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Der Sandmann Nathanael Charakterisierung Mit Textstellen


Der Sandmann Nathanael Charakterisierung Mit Textstellen

Willkommen, liebe Leserinnen und Leser! Tauchen Sie mit uns ein in die düstere und faszinierende Welt von E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann". Diese berühmte Erzählung ist nicht nur ein Meisterwerk der deutschen Romantik, sondern wirft auch tiefe Einblicke in die menschliche Psyche. Im Zentrum steht Nathanael, eine tragische Figur, deren Leben von Kindheitstraumata und Wahnvorstellungen geprägt ist. Lassen Sie uns Nathanaels Charakter gemeinsam anhand von Textstellen genauer unter die Lupe nehmen.

Nathanael: Eine Einführung

Nathanael ist der Protagonist von "Der Sandmann" und sein Schicksal bestimmt den Verlauf der gesamten Geschichte. Er ist ein junger Mann, dessen Leben von einer traumatischen Kindheitserinnerung überschattet ist: der vermeintliche Sandmann, den er mit dem unheimlichen Advokaten Coppelius identifiziert. Diese frühe Erfahrung prägt ihn nachhaltig und führt zu einer zunehmenden psychischen Instabilität. Im Laufe der Erzählung wird deutlich, dass Nathanaels Wahrnehmung der Realität verzerrt ist und er Schwierigkeiten hat, zwischen Fantasie und Wirklichkeit zu unterscheiden. Er ist ein sensibler und leicht beeinflussbarer Charakter, der von seinen Ängsten und Obsessionen getrieben wird.

Die Kindheitstrauma: Der Sandmann und Coppelius

Der Grundstein für Nathanaels psychische Probleme wird in seiner Kindheit gelegt. Die Angst vor dem Sandmann, den seine Amme als eine unheimliche Gestalt beschreibt, die Kindern die Augen stiehlt, vermischt sich in Nathanaels Vorstellung mit der Figur des Advokaten Coppelius. Coppelius, der regelmäßig Nathanaels Vater besucht, wird für ihn zur Verkörperung des Bösen und des Schreckens. Eine entscheidende Textstelle, die Nathanaels Trauma verdeutlicht, findet sich gleich zu Beginn der Erzählung in Nathanaels Brief an Lothar:

"Weißt du es noch, lieber Lothar? Ich habe als kleiner Knabe, da meine Mutter mich zu Bette brachte, dir gar oft von dem Sandmann erzählt, den ich gar gräulich fand, und vor dem ich mich immer ängstete, wenn ich mich zur Ruh' begeben sollte. […] ich kann dir versichern, dass das Bild des schrecklichen Sandmanns mich noch bis auf diese Stunde verfolgt und grausam ängstigt."

Diese Zeilen zeigen deutlich, wie tief die Angst vor dem Sandmann in Nathanael verwurzelt ist. Er beschreibt, wie ihn das Bild des schrecklichen Sandmanns bis in die Gegenwart verfolgt und ängstigt. Die Wiederkehr von Coppelius in seinem Leben verstärkt diese Angst und löst einen Teufelskreis aus.

Liebe und Wahn: Olimpia und Clara

Nathanaels Beziehungen zu Frauen sind von seinen psychischen Problemen stark beeinflusst. Er ist hin- und hergerissen zwischen der vernünftigen und bodenständigen Clara und der mechanischen und unheimlichen Olimpia. Clara repräsentiert Vernunft und Realitätssinn, während Olimpia Nathanaels Fantasie und seinen Wahnvorstellungen entspringt.

Seine Beziehung zu Olimpia ist besonders aufschlussreich für Nathanaels Charakter. Er verliebt sich in die leblose Puppe, weil er in ihr ein Idealbild der Frau sieht, das seinen eigenen Bedürfnissen und Projektionen entspricht. Er idealisiert Olimpia und blendet ihre offensichtliche Künstlichkeit aus. Eine Textstelle, die dies verdeutlicht, ist Nathanaels Beschreibung von Olimpia während des Balls:

"Olimpia saß, wie sonst immer, ganz still und unbeweglich; aber nur von ferne konnte man es bemerken, denn ihre Augen bewegten sich immer fortwährend hin und her, als ob sie auf alles, was um sie herum vorging, acht hätten. […] Nathanael war von Olimpias holdem Wesen aufs höchste entzückt; er schaltete und sprach mit ihr, und sie gab ihm zu jeder Rede einige sinnvolle Antworten."

Nathanael nimmt Olimpias Starre und Unbeweglichkeit nicht wahr oder interpretiert sie positiv. Er deutet ihre einfachen Antworten als Zeichen von Intelligenz und Verständnis. Diese verzerrte Wahrnehmung zeigt, wie weit sich Nathanael von der Realität entfernt hat.

Im Kontrast dazu steht seine Beziehung zu Clara. Clara versucht, Nathanael zur Vernunft zu bringen und ihn von seinen Ängsten zu befreien. Sie ist eine starke und unabhängige Frau, die Nathanaels Wahnvorstellungen kritisch hinterfragt. Doch Nathanael ist nicht in der Lage, Claras Vernunft anzunehmen. Er sieht in ihr eine Bedrohung seiner eigenen Welt und idealisiert stattdessen die leblose Olimpia.

Der Verlust der Realität: Wahnsinn und Tod

Im Laufe der Erzählung verliert Nathanael zunehmend den Bezug zur Realität. Seine Angst vor Coppelius und seine Obsession für Olimpia führen ihn in den Wahnsinn. Der Höhepunkt dieser Entwicklung ist Nathanaels Tod, der durch einen erneuten Auftritt von Coppelius ausgelöst wird. Auf dem Rathausturm in G. erblickt Nathanael Coppelius und verfällt in einen Wahn, der ihn dazu bringt, Clara vom Turm zu stoßen. Im letzten Moment wird Clara gerettet, aber Nathanael stürzt sich selbst in den Tod. Eine entscheidende Textstelle, die Nathanaels Wahnsinn kurz vor seinem Tod verdeutlicht, ist:

"‘Ha! – holde Olimpia! – Holde Augen! – Holde Augen! – Coppelius kommt! – Coppelius kommt! – Holde Augen! – Holde Augen!‘"

Diese Worte zeigen, dass Nathanael in seinen letzten Momenten von seinen Obsessionen beherrscht wird. Er sieht Olimpia und Coppelius vor sich und verliert vollständig die Kontrolle über sich selbst. Sein Tod ist das tragische Ergebnis seiner psychischen Instabilität und seiner Unfähigkeit, mit seinen Ängsten umzugehen.

Fazit: Nathanael als tragische Figur

Nathanael ist eine tragische Figur, deren Leben von Kindheitstraumata und Wahnvorstellungen geprägt ist. Er ist ein Opfer seiner eigenen Ängste und seiner verzerrten Wahrnehmung der Realität. Seine Beziehungen zu Frauen sind von seinen psychischen Problemen stark beeinflusst und führen letztendlich zu seinem Untergang. "Der Sandmann" ist somit nicht nur eine Schauergeschichte, sondern auch eine tiefgründige Auseinandersetzung mit den Abgründen der menschlichen Psyche.

Zusammenfassend lässt sich Nathanaels Charakter wie folgt beschreiben:

  • Traumatisiert: Geprägt von der Kindheitserinnerung an den Sandmann/Coppelius.
  • Sensibel und leicht beeinflussbar: Anfällig für Ängste und Wahnvorstellungen.
  • Realitätsfern: Schwierigkeiten, zwischen Fantasie und Wirklichkeit zu unterscheiden.
  • Obsessiv: Fixiert auf Olimpia und seine Ängste.
  • Psychisch instabil: Anfällig für Wahnsinn und Depressionen.

Wir hoffen, diese Charakterisierung hat Ihnen geholfen, Nathanael und seine tragische Geschichte besser zu verstehen. "Der Sandmann" ist eine faszinierende Erzählung, die auch heute noch zum Nachdenken anregt und uns die Abgründe der menschlichen Seele vor Augen führt. Tauchen Sie ein in diese Welt und lassen Sie sich von E.T.A. Hoffmanns Sprachgewalt und seiner psychologischen Tiefe fesseln!

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