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Der Besuch Der Alten Dame 3. Akt Analyse


Der Besuch Der Alten Dame 3. Akt Analyse

Der dritte Akt von Friedrich Dürrenmatts Der Besuch der alten Dame ist nicht nur der dramatische Höhepunkt des Stücks, sondern bietet auch eine Fülle an Interpretationsansätzen, die sich hervorragend für eine didaktische Auseinandersetzung eignen. Eine Analyse dieses Akts, insbesondere unter Berücksichtigung des Bühnenbilds, der sprachlichen Gestaltung und der psychologischen Dynamiken, kann den Schülerinnen und Schülern (SuS) ein tiefes Verständnis für die Mechanismen von Macht, Schuld und Vergebung vermitteln.

Die Inszenierung als Spiegel der Verhältnisse

Betrachtet man den dritten Akt im Kontext einer möglichen Ausstellung, so wäre das Bühnenbild ein zentrales Exponat. Die Veränderungen in Güllen, die sich im Laufe des Stücks vollziehen, spiegeln sich auch in der Bühnenausstattung wider. Im dritten Akt, nach dem symbolischen Mord an Ill, ist Güllen nicht mehr die heruntergekommene Kleinstadt des ersten Aktes. Die Läden florieren, die Bürger tragen neue Schuhe, und der Wohlstand ist allgegenwärtig. Diese Transformation, die durch Ills Tod erkauft wurde, ließe sich in einer Ausstellung durch kontrastierende Fotografien oder Modelle darstellen: Güllen vor und nach dem Mord. Solche visuellen Elemente würden die SuS unmittelbar mit der korrumpierenden Wirkung des Geldes konfrontieren.

Ein weiteres Exponat könnte sich der Analyse der Requisiten widmen. Die neuen Schuhe, das Zigarrenetui, der Scheck von Claire Zachanassian – all diese Gegenstände sind nicht nur dekorative Elemente, sondern symbolische Träger der Handlung. Sie verdeutlichen die Komplizenschaft der Güllener und ihre Bereitschaft, für materiellen Gewinn moralische Prinzipien zu opfern. Eine Ausstellung, die diese Requisiten in den Mittelpunkt rückt, könnte beispielsweise interaktive Stationen anbieten, in denen die SuS die Bedeutung der einzelnen Gegenstände diskutieren und ihre eigenen Interpretationen entwickeln.

Die Sprache als Waffe und Maske

Die sprachliche Gestaltung des dritten Akts ist von besonderer Bedeutung. Dürrenmatt verwendet eine präzise und oft zynische Sprache, um die inneren Konflikte der Charaktere und die gesellschaftlichen Verhältnisse zu beleuchten. Die Dialoge zwischen Ill und dem Bürgermeister, zwischen Ill und seiner Familie, zwischen Claire und den Güllenern sind von doppelbödigen Aussagen und versteckten Drohungen geprägt. Eine Ausstellung könnte diese sprachlichen Feinheiten durch Hörstationen oder interaktive Textanalysen zugänglich machen.

Ein Beispiel hierfür ist die berühmte Szene, in der der Bürgermeister Ill über den bevorstehenden Mord aufklärt. Die Rhetorik des Bürgermeisters ist geprägt von Heuchelei und Rationalisierung. Er versucht, den Mord als Akt der Gerechtigkeit und Notwendigkeit darzustellen, um sein eigenes Gewissen zu beruhigen. Eine Analyse dieser Szene, in der die SuS die Argumentationsmuster des Bürgermeisters entlarven, könnte ihnen helfen, manipulative Sprachstrategien zu erkennen und kritisch zu hinterfragen.

Bürgermeister: "Ill, wir sind arme Leute. Aber wir haben unsere Ehre behalten. Und unsere Menschlichkeit."

Dieser Satz, der kurz vor der Ankündigung des Todesurteils fällt, ist ein Paradebeispiel für die Verlogenheit der Güllener. Er zeigt, wie sie ihre moralischen Bedenken durch leere Phrasen und Selbstbetrug überdecken.

Psychologische Abgründe und moralische Dilemmata

Der dritte Akt bietet auch eine tiefgehende Auseinandersetzung mit den psychologischen Abgründen der Charaktere. Ills Entwicklung vom verängstigten Opfer zum reuigen Sünder ist ein zentraler Aspekt des Stücks. Seine Akzeptanz des Todes, seine Versöhnung mit seiner Vergangenheit und seine letztendliche Würde machen ihn zu einer tragischen Figur. Eine Ausstellung könnte Ills psychologische Entwicklung durch eine interaktive Zeitleiste oder eine Videoinstallation darstellen, in der Schauspieler verschiedene Phasen seines Wandels verkörpern.

Auch die Motive der Güllener, die sich nach und nach dem Druck der Gemeinschaft beugen und bereit sind, Ill zu töten, sind Gegenstand einer näheren Betrachtung wert. Die Angst vor dem sozialen Abstieg, die Gier nach materiellem Wohlstand und die Komplizenschaft in der Gruppe sind Faktoren, die zu ihrer moralischen Verfehlung beitragen. Eine Ausstellung könnte diese Motive durch Fallstudien oder Rollenspiele untersuchen, in denen die SuS sich in die Lage der Güllener versetzen und ihre Entscheidungen diskutieren.

Die Figur der Claire Zachanassian, die im dritten Akt ihre Rache vollendet, ist eine ambivalente Gestalt. Einerseits ist sie die Rächerin einer alten Ungerechtigkeit, andererseits ist sie auch eine skrupellose Machtfigur, die ihre finanziellen Mittel einsetzt, um die Güllener zu korrumpieren. Eine Ausstellung könnte die Ambivalenz von Claires Charakter durch eine Gegenüberstellung ihrer positiven und negativen Eigenschaften verdeutlichen. Die SuS könnten beispielsweise Argumente für und gegen Claires Handlungen sammeln und diskutieren.

Die Auseinandersetzung mit Schuld und Vergebung

Ein zentrales Thema des dritten Akts ist die Frage nach Schuld und Vergebung. Ills Schuld an Claires Unglück ist unbestritten, aber seine Reue und seine Bereitschaft, die Konsequenzen zu tragen, werfen die Frage auf, ob ihm Vergebung zusteht. Die Güllener, die sich durch ihre Tat schuldig machen, müssen ebenfalls mit den Konsequenzen ihrer Handlungen leben. Eine Ausstellung könnte die SuS dazu anregen, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und ihre eigenen Antworten zu finden.

Eine interaktive Station könnte beispielsweise ein Forum bieten, in dem die SuS ihre Meinungen zu Ills Schuld und Claires Rache austauschen können. Eine weitere Station könnte sich der Frage widmen, ob Vergebung möglich ist, und welche Bedingungen dafür erfüllt sein müssen.

Die Besucherperspektive: Interaktivität und Reflexion

Um den Besuchern ein optimales Lernerlebnis zu bieten, sollte die Ausstellung interaktiv und reflexiv gestaltet sein. Die SuS sollten nicht nur passive Konsumenten von Informationen sein, sondern aktiv an der Auseinandersetzung mit dem Stück teilnehmen. Dies kann durch verschiedene Methoden erreicht werden, wie zum Beispiel:

  • Rollenspiele: Die SuS können in die Rollen der Charaktere schlüpfen und Schlüsselszenen des dritten Akts nachspielen.
  • Diskussionsrunden: Die SuS können ihre Meinungen zu den moralischen Dilemmata des Stücks austauschen und ihre eigenen Standpunkte entwickeln.
  • Kreative Schreibaufgaben: Die SuS können eigene Texte verfassen, die sich mit den Themen des Stücks auseinandersetzen, wie zum Beispiel Gedichte, Kurzgeschichten oder Essays.
  • Medienprojekte: Die SuS können eigene Videos oder Podcasts produzieren, in denen sie ihre Interpretationen des Stücks präsentieren.

Darüber hinaus sollte die Ausstellung den Besuchern die Möglichkeit geben, ihre eigenen Erfahrungen und Perspektiven einzubringen. Dies kann durch Kommentarfelder, Umfragen oder Feedback-Stationen erreicht werden. Auf diese Weise wird die Ausstellung zu einem lebendigen und dynamischen Lernort, der die SuS dazu anregt, kritisch zu denken und ihre eigenen Werte zu hinterfragen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der dritte Akt von Der Besuch der alten Dame ein vielschichtiges Werk ist, das sich hervorragend für eine didaktische Auseinandersetzung eignet. Eine Ausstellung, die die Inszenierung, die Sprache, die psychologischen Dynamiken und die moralischen Dilemmata des Stücks in den Mittelpunkt rückt und gleichzeitig auf Interaktivität und Reflexion setzt, kann den SuS ein tiefes Verständnis für die Mechanismen von Macht, Schuld und Vergebung vermitteln und sie dazu anregen, kritisch über die gesellschaftlichen Verhältnisse nachzudenken.

Wichtig: Bei der Konzeption einer solchen Ausstellung sollte stets darauf geachtet werden, die historischen und sozialen Kontexte des Stücks zu berücksichtigen. Dürrenmatts Werk ist nicht nur eine Kritik an der Gier und der Korruption, sondern auch eine Auseinandersetzung mit den Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs und der Frage nach der individuellen Verantwortung in einer moralisch verkommenen Welt.

Die Auseinandersetzung mit Der Besuch der alten Dame kann den SuS nicht nur literarische Kompetenzen vermitteln, sondern sie auch dazu befähigen, sich kritisch mit ihrer eigenen Lebenswelt auseinanderzusetzen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.

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