Der Sohn Meines Cousins Ist Mein
Ich weiß, ich weiß. Das ist ein bisschen...wild. Aber hört mir mal zu! Der Sohn meines Cousins ist irgendwie auch mein Sohn.
Okay, nicht im biologischen Sinne. Ich habe ihn nicht geboren. Ich habe auch keine Bank überfallen, um ihm das Studium zu finanzieren (noch nicht!). Aber emotional? Absolut. Er ist wie ein kleiner... Zusatz-Ich.
Die unvermeidliche Familienbande
Wir alle kennen das. Große Familien sind super. Bis sie es nicht mehr sind. Geburtstage, Hochzeiten, Grillabende... Die Menge an Verwandten ist manchmal überwältigend. Aber genau da liegt der Zauber. Irgendwann entdeckt man diese eine Person, mit der man einfach klickt. Für mich war das der Sohn meines Cousins.
Die ersten Momente der "Elternschaft"
Ich erinnere mich noch an das erste Mal, als ich ihn im Arm hielt. Winzig, zerbrechlich und... stinkig. Windelalarm! Aber dieses kleine Wesen hatte etwas. Es hat mein Herz sofort gestohlen. Ab da war ich *Tante/Onkel* mit Leib und Seele.
Und ja, ich weiß, Tante/Onkel ist nicht Mama/Papa. Aber versucht mal einem 5-jährigen zu erklären, dass eure Meinung nicht genauso wichtig ist, wenn es um die Wahl des Superhelden-Kostüms geht. Unmöglich!
Die Eltern haben natürlich das letzte Wort. Logisch. Aber ich bin die heimliche Beraterin. Diejenige, die die coolen Geschenke kauft. Die, die mit ihm Blödsinn macht, den die Eltern "nicht gutheißen" würden. (Sorry, liebe Eltern!)
Warum "mein Sohn"?
Weil ich stolz bin. Unheimlich stolz. Auf seine Erfolge in der Schule. Auf seine albernen Witze. Sogar auf seine trotzigen Phasen (okay, vielleicht nicht *darauf*, aber ich bewundere seinen Durchsetzungsvermögen!).
Ich fiebere mit ihm mit, wenn er Fußball spielt. Ich drücke ihm die Daumen bei seinen Prüfungen. Ich bin da, um ihn aufzufangen, wenn er hinfällt. Bin ich nicht auch ein bisschen eine Elternfigur?
Klar, die Eltern leisten die Hauptarbeit. Sie sind die Superhelden des Alltags. Aber ich bin der Sidekick. Derjenige, der im Hintergrund unterstützt, motiviert und mit ihm lacht.
Die unbezahlbare Erfahrung
Ich habe durch ihn so viel gelernt. Über Geduld. Über kindliche Logik (die oft erstaunlich intelligent ist). Und vor allem über die bedingungslose Liebe, die man für einen kleinen Menschen empfinden kann, der nicht das eigene Kind ist.
Er erinnert mich daran, das Leben nicht so ernst zu nehmen. Dass es okay ist, im Matsch zu spielen. Dass Dinosaurier immer cool sind. Und dass Umarmungen die beste Medizin sind.
Ich weiß, es klingt vielleicht komisch, aber es ist die Wahrheit. Der Sohn meines Cousins ist mein Sohn. In meinem Herzen. In meiner Seele. Und ich würde es für nichts auf der Welt ändern.
Also, wer stimmt mir zu? Wer hat auch so einen "inoffiziellen Sohn" in der Familie rumlaufen?
Und liebe Eltern, keine Sorge. Ich werde ihn nicht adoptieren. Versprochen! (Vorerst... 😉)
P.S. Falls er das hier eines Tages liest: Ich liebe dich, mein kleiner Chaosstifter!
