Defining Clause And Non Defining Clause
Die deutsche Sprache, reich an Nuancen und subtilen Unterscheidungen, fordert uns ständig heraus, präzise und klar zu kommunizieren. Ein besonders interessantes Feld, das oft Anlass zur Verwirrung gibt, ist die Unterscheidung zwischen definierenden und nicht-definierenden Relativsätzen. Diese kleinen Satzgebilde, die scheinbar nur dazu dienen, zusätzliche Informationen zu liefern, haben tatsächlich eine fundamentale Auswirkung auf die Bedeutung und Interpretation des Hauptsatzes. Im Kern geht es darum, ob die Information, die der Relativsatz liefert, unerlässlich ist, um das Bezugswort eindeutig zu identifizieren, oder ob sie lediglich eine ergänzende Bemerkung darstellt.
Definierende Relativsätze: Kern der Identität
Ein definierender Relativsatz, auch notwendiger Relativsatz genannt, ist essentiell für das Verständnis des Hauptsatzes. Er grenzt das Bezugswort ein und spezifiziert es, wodurch erst klar wird, welcher Gegenstand, welche Person oder welcher Sachverhalt gemeint ist. Ohne diesen Relativsatz wäre die Aussage des Hauptsatzes unvollständig oder sogar sinnlos. Betrachten wir folgendes Beispiel:
Das Buch, das ich gestern gekauft habe, ist sehr spannend.
In diesem Fall ist der Relativsatz "das ich gestern gekauft habe" definierend. Er spezifiziert, welches Buch gemeint ist. Ohne diesen Relativsatz wüssten wir nicht, welches Buch genau spannend ist. Es könnte jedes beliebige Buch sein. Der Relativsatz ist also unerlässlich, um das Buch eindeutig zu identifizieren.
Merkmale definierender Relativsätze:
- Sie werden nicht durch Kommas vom Hauptsatz abgetrennt.
- Sie sind notwendig, um das Bezugswort eindeutig zu identifizieren.
- Sie können durch andere Konstruktionen ersetzt werden, die die Bedeutung des Hauptsatzes nicht wesentlich verändern, z.B. durch ein Adjektivattribut: "Das gestern gekaufte Buch ist sehr spannend."
- Sie beginnen oft mit Relativpronomen wie der, die, das, welcher, welche, welches oder Relativadverbien wie wo, wann, warum.
Um die Bedeutung eines definierenden Relativsatzes zu verdeutlichen, kann man sich vorstellen, dass er wie ein Filter wirkt. Er filtert aus einer Menge von möglichen Bezugswörtern genau das eine heraus, das im Hauptsatz gemeint ist. Denken Sie an eine Museumsausstellung: Stellen Sie sich vor, es gibt eine Ausstellung über mittelalterliche Waffen. Eine Vitrine enthält verschiedene Schwerter. Der Satz "Das Schwert, das aus Damaszener Stahl gefertigt ist, ist besonders wertvoll" verwendet einen definierenden Relativsatz, um genau dieses Schwert unter allen anderen ausgestellten Schwertern hervorzuheben. Ohne diesen Relativsatz wäre die Aussage zu allgemein.
Nicht-definierende Relativsätze: Zusätzliche Informationen
Im Gegensatz dazu fügen nicht-definierende Relativsätze, auch zusätzliche oder erläuternde Relativsätze genannt, dem Hauptsatz lediglich zusätzliche Informationen hinzu. Diese Informationen sind zwar interessant, aber nicht notwendig, um das Bezugswort eindeutig zu identifizieren. Der Hauptsatz behält seine Bedeutung auch dann, wenn der Relativsatz weggelassen wird.
Goethe, der in Weimar lebte, war ein bedeutender Dichter.
Hier ist der Relativsatz "der in Weimar lebte" nicht-definierend. Wir wissen bereits, wer Goethe ist. Der Relativsatz fügt lediglich eine zusätzliche Information hinzu, nämlich seinen Wohnort. Der Hauptsatz "Goethe war ein bedeutender Dichter" ist auch ohne den Relativsatz vollständig und verständlich. Der Relativsatz ist also nicht notwendig, um Goethe zu identifizieren.
Merkmale nicht-definierender Relativsätze:
- Sie werden immer durch Kommas vom Hauptsatz abgetrennt.
- Sie sind nicht notwendig, um das Bezugswort eindeutig zu identifizieren.
- Sie können nicht durch andere Konstruktionen ersetzt werden, ohne die Bedeutung des Hauptsatzes wesentlich zu verändern.
- Sie beginnen oft mit Relativpronomen wie der, die, das, welcher, welche, welches oder Relativadverbien wie wo, wann, warum.
Ein nicht-definierender Relativsatz kann man sich wie eine Anekdote vorstellen, die man zu einer bekannten Person erzählt. Sie ändert nichts an der Identität der Person, sondern fügt lediglich eine interessante Detailinformation hinzu. Kehren wir zur Museumsausstellung zurück: Stellen Sie sich vor, es gibt ein Gemälde von Rembrandt. Der Satz "Rembrandt, der auch als Radierer tätig war, ist ein Meister der Lichtgestaltung" verwendet einen nicht-definierenden Relativsatz. Wir wissen, wer Rembrandt ist. Die Information, dass er auch als Radierer tätig war, ist interessant, aber nicht notwendig, um Rembrandt zu identifizieren. Der Hauptsatz "Rembrandt ist ein Meister der Lichtgestaltung" bleibt auch ohne den Relativsatz bestehen.
Die Kommasetzung als entscheidendes Indiz
Der wichtigste und zuverlässigste Indikator für die Unterscheidung zwischen definierenden und nicht-definierenden Relativsätzen ist die Kommasetzung. Definierende Relativsätze werden nicht durch Kommas abgetrennt, während nicht-definierende Relativsätze immer durch Kommas abgetrennt werden. Dies ist eine feste Regel der deutschen Grammatik und sollte unbedingt beachtet werden. Eine falsche Kommasetzung kann die Bedeutung eines Satzes grundlegend verändern und zu Missverständnissen führen.
Die Bedeutung für die Besucherführung im Museum
Die korrekte Verwendung von definierenden und nicht-definierenden Relativsätzen ist auch für die Gestaltung von Texten in Museen von großer Bedeutung. Schilder, Beschriftungen und Audioguides müssen präzise und verständlich sein, um den Besuchern die Informationen zu vermitteln, die sie benötigen. Nehmen wir an, ein Museum zeigt eine Sammlung von römischen Münzen. Eine Beschriftung könnte lauten:
Die Münzen, die in Silber geprägt wurden, sind besonders wertvoll.
Dies wäre ein definierender Relativsatz. Er grenzt die wertvollen Münzen auf die in Silber geprägten ein. Wenn das Museum aber nur eine Sammlung von in Silber geprägten Münzen zeigt, wäre der Relativsatz nicht-definierend:
Die Münzen, die in Silber geprägt wurden, sind besonders wertvoll.
Hier fügt der Relativsatz lediglich eine zusätzliche Information hinzu, da bereits alle Münzen in Silber geprägt sind. Die Kommas signalisieren dem Besucher, dass die Information nicht notwendig ist, um die Münzen zu identifizieren. Eine falsche Kommasetzung könnte zu Verwirrung führen und das Verständnis der Besucher beeinträchtigen. Die sorgfältige Auswahl und Gestaltung von Relativsätzen trägt somit maßgeblich zur Qualität der Vermittlung und zum positiven Erlebnis der Museumsbesucher bei.
Fazit: Präzision für Klarheit und Verständlichkeit
Die Unterscheidung zwischen definierenden und nicht-definierenden Relativsätzen mag auf den ersten Blick kompliziert erscheinen. Doch durch das Verständnis ihrer Funktion und Merkmale, insbesondere der Bedeutung der Kommasetzung, können wir unsere sprachliche Ausdrucksfähigkeit deutlich verbessern. Diese Präzision ist nicht nur für akademische Arbeiten und formelle Texte von Bedeutung, sondern auch für die alltägliche Kommunikation. Sie ermöglicht uns, unsere Gedanken klar und verständlich auszudrücken und Missverständnisse zu vermeiden. In Museen, wo Wissensvermittlung im Vordergrund steht, ist die korrekte Anwendung dieser grammatischen Regeln unerlässlich, um den Besuchern ein informatives und bereicherndes Erlebnis zu bieten. Die bewusste Auseinandersetzung mit definierenden und nicht-definierenden Relativsätzen ist somit ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer präzisen und wirkungsvollen Kommunikation.
