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De Mortuis Nihil Nisi Bene


De Mortuis Nihil Nisi Bene

Ach, die Erinnerung. Sie ist wie ein alter Koffer, den man immer wieder gerne öffnet, obwohl man genau weiß, dass darin nicht nur strahlende Urlaubssouvenirs liegen, sondern auch vergilbte Fotos und ein paar zerknitterte Fahrkarten von Zielen, die nicht ganz so rosig waren. Aber selbst diese weniger perfekten Momente gehören dazu, formen uns, machen uns zu dem, was wir sind. Und manchmal, wenn ich in einer fremden Stadt stehe, eine unbekannte Sprache höre und den Duft exotischer Gewürze einatme, überkommt mich ein Gefühl der Nostalgie, eine Sehnsucht nach all den Menschen, die meinen Weg gekreuzt haben – auch nach denen, die nicht mehr unter uns weilen.

Kürzlich war ich in Rom, einer Stadt, die atmet, lebt, pulsiert mit Geschichte. An jeder Ecke stolpert man über Zeugnisse vergangener Epochen, über Ruinen, die von Kaisern und Feldherren, von Künstlern und Heiligen erzählen. Und natürlich, über unzählige Friedhöfe, Orte der Stille und Besinnung inmitten des quirligen Stadtlebens. Ich besuchte den Cimitero Acattolico, den nicht-katholischen Friedhof, wo Shelley und Keats begraben liegen. Ein Ort von ergreifender Schönheit, voller Zypressen und blühender Rosen. Hier, zwischen den Grabsteinen, die Geschichten in Stein gemeißelt erzählen, kam mir wieder einmal der lateinische Satz "De mortuis nihil nisi bene" in den Sinn. Über die Toten soll man nur gut sprechen.

Dieser Gedanke, diese Maxime, hat mich schon oft beschäftigt. Ist es wirklich immer richtig, über Verstorbene nur Gutes zu sagen? Oder ist es nicht manchmal auch wichtig, die Wahrheit zu sprechen, auch wenn sie unbequem ist? Ich bin kein Philosoph und habe keine endgültige Antwort auf diese Frage. Aber ich habe meine eigene Interpretation gefunden, eine, die sich mit meinen Reiseerfahrungen und meinen Begegnungen mit Menschen aus aller Welt deckt.

Ich glaube, "De mortuis nihil nisi bene" bedeutet nicht, die Augen vor der Wahrheit zu verschließen oder die Fehler eines Menschen zu verharmlosen. Es bedeutet vielmehr, den Blick zu weiten, den Kontext zu verstehen, die Umstände zu berücksichtigen, die einen Menschen zu dem gemacht haben, was er war. Es bedeutet, sich an die guten Seiten zu erinnern, an die positiven Beiträge, an die Momente, in denen ein Mensch anderen Freude bereitet hat. Es bedeutet, mit Mitgefühl und Respekt auf das Leben eines anderen zurückzublicken.

Stellt euch vor, ihr seid in einem kleinen Dorf in den Anden. Ihr trefft einen alten Mann, der sein Leben lang als Hirte gearbeitet hat. Er ist wortkarg, vielleicht sogar etwas grimmig. Aber er kennt die Berge wie seine Westentasche, er weiß, wo das beste Weideland ist, er kann das Wetter vorhersagen und er hat unzähligen Menschen in Not geholfen. Wenn dieser Mann stirbt, wird man sich vielleicht nicht an seine glänzenden Reden erinnern, aber man wird sich an seine Hilfsbereitschaft, seine Weisheit und seine tiefe Verbundenheit mit der Natur erinnern. Man wird über ihn nur Gutes sprechen, weil er ein guter Mensch war, trotz seiner Ecken und Kanten.

Oder denkt an eine Reise nach Indien. Ihr begegnet einer Frau, die in einem Slum lebt. Ihr Leben ist hart, geprägt von Armut und Entbehrungen. Aber sie hat ein Lächeln, das die Sonne erhellt, sie teilt das Wenige, das sie hat, mit anderen und sie gibt die Hoffnung niemals auf. Wenn diese Frau stirbt, wird man sich nicht an ihren Reichtum erinnern, sondern an ihre Lebensfreude, ihre Stärke und ihre unerschütterliche Menschlichkeit. Man wird über sie nur Gutes sprechen, weil sie trotz aller Widrigkeiten ein leuchtendes Beispiel für Nächstenliebe war.

Es gibt natürlich auch die schwierigeren Fälle. Menschen, die Fehler gemacht haben, die andere verletzt haben, die vielleicht sogar Verbrechen begangen haben. Auch über diese Menschen soll man nur Gutes sprechen? Hier wird es kompliziert. Ich glaube, es ist wichtig, die Taten zu benennen, die Konsequenzen aufzuzeigen, die Opfer nicht zu vergessen. Aber es ist auch wichtig, zu versuchen, die Motive zu verstehen, die zu diesen Taten geführt haben. War es Not, Verzweiflung, eine traumatische Erfahrung? War es ein Mangel an Liebe, Bildung, Perspektiven?

Ich erinnere mich an eine Reise nach Kambodscha. Ich besuchte die Killing Fields, ein Ort des Grauens, der an die Gräueltaten des Khmer Rouge Regimes erinnert. Millionen Menschen wurden gefoltert und ermordet. Es ist unvorstellbar, welches Leid diese Menschen erlitten haben. Und natürlich, es ist schwer, über die Täter Gutes zu sagen. Aber ich habe dort auch Menschen getroffen, die versucht haben, zu vergeben, die sich für Versöhnung eingesetzt haben, die Brücken bauen wollten. Sie haben verstanden, dass Hass und Rache nur zu noch mehr Leid führen. Sie haben den Mut gehabt, die Vergangenheit ruhen zu lassen, um eine bessere Zukunft zu gestalten.

"De mortuis nihil nisi bene" ist also keine Aufforderung zur Schönfärberei oder zur Geschichtsfälschung. Es ist eine Aufforderung zur Menschlichkeit, zur Empathie, zum Respekt. Es ist eine Erinnerung daran, dass jeder Mensch seine eigene Geschichte hat, seine eigenen Kämpfe, seine eigenen Narben. Es ist eine Erinnerung daran, dass wir alle fehlbar sind und dass wir alle Fehler machen. Und es ist eine Erinnerung daran, dass es immer besser ist, die positiven Aspekte eines Menschen zu betonen, als die negativen.

Wenn ihr das nächste Mal auf Reisen seid, besucht einen Friedhof. Lest die Inschriften auf den Grabsteinen. Versucht, euch die Leben der Menschen vorzustellen, die dort begraben liegen. Fragt euch, was sie bewegt hat, was sie erreicht haben, was sie geliebt haben. Und erinnert euch an den Satz: "De mortuis nihil nisi bene". Es ist eine gute Richtschnur, nicht nur für den Umgang mit Verstorbenen, sondern auch für den Umgang mit Lebenden.

Meine persönlichen Gedanken

Reisen und die Lehren der Vergangenheit

Reisen bildet. Das ist ein Klischee, aber es stimmt. Jede Reise, jede Begegnung mit fremden Kulturen, jede Erfahrung, die wir machen, verändert uns. Und die Begegnung mit der Vergangenheit, mit der Geschichte anderer Länder und Völker, ist besonders lehrreich. Sie hilft uns, die Welt besser zu verstehen, uns selbst besser zu verstehen und die Menschen um uns herum besser zu verstehen.

Ich habe auf meinen Reisen gelernt, dass es keine einfachen Antworten gibt, dass die Welt komplex und widersprüchlich ist und dass jeder Mensch seine eigene Wahrheit hat. Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, offen zu sein, neugierig zu sein und Vorurteile abzubauen. Und ich habe gelernt, dass es immer möglich ist, etwas Neues zu lernen, etwas Neues zu entdecken und etwas Neues zu erleben.

Die Kraft der Erinnerung

Die Erinnerung ist ein kostbares Gut. Sie verbindet uns mit der Vergangenheit, sie gibt uns Orientierung in der Gegenwart und sie schenkt uns Hoffnung für die Zukunft. Aber die Erinnerung ist auch trügerisch. Sie kann uns täuschen, sie kann uns verzerren und sie kann uns sogar verletzen. Deshalb ist es wichtig, die Erinnerung bewusst zu pflegen, sie kritisch zu hinterfragen und sie immer wieder neu zu interpretieren.

Ich versuche, meine Erinnerungen an meine Reisen lebendig zu halten, indem ich Tagebuch schreibe, Fotos mache und mit anderen Menschen über meine Erfahrungen spreche. Ich versuche, die positiven Erinnerungen zu bewahren und die negativen Erinnerungen zu verarbeiten. Und ich versuche, die Lehren, die ich aus meinen Reisen gezogen habe, in mein Leben zu integrieren.

"De mortuis nihil nisi bene" ist eine dieser Lehren. Es ist eine Erinnerung daran, dass jeder Mensch ein Recht auf Respekt und Würde hat, auch nach dem Tod. Es ist eine Erinnerung daran, dass es immer besser ist, die positiven Aspekte eines Menschen zu betonen, als die negativen. Und es ist eine Erinnerung daran, dass wir alle Teil einer großen, zusammenhängenden Menschheit sind.

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De Mortuis Nihil Nisi Bene De mortuis nihil, nisi bene
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