page hit counter

Der Krieg Von Georg Heym


Der Krieg Von Georg Heym

Hallo liebe Reisefreunde und Kulturinteressierte! Heute möchte ich euch auf eine etwas andere Art von Reise mitnehmen, nämlich in die düstere, aber faszinierende Welt der deutschen Expressionisten. Genauer gesagt, möchte ich euch das Gedicht „Der Krieg“ von Georg Heym näherbringen. Warum ein Gedicht, fragt ihr euch vielleicht? Nun, für mich ist es wie eine Zeitmaschine, die uns in eine Epoche katapultiert, in der die Welt im Umbruch war und die Künstler versuchten, diese tiefgreifenden Veränderungen in ihren Werken einzufangen.

Ich erinnere mich noch genau, als ich das erste Mal über Heyms „Der Krieg“ gestolpert bin. Ich war in einem kleinen Antiquariat in Berlin, umgeben von alten Büchern mit vergilbten Seiten und dem unverkennbaren Duft von Geschichte. Ich blätterte in einer Anthologie expressionistischer Lyrik und plötzlich sprang mir dieses Gedicht ins Auge. Die Sprache war so kraftvoll, so bildgewaltig, so anders als alles, was ich bis dahin gelesen hatte. Es war, als würde man direkt in die Apokalypse hineinblicken.

Lasst uns das Gedicht einmal genauer betrachten. Es beginnt mit den berühmten Zeilen:

Aufgestanden ist er, welcher lange schlief,
Aufgestanden unten aus Gewölben tief.
In stummer Stadt begann er sein Gericht.

„Aufgestanden ist er, welcher lange schlief“. Wer ist dieser „er“? Heym personifiziert den Krieg als eine schlafende Bestie, die nun erwacht und sich erhebt. Man spürt sofort die düstere Atmosphäre, die von dem Gedicht ausgeht. Es ist kein glorreicher Krieg, wie er vielleicht in nationalistischen Erzählungen dargestellt wird. Es ist etwas Dunkles, Unheimliches, etwas, das aus den Tiefen der Erde emporsteigt.

Ich stelle mir dabei immer vor, wie ich durch eine verlassene Stadt gehe, in der sich der Krieg wie ein Schatten erhebt. Die Gewölbe, aus denen er kommt, könnten die Keller der Geschichte sein, die gefüllt sind mit den Schrecken vergangener Konflikte. Und in dieser "stummen Stadt" beginnt sein Gericht. Es ist eine Stille vor dem Sturm, eine beklemmende Vorahnung dessen, was kommen wird.

Im weiteren Verlauf des Gedichts wird der Krieg immer konkreter und gewaltiger beschrieben:

Und wächst in Morgenröte, rot von Blut,
Zu seinem Knie ergreift er schon die Flut.
Der ganzen Himmel ist voll Blutgeschrei,

Das Bild der „Morgenröte, rot von Blut“ ist unglaublich eindrücklich. Die Sonne, die normalerweise Leben und Hoffnung symbolisiert, wird hier durch das Blut des Krieges verunreinigt. Der Krieg ergreift die Flut, er breitet sich aus, er verschlingt alles. Und der Himmel ist erfüllt von "Blutgeschrei". Man hört förmlich die Schreie der Verwundeten, die Klagen der Hinterbliebenen.

Heym malt ein apokalyptisches Szenario, in dem der Krieg alles Leben vernichtet. Die Städte werden zu Ruinen, die Menschen zu blutenden Leichen. Es ist eine brutale, schonungslose Darstellung der Realität des Krieges.

Ein besonders eindringliches Bild ist das des Gottes Baals:

Baal brüllt. Die Bäume stürzen, die Dächer knicken.

Baal, eine heidnische Gottheit, wird hier als eine zerstörerische Kraft dargestellt, die den Krieg anführt. Die Bäume stürzen, die Dächer knicken – alles wird dem Erdboden gleichgemacht. Es ist ein Bild der totalen Verwüstung.

Ich habe mich oft gefragt, was Heym dazu bewogen hat, dieses Gedicht zu schreiben. Er war ein junger Mann, der am Vorabend des Ersten Weltkriegs lebte. Er spürte die drohende Gefahr, die über Europa hing. Er sah die Kriegstreiberei, den Nationalismus, die blinde Begeisterung für militärische Stärke. Und er verstand, dass der Krieg nicht etwas Glorreiches ist, sondern etwas Schreckliches, etwas Zerstörerisches.

Heym selbst erlebte den Krieg nicht. Er ertrank bereits 1912 bei einem Eisunfall auf der Havel. Doch sein Gedicht „Der Krieg“ wurde zu einem prophetischen Mahnmal, das die Schrecken des Ersten Weltkriegs und aller folgenden Kriege vorwegnahm. Es ist eine Warnung vor der menschlichen Grausamkeit, vor der zerstörerischen Kraft des Krieges.

Was können wir als Reisende und Touristen aus diesem Gedicht lernen? Ich denke, es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass die Orte, die wir besuchen, oft eine lange und bewegte Geschichte haben. Viele Städte und Regionen wurden im Laufe der Jahrhunderte von Kriegen heimgesucht. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern und die Opfer dieser Kriege zu ehren.

Wenn ihr zum Beispiel Berlin besucht, solltet ihr euch die Zeit nehmen, das Brandenburger Tor anzusehen, das im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt wurde. Oder besucht das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, ein ergreifendes Mahnmal für die Gräueltaten des Holocaust. Diese Orte erinnern uns daran, dass der Frieden keine Selbstverständlichkeit ist und dass wir uns immer wieder für ihn einsetzen müssen.

Auch wenn „Der Krieg“ ein düsteres Gedicht ist, so ist es doch auch ein wichtiges Gedicht. Es erinnert uns daran, die Vergangenheit nicht zu vergessen und uns für eine bessere Zukunft einzusetzen. Und vielleicht können wir als Reisende und Touristen einen kleinen Beitrag dazu leisten, indem wir uns bewusst mit der Geschichte der Orte auseinandersetzen, die wir besuchen, und uns für den Frieden engagieren.

Wo findet man weitere Informationen über Georg Heym und den Expressionismus?

Museen und Ausstellungen

In vielen deutschen Museen gibt es Sammlungen expressionistischer Kunst. Besonders empfehlenswert sind das Brücke-Museum in Berlin und das Lenbachhaus in München.

Bücher und Anthologien

Es gibt zahlreiche Bücher und Anthologien, die sich mit dem Expressionismus befassen. Eine gute Einführung ist das Buch „Der Expressionismus“ von Norbert Wolf.

Online-Ressourcen

Im Internet gibt es viele Websites und Online-Archive, die Informationen über Georg Heym und den Expressionismus bieten. Sucht einfach nach „Georg Heym“ oder „Expressionismus“ und ihr werdet fündig.

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem kleinen Ausflug in die Welt der expressionistischen Lyrik inspirieren. Und wer weiß, vielleicht nehmt ihr ja bei eurer nächsten Reise ein Gedicht von Georg Heym mit in den Koffer. Es könnte euren Blick auf die Welt verändern. Bis zum nächsten Mal und denkt daran: Reisen bildet!

Eure reiselustige Kulturfreundin,

Anna

Der Krieg Von Georg Heym "Der Krieg". Georg Heym, Umbra Vitae, München 1924, S. 03
smb.museum-digital.de
Der Krieg Von Georg Heym Georg Heym, der Krieg - Docsity
www.docsity.com
Der Krieg Von Georg Heym Bild und Sprache im Expressionismus anhand der Gemälde "Kämpfende
www.grin.com
Der Krieg Von Georg Heym Heym, Georg - Der Krieg - Gedichtvergleich mit Grodek (Georg Trakl
www.grin.com
Der Krieg Von Georg Heym Heym, Georg - Der Krieg - GRIN | Grin
www.grin.com
Der Krieg Von Georg Heym georg heym krieg: Bücher - ZVAB
www.zvab.com
Der Krieg Von Georg Heym Gedichtanalyse: Der Krieg (1911) von Georg Heym
dokumente-online.com
Der Krieg Von Georg Heym Georg Heym „Der Krieg" - YouTube
www.youtube.com
Der Krieg Von Georg Heym Georg Heym: Der Krieg Analyse by deutsch präsentation on Prezi
prezi.com
Der Krieg Von Georg Heym Georg Heym: Der Krieg by S Flaum on Prezi
prezi.com
Der Krieg Von Georg Heym Georg Heym (1887-1912)
www.yumpu.com
Der Krieg Von Georg Heym Heym, Georg - Der Krieg - GRIN | Grin
www.grin.com
Der Krieg Von Georg Heym Georg Heym: Der Krieg
gedichtefreund.de
Der Krieg Von Georg Heym Georg Heyms Gedicht " Der Krieg". Handschriften und Dokumente
www.buchfreund.de
Der Krieg Von Georg Heym georg heym krieg - ZVAB
www.zvab.com
Der Krieg Von Georg Heym georg heym krieg - ZVAB
www.zvab.com
Der Krieg Von Georg Heym Der Krieg ‒ Nach einem Gedicht von Georg Heym - YouTube
www.youtube.com
Der Krieg Von Georg Heym georg heym krieg - ZVAB
www.zvab.com

ähnliche Beiträge: