De Bello Gallico Erster Satz
Hallo ihr Lieben, eure Weltenbummlerin meldet sich wieder! Heute nehme ich euch mit auf eine ganz besondere Reise, eine Reise in die Vergangenheit, die aber trotzdem unglaublich relevant für uns Reisende von heute ist. Wir begeben uns auf die Spuren von Julius Cäsar und genauer gesagt, zu den allerersten Worten seines berühmten Werkes: De Bello Gallico. Und keine Sorge, das wird keine trockene Geschichtsstunde. Ich verspreche euch, ich werde versuchen, es so lebendig und persönlich wie möglich zu gestalten, so dass ihr am Ende vielleicht sogar Lust bekommt, selbst mal ein bisschen tiefer in die Materie einzutauchen.
Warum gerade dieser erste Satz? Nun, er ist wie der Grundstein eines riesigen Gebäudes, der die gesamte Erzählung von Cäsars Feldzug in Gallien trägt. Er ist kurz, prägnant und steckt voller Informationen. Und er wirft Fragen auf, die uns auch heute noch beschäftigen können. Er lautet: "Gallia est omnis divisa in partes tres, quarum unam incolunt Belgae, aliam Aquitani, tertiam qui ipsorum lingua Celtae, nostra Galli appellantur."
Klingt erstmal kompliziert, oder? Aber keine Angst, wir zerlegen das mal genauer. Übersetzt bedeutet das so viel wie: "Ganz Gallien ist in drei Teile geteilt, von denen einen die Belgier bewohnen, den anderen die Aquitanier, den dritten jene, die in ihrer eigenen Sprache Kelten, in unserer Gallier genannt werden."
Warum ist dieser Satz für Reisende interessant?
Jetzt fragt ihr euch vielleicht: "Okay, schön und gut, alte Geschichte, aber was hat das mit meinen Reisen zu tun?" Eine ganze Menge, sage ich euch! Dieser Satz ist nämlich der Schlüssel zu einem besseren Verständnis der kulturellen und historischen Vielfalt Europas. Er zeigt uns, dass die Region, die wir heute als Frankreich, Belgien, Teile Deutschlands und der Schweiz kennen, schon vor über 2000 Jahren ein Schmelztiegel verschiedener Völker und Kulturen war. Und diese Vielfalt prägt die Region bis heute.
Denkt mal darüber nach: Wenn ihr durch Belgien reist, begegnet ihr einer ganz anderen Kultur als in der Provence. Das liegt nicht nur an der unterschiedlichen geografischen Lage, sondern auch an der historischen Entwicklung. Die Belgier, von denen Cäsar spricht, waren ein kriegerisches Volk, das sich lange gegen die Römer verteidigte. Die Aquitanier, im Südwesten Frankreichs, hatten wahrscheinlich enge Verbindungen zu den Iberern auf der anderen Seite der Pyrenäen. Und die Kelten, oder Gallier, waren das zahlenmäßig größte Volk, das eine Vielzahl von Stämmen umfasste, jeder mit seinen eigenen Traditionen und Bräuchen.
Wenn ihr also das nächste Mal durch diese Regionen reist, versucht euch daran zu erinnern: Ihr bewegt euch auf historischem Boden, auf dem sich Kulturen begegneten, vermischten und bekämpften. Jeder Ort, jedes Dorf, jede Stadt hat seine eigene Geschichte, die tief in der Vergangenheit verwurzelt ist. Und dieser erste Satz aus De Bello Gallico ist ein Fenster in diese Vergangenheit.
Die Belgier: Mehr als nur Schokolade und Bier!
Cäsar beschreibt die Belgier als die tapfersten aller Gallier, weil sie am weitesten von der römischen Kultur entfernt waren und somit am wenigsten von ihr beeinflusst wurden. Sie waren auch die ersten, die Cäsar in Gallien Widerstand leisteten. Wenn ihr heute durch Belgien reist, könnt ihr diese Unabhängigkeit und diesen Stolz immer noch spüren. Natürlich ist Belgien heute auch für seine Schokolade, sein Bier und seine Comics bekannt, aber es ist auch ein Land mit einer reichen Geschichte und einer starken Identität.
Besucht zum Beispiel die Stadt Tongeren, die älteste Stadt Belgiens, die bereits in römischer Zeit besiedelt war. Oder fahrt zu den Schlachtfeldern von Waterloo, wo Napoleon seine entscheidende Niederlage erlitt. Und vergesst nicht, die vielen beeindruckenden Burgen und Schlösser zu besichtigen, die das belgische Landschaftsbild prägen.
Die Aquitanier: Im Herzen des französischen Südwestens
Die Aquitanier, im Südwesten Frankreichs beheimatet, waren ein Volk mit engen Verbindungen zu den Iberern. Sie sprachen eine Sprache, die anders war als die der Kelten und wurden oft als eigenständige Gruppe betrachtet. Wenn ihr heute durch das Aquitaine reist, werdet ihr eine Region entdecken, die für ihre Gastfreundschaft, ihre hervorragende Küche und ihre atemberaubende Landschaft bekannt ist.
Probiert unbedingt den Wein aus Bordeaux, die Foie Gras aus dem Périgord und die Meeresfrüchte von der Atlantikküste. Besucht die mittelalterliche Stadt Sarlat-la-Canéda, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, oder wandert durch die Pyrenäen, die die natürliche Grenze zwischen Frankreich und Spanien bilden.
Die Kelten/Gallier: Das größte Volk mit der größten Vielfalt
Die Kelten, von den Römern Gallier genannt, waren das zahlenmäßig größte Volk in Gallien. Sie waren in viele verschiedene Stämme aufgeteilt, jeder mit seinen eigenen Sitten und Gebräuchen. Sie waren bekannt für ihre Kriegskunst, ihre Handwerkskunst und ihre reiche mündliche Tradition. Wenn ihr heute durch Frankreich reist, werdet ihr überall Spuren der keltischen Kultur entdecken.
Besucht zum Beispiel die Menhire und Dolmen in der Bretagne, die Überreste keltischer Heiligtümer sind. Oder fahrt nach Bibracte, einer rekonstruierten keltischen Stadt im Burgund. Und vergesst nicht, die vielen Museen zu besuchen, die die Geschichte und Kultur der Kelten dokumentieren.
De Bello Gallico und die Römer: Eine ambivalente Beziehung
Es ist wichtig zu betonen, dass Cäsars Bericht über den Gallischen Krieg natürlich aus römischer Perspektive geschrieben ist. Er glorifiziert die römische Eroberung und stellt die Gallier oft als barbarisch und unzivilisiert dar. Aber auch wenn Cäsars Darstellung nicht immer objektiv ist, liefert sie uns doch wertvolle Informationen über die gallische Gesellschaft und Kultur. Es ist wichtig, sich dieser Ambivalenz bewusst zu sein, wenn man De Bello Gallico liest.
Die Römer haben in Gallien tiefe Spuren hinterlassen. Sie bauten Straßen, Städte und Aquädukte, die noch heute bewundert werden können. Sie führten das römische Recht, die römische Verwaltung und die lateinische Sprache ein, die die Grundlage für die romanischen Sprachen bildete. Aber die römische Herrschaft war auch von Gewalt und Unterdrückung geprägt. Die Gallier leisteten den Römern lange Zeit Widerstand, und es gab immer wieder Aufstände gegen die römische Herrschaft.
Wenn ihr heute durch Frankreich reist, könnt ihr die Überreste der römischen Kultur überall entdecken. Besucht zum Beispiel das Amphitheater in Nîmes, das immer noch für Konzerte und Veranstaltungen genutzt wird, oder die Pont du Gard, ein beeindruckendes römisches Aquädukt. Und vergesst nicht, die vielen römischen Museen zu besuchen, die die Geschichte und Kultur der römischen Provinz Gallien dokumentieren.
Fazit: Eine Reise in die Vergangenheit, die die Gegenwart erhellt
Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem kleinen Ausflug in die Welt von De Bello Gallico und dem ersten Satz dieses berühmten Werkes zeigen, dass Geschichte alles andere als trocken und langweilig sein muss. Sie ist vielmehr ein spannendes Abenteuer, das uns hilft, die Welt, in der wir leben, besser zu verstehen. Und für uns Reisende ist es besonders wichtig, die kulturellen und historischen Hintergründe unserer Reiseziele zu kennen, um sie mit offenen Augen und einem respektvollen Herzen zu erkunden.
Also, packt eure Koffer, lest ein bisschen Geschichte und begebt euch auf die Spuren von Julius Cäsar und den Galliern. Ihr werdet überrascht sein, was es alles zu entdecken gibt! Und denkt daran: Jeder Ort hat seine eigene Geschichte, die darauf wartet, erzählt zu werden.
Bis zum nächsten Mal, eure Weltenbummlerin!
