Deckungsbeitrag 1 2 3
Habt ihr euch jemals gefragt, warum eure Lieblingsbäckerei trotz all der leckeren Croissants und Kuchen nicht pleite geht? Oder wie der Gemüsehändler um die Ecke seine Preise so gut kalkuliert, dass er immer noch frische Ware hat? Die Antwort könnte etwas mit einer magischen Zahl namens "Deckungsbeitrag" zu tun haben – und zwar nicht nur einmal, sondern gleich dreifach: Deckungsbeitrag 1, 2 und 3!
Deckungsbeitrag 1: Der erste Eindruck
Stellt euch vor, ihr verkauft selbstgemachte Limonade auf dem Flohmarkt. Ihr kauft Zitronen, Zucker und Eis. Sagen wir, die Zutaten für ein Glas Limonade kosten euch 50 Cent. Ihr verkauft das Glas aber für 2 Euro. Super, oder? Ihr macht Gewinn! Aber Moment, hier kommt der Deckungsbeitrag 1 ins Spiel. Er sagt uns: "Wie viel Geld bleibt mir übrig, um die anderen Kosten zu decken, nachdem ich die direkten Kosten für mein Produkt abgezogen habe?" In unserem Limonaden-Fall sind das 2 Euro (Verkaufspreis) minus 50 Cent (Zutaten) = 1,50 Euro. Diese 1,50 Euro sind unser Deckungsbeitrag 1 pro Glas Limonade. Das ist das Geld, das uns hilft, den Standmiete, die Plakate und vielleicht sogar das Taschengeld für euren kleinen Bruder zu bezahlen, der so fleißig beim Ausschenken hilft.
Manchmal ist der Deckungsbeitrag 1 überraschend niedrig. Denkt an das Café, das extrem günstige Kaffee anbietet. Vielleicht deckt der Verkaufspreis gerade mal die Kaffeebohnen und den Milch auf. Aber sie hoffen, dass ihr noch ein Stück Kuchen dazu bestellt! Denn der Kuchen hat einen viel höheren Deckungsbeitrag 1 und hilft dem Café, die Miete und das Gehalt des Baristas zu bezahlen.
Deckungsbeitrag 2: Das große Ganze sehen
Jetzt wird es ein bisschen kniffliger, aber keine Sorge, wir halten es einfach. Der Deckungsbeitrag 2 berücksichtigt nicht nur die direkten Kosten (wie die Zutaten für die Limonade), sondern auch die produktbezogenen Fixkosten. Das könnte zum Beispiel die Miete für einen kleinen Lagerraum sein, in dem ihr eure Zitronen lagert, oder die Kosten für eine spezielle Zitronenpresse, die ihr nur für eure Limonade gekauft habt.
Nehmen wir an, der Lagerraum kostet euch monatlich 50 Euro und die Zitronenpresse hat 20 Euro gekostet (und hält den ganzen Monat). Dann müsst ihr diese Kosten irgendwie auf eure verkauften Gläser Limonade verteilen. Wenn ihr im Monat 100 Gläser verkauft, kommen also noch 0,70 Euro pro Glas dazu (0,50 Euro für den Lagerraum + 0,20 Euro für die Zitronenpresse). Euer Deckungsbeitrag 2 wäre dann: 1,50 Euro (Deckungsbeitrag 1) - 0,70 Euro (produktbezogene Fixkosten) = 0,80 Euro.
Plötzlich sieht die Sache nicht mehr ganz so rosig aus, oder? Der Deckungsbeitrag 2 zeigt uns, dass wir nicht nur die direkten Kosten im Blick haben müssen, sondern auch die "indirekten", die aber trotzdem direkt mit unserem Produkt zusammenhängen. Es ist, als ob wir herausfinden, dass der niedliche kleine Strohhalm, den wir zu jeder Limonade geben, uns eigentlich mehr kostet als wir dachten!
Deckungsbeitrag 3: Das Unternehmen im Blick
Jetzt kommt der Endgegner: Deckungsbeitrag 3. Dieser Wert berücksichtigt alle Fixkosten des Unternehmens, nicht nur die, die direkt mit der Limonade zu tun haben. Das bedeutet, wir müssen auch die Miete für das Büro, das Gehalt des Buchhalters und die Kosten für die Marketingkampagne einrechnen, die eure Limonade so berühmt gemacht hat.
Sagen wir, eure gesamten Fixkosten für das Unternehmen (nicht nur für die Limonade) betragen 500 Euro im Monat. Wenn ihr weiterhin 100 Gläser Limonade verkauft, kommen also noch 5 Euro pro Glas dazu (500 Euro / 100 Gläser). Euer Deckungsbeitrag 3 wäre dann: 0,80 Euro (Deckungsbeitrag 2) - 5 Euro (allgemeine Fixkosten) = -4,20 Euro. Oje! Das bedeutet, dass ihr mit jedem Glas Limonade eigentlich Geld verliert, wenn ihr alle Kosten berücksichtigt.
Der Deckungsbeitrag 3 ist wie ein Weckruf. Er zeigt uns, ob unser Unternehmen insgesamt profitabel ist. Wenn der Deckungsbeitrag 3 positiv ist, decken unsere Einnahmen alle Kosten und wir machen Gewinn. Wenn er negativ ist, müssen wir entweder mehr verkaufen, die Preise erhöhen oder die Kosten senken. Vielleicht müssen wir doch den kleinen Bruder für seine Hilfe bezahlen… mit weniger Taschengeld!
Die Moral von der Geschicht'
Die Geschichte vom Deckungsbeitrag 1, 2 und 3 zeigt uns, dass es nicht immer einfach ist, ein erfolgreiches Unternehmen zu führen. Es geht nicht nur darum, etwas zu verkaufen und Gewinn zu machen. Es geht darum, alle Kosten im Blick zu haben – von den direkten Kosten für die Zutaten bis hin zu den indirekten Kosten für das Büro und das Marketing.
Das nächste Mal, wenn ihr eure Lieblingsbäckerei besucht oder beim Gemüsehändler einkauft, denkt an den Deckungsbeitrag. Vielleicht versteht ihr dann besser, warum die Preise so sind, wie sie sind. Und vielleicht inspiriert euch diese kleine Lektion ja auch, eure eigenen Geschäftsideen mit einem ganz neuen Blickwinkel zu betrachten. Wer weiß, vielleicht werdet ihr ja der nächste Limonaden-Millionär – mit einem soliden Verständnis von Deckungsbeiträgen!
Und denkt daran: Selbst wenn der Deckungsbeitrag mal nicht so rosig aussieht, gibt es immer Möglichkeiten, etwas zu verbessern. Vielleicht ein bisschen Marketing-Magie, ein paar effizientere Prozesse oder einfach nur ein noch leckereres Rezept für die Limonade! Hauptsache, ihr habt Spaß dabei – und behaltet die Zahlen im Auge!
