Dem Auge Fern Dem Herzen Ewig Nah
Okay, Leute, mal ehrlich. Wir alle kennen diesen Spruch: "Aus den Augen, aus dem Sinn." Oder auf Deutsch, für die, die’s lieber international mögen: "Dem Auge fern, dem Herzen ewig nah." Aber… ist das wirklich so?
Ich wage es, eine vielleicht etwas unpopuläre Meinung zu äußern: Manchmal, nur manchmal, ist es eben doch "Aus den Augen, aus dem Sinn." Sorry, Romantiker!
Klar, bei der Oma ist das was anderes. Die sieht man vielleicht nur zu Weihnachten, aber das Telefonat am Sonntag ist heilig. Da fühlt man sich nah, egal wie viele Kilometer zwischen euch liegen. Oder die beste Freundin aus der Sandkiste. Mit der kann man jahrelang keinen Kontakt haben und trotzdem, wenn man sich wiedersieht, ist es, als wäre nie eine Pause gewesen.
Aber was ist mit dem Rest?
Was ist mit dem Kollegen, den man in der alten Firma total dufte fand? Mit dem man jeden Mittag in der Kantine verbracht hat? Ehrlich gesagt, nachdem man den Job gewechselt hat… vergesse ich den manchmal. Nicht böse gemeint, liebe alte Kollegen, aber das Leben ist eben schnelllebig!
Oder der Typ, den man im Urlaub kennengelernt hat? Supernette Strandbekanntschaft, versprochen, in Kontakt zu bleiben… tja. WhatsApp-Nummer ausgetauscht, ein paar Emojis hin und hergeschickt, und dann? Funkstille. War halt doch nur eine Urlaubsromanze.
Die Macht der sozialen Medien
Und dann sind da noch die sozialen Medien. Man "folgt" sich gegenseitig, "liked" brav die Urlaubsfotos… aber ist das wirklich Nähe? Ich behaupte: Nicht immer! Manchmal ist es eher eine Performance. Eine digitale Fassade.
Ich meine, wie oft scrollen wir durch den Feed und denken: "Wow, dem geht's ja super!" und vergessen dabei, dass jeder nur die Rosinen seines Lebens online präsentiert?
"Das Auge sieht, was es sehen will."
Also, ich sage nicht, dass der Spruch "Dem Auge fern, dem Herzen ewig nah" komplett falsch ist. Es gibt definitiv Beziehungen, die die Distanz überwinden. Echte, tiefe Beziehungen. Aber wir sollten uns nicht vormachen, dass jede Bekanntschaft, jeder Kontakt automatisch zu einer solchen Beziehung wird.
Manchmal ist es okay, jemanden aus den Augen zu verlieren. Manchmal ist es sogar notwendig. Weil man sich weiterentwickelt, weil sich die Interessen ändern, weil das Leben eben neue Wege geht.
Es ist nicht böse gemeint. Es ist einfach menschlich.
Ein Plädoyer für ehrliche Distanz
Vielleicht sollten wir ehrlich zu uns selbst sein und zugeben, dass nicht jeder, den wir mal mochten, für immer in unserem Herzen bleiben muss. Dass es okay ist, wenn der Kontakt einschläft. Dass es nicht bedeutet, dass man ein schlechter Mensch ist, wenn man jemanden "vergisst".
Konzentrieren wir uns lieber auf die Beziehungen, die wirklich wichtig sind. Die, die auch über Distanz hinweg Bestand haben. Die, bei denen man sich auch nach langer Zeit noch verbunden fühlt. Die sind es wert, gepflegt zu werden!
Und für alle anderen? Ein freundliches Lächeln in der Erinnerung. Und die Erkenntnis, dass das Leben weitergeht. Manchmal eben auch ohne sie.
Vielleicht ist es ja doch so: Manchmal ist "Dem Auge fern, dem Herzen egal." Nur meine unpopuläre Meinung, versteht sich.
Aber hey, vielleicht liege ich ja auch komplett falsch. Was meint ihr?
