Define What Is Learning
Was ist eigentlich dieses ominöse "Lernen"? Jeder redet drüber. Die Schule nervt damit. Deine Oma fragt, was du "gelernt" hast, wenn du mal wieder den Abwasch vergessen hast. Aber was **genau** ist es eigentlich?
Offizielle Definitionen sind ja furchtbar. Irgendwas mit "Verhaltensänderung aufgrund von Erfahrung". Klingt nach Therapie. Und nach ganz viel Kaffee. Ich hab da so meine Zweifel, ob das alles ist.
Meine (leicht unpopuläre) These:
Lernen ist... Chaos. Kontrolliertes Chaos, vielleicht. Aber trotzdem Chaos. Stell dir vor, dein Gehirn ist eine riesige Schreibtischschublade. Voller Zettel, Büroklammern, Gummibärchen und dem verstaubten Playmobil-Pirat deines kleinen Bruders.
Und dann kommt eine neue Information rein. Zack! Noch ein Zettel. Wohin damit? Einfach reinwerfen? Wahrscheinlich. Chaos pur. Aber... irgendwann, ganz unbemerkt, fängt das Gehirn an aufzuräumen. Es sortiert die Zettel. Verbindet sie mit anderen Zetteln. Findet Gemeinsamkeiten. Entdeckt, dass der Playmobil-Pirat perfekt als Briefbeschwerer taugt.
Lernen ist wie ein guter Flohmarkt.
Am Anfang siehst du nur Kram. Unübersichtlich. Sinnlos. Aber wenn du dich ein bisschen umschaust, findest du Schätze. Versteckte Perlen. Dinge, die du vorher nie gebraucht hättest, die aber plötzlich dein Leben verändern.
Denk mal drüber nach. Erinnerst du dich an deinen ersten Kuss? Oder ans Fahrradfahren lernen? Das war doch auch ein einziges Chaos. Stürze, rote Ohren, wackelige Beine. Aber irgendwann... *klick*! Plötzlich konntest du es. Die Schublade war aufgeräumt. Der Playmobil-Pirat hatte seinen Platz gefunden.
Oder nehmen wir das Kochen. Rezepte lesen sich kompliziert. Am Anfang verbrennst du alles. Schneidest dich in den Finger. Vergisst das Salz. Aber mit jedem Versuch wird es besser. Die Schublade sortiert sich. Du weißt, welche Gewürze zusammenpassen. Wann das Gemüse gar ist. Und dass man besser ein Pflaster in der Nähe hat.
Albert Einstein soll mal gesagt haben: "Wer noch nie einen Fehler gemacht hat, hat sich noch nie an etwas Neuem versucht."
Und genau das ist der Punkt. Lernen ist nicht perfekt. Es ist nicht sauber. Es ist nicht immer logisch. Es ist ein Prozess. Ein Tanz zwischen Ordnung und Chaos. Ein bisschen so wie das Leben selbst.
Die "Verhaltensänderung" - Pillepalle!
Klar, am Ende ändert sich dein Verhalten. Du kannst plötzlich Fahrrad fahren. Du kannst kochen. Du kannst die französische Revolution erklären (oder zumindest so tun). Aber das ist nur ein Nebenprodukt. Der eigentliche Spaß liegt im Sortieren der Schublade. Im Entdecken der Schätze. Im Herausfinden, dass der Playmobil-Pirat gar nicht so nutzlos ist, wie du dachtest.
Und was ist mit dem Scheitern? Gehört dazu! Ist ein wichtiger Bestandteil des Chaos. Wenn du nie stolperst, sortierst du die Schublade nie richtig auf. Du bleibst bei den Sachen, die du schon kennst. Du verpasst die versteckten Perlen.
Deshalb meine unpopuläre Meinung: Lernen ist nicht das Ziel. Lernen ist der Weg. Ein chaotischer, unordentlicher, aber unglaublich spannender Weg. Und wenn deine Oma das nächste Mal fragt, was du "gelernt" hast, sag ihr einfach: "Ich sortiere gerade meine Schublade, Oma! Und rate mal, was ich gefunden habe..."
Denn, ganz ehrlich, wer weiß schon, was in deiner Schublade schlummert? Vielleicht bist du ja der nächste Nikola Tesla oder die neue Marie Curie. Alles, was du tun musst, ist, ein bisschen Chaos zuzulassen. Und den Playmobil-Piraten nicht zu unterschätzen.
