dem Besitzer ins Gespräch, einem Mann mittleren Alters mit einem wettergegerbten Gesicht und freundlichen Augen. Er erzählte mir von seinem Leben, von seinen Träumen, von seinen Sorgen. Er war ein gläubiger Muslim, aber er war auch ein großer Anhänger der westlichen Kultur. Er liebte klassische Musik, er las europäische Literatur, und er sprach fließend Deutsch. Er sagte: "Ich bin ein Mensch vieler Welten. Ich versuche, das Beste aus jeder Welt zu nehmen."
Dieser Mann passte in keine Schublade. Er war weder ein fanatischer Islamist noch ein kritikloser Anhänger des Westens. Er war einfach ein Mensch, der versuchte, seinen eigenen Weg zu finden, in einer Welt, die immer komplexer und widersprüchlicher wird. Und seine Geschichte hat mir gezeigt, dass Authentizität mehr ist als ein Hashtag auf Instagram. Es ist eine innere Haltung, eine Bereitschaft, sich auf andere Menschen und Kulturen einzulassen, ohne Vorurteile und ohne Scheuklappen.
Der Mut zur eigenen Meinung: Reisen als politischer Akt?
Manche sagen, Reisen sei ein politischer Akt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dem zustimmen würde. Aber ich glaube, dass Reisen uns die Möglichkeit gibt, unsere eigenen Vorurteile zu hinterfragen und uns mit anderen Perspektiven auseinanderzusetzen. Und das ist, glaube ich, gerade in der heutigen Zeit wichtiger denn je.
Wir leben in einer Zeit der Polarisierung, in der die Meinungen auseinandergehen und die Gräben immer tiefer werden. Es ist so einfach, sich in seiner eigenen Blase einzurichten und nur noch das zu hören, was man ohnehin schon glaubt. Aber das ist gefährlich. Denn es führt dazu, dass wir den Kontakt zur Realität verlieren und uns in einer Echokammer verfangen.
Deshalb ist es so wichtig, rauszugehen, die Welt zu erkunden und mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Nicht nur mit denen, die uns zustimmen, sondern auch mit denen, die eine andere Meinung haben. Nicht um sie zu bekehren, sondern um sie zu verstehen. Um zu lernen, dass es mehr als eine Wahrheit gibt, und dass die Welt nicht so einfach ist, wie sie uns manchmal dargestellt wird.
Und vielleicht, ganz vielleicht, können wir durch diese Begegnungen auch lernen, unsere eigenen politischen Ansichten zu hinterfragen und unsere eigene Position in der Welt neu zu definieren. Denn am Ende geht es doch darum, Verantwortung zu übernehmen für unser Handeln und für die Welt, in der wir leben.
Wenn also das nächste Mal jemand zu euch sagt: "Das ist ja nicht mal links, was ich sag!", dann hört genau zu. Vielleicht verbirgt sich hinter diesen Worten eine Wahrheit, die ihr bisher übersehen habt. Vielleicht ist es eine Chance, eure eigene Weltanschauung zu erweitern und euren Horizont zu öffnen. Und vielleicht ist es auch einfach nur die Gelegenheit, einen neuen Freund zu gewinnen.
Also, packt eure Koffer, lasst euch auf das Unbekannte ein und seid offen für neue Erfahrungen. Die Welt wartet darauf, von euch entdeckt zu werden! Und vergesst nicht: Das Schönste an einer Reise ist nicht das Ziel, sondern der Weg.
