Demenzkranker Läuft Weg Und Stirbt Betreuer Vor Gericht
Ach du liebe Zeit! Das Thema Demenz ist ja nun wirklich kein Zuckerschlecken. Aber mal ehrlich, wer hat noch nie gedacht: "Bloß nicht, wenn ich mal alt bin!"? Und dann liest man Schlagzeilen wie: "Demenzkranker Läuft Weg Und Stirbt – Betreuer Vor Gericht." Puh, da kriegt man schon ein mulmiges Gefühl, oder?
Jetzt mal ganz ketzerisch gefragt: Wer von uns, der noch einigermaßen klar im Kopf ist, hat nicht schon mal kurzfristig beschlossen, einfach abzuhauen? Nur mal kurz die Nase in den Wind zu halten, ohne dass jemand fragt: "Wo gehst du hin? Hast du auch die Jacke an?" Der Unterschied ist natürlich, dass wir (meistens) wieder zurückfinden. Und das ist eben der Knackpunkt.
Verantwortung: Ja, Aber…
Klar, die Betreuer haben eine Verantwortung. Niemand bestreitet das. Sie sollen aufpassen, dass den ihnen Anvertrauten nichts passiert. Logisch. Aber Hand aufs Herz: Ist das wirklich immer 100%ig möglich? Ich meine, wir reden hier von Menschen mit Demenz. Die können manchmal ganz schön fix sein, schneller als man "Hilfe!" rufen kann.
Und dann kommt noch dazu, dass die Betreuung oft unterbesetzt ist. Stellen wir uns vor, eine Betreuerin muss sich um zehn Leute kümmern, von denen die Hälfte gerade glaubt, sie müssten zum Nordpol wandern. Wie soll das gehen? Da wünscht man sich doch glatt einen Klon!
Die Sache mit der Freiheit
Das mag jetzt eine unpopuläre Meinung sein, aber: Ein bisschen Freiheit muss doch sein, oder? Auch im Alter. Auch mit Demenz. Natürlich nicht komplett ohne Aufsicht. Aber vielleicht ein Spaziergang im Garten, ohne dass sofort jemand hinterherhechelt. Eine kleine Solo-Tour zum Briefkasten. Einfach mal das Gefühl haben, selbstbestimmt zu sein.
Ich weiß, ich weiß, das ist riskant. Aber was ist die Alternative? Komplett entmündigen? Den ganzen Tag im Sessel sitzen, ohne jeden Reiz? Ich glaube, das ist auch keine Lösung.
"Die Würde des Menschen ist unantastbar."Das steht ja schließlich im Grundgesetz. Gilt das auch für Menschen mit Demenz? Ich finde schon.
Vor Gericht: Wer trägt die Schuld?
Und dann stehen die Betreuer vor Gericht. Weil jemand weggelaufen ist und gestorben ist. Das ist natürlich furchtbar. Aber ist es wirklich allein die Schuld der Betreuer? Oder ist es nicht eher ein systemisches Problem? Zu wenig Personal, zu wenig Geld, zu wenig Verständnis für die Bedürfnisse der Betroffenen?
Klar, man muss die Umstände genau prüfen. War es Fahrlässigkeit? Hat man alle Vorkehrungen getroffen? Aber lasst uns bitte nicht vergessen, dass da Menschen arbeiten, die ihr Bestes geben. Und dass Demenz eine Krankheit ist, die unberechenbar sein kann.
Eine Freundin von mir arbeitet in einem Pflegeheim. Sie erzählte mir mal von einem Bewohner, der ständig versucht hat, aus dem Fenster zu klettern. Egal, was sie gemacht hat, er hat immer wieder einen Weg gefunden. Irgendwann hat sie ihm dann erlaubt, im Garten an einem bestimmten Platz zu buddeln. Und siehe da: Er war zufrieden und hat aufgehört, aus dem Fenster zu klettern. Manchmal braucht es einfach ein bisschen Kreativität.
Was können wir tun?
Anstatt mit dem Finger auf die Betreuer zu zeigen, sollten wir uns lieber fragen: Was können wir als Gesellschaft tun, um die Situation für alle Beteiligten zu verbessern? Mehr Geld für die Pflege? Bessere Aus- und Weiterbildung für das Personal? Mehr Akzeptanz und Verständnis für Menschen mit Demenz?
Vielleicht sollten wir auch mal über neue Wohnformen nachdenken. Wohngemeinschaften, in denen Menschen mit und ohne Demenz zusammenleben. Oder Dörfer, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz zugeschnitten sind. Da gibt es so viele tolle Ideen!
Und ganz ehrlich: Vielleicht sollten wir alle mal ein bisschen mehr Zeit mit unseren älteren Mitmenschen verbringen. Einfach mal zuhören, was sie zu erzählen haben. Denn auch wenn der Kopf manchmal nicht mehr so richtig mitmacht, im Herzen sind sie immer noch dieselben Menschen.
Also, lasst uns nicht nur über die tragischen Fälle reden, sondern auch über die vielen kleinen Erfolge, die jeden Tag in der Pflege passieren. Und lasst uns vor allem die Menschen wertschätzen, die sich jeden Tag um unsere älteren Mitmenschen kümmern. Denn das ist wirklich kein einfacher Job. Danke an alle Betreuer! Und hoffen wir, dass keiner von uns eines Tages vor Gericht steht, weil das Unvorhersehbare passiert ist.
Vielleicht ist meine Meinung dazu etwas… gewagt. Aber ich bin der festen Überzeugung: Wir brauchen mehr Menschlichkeit und weniger Schuldzuweisungen im Umgang mit Demenz.
