Der Tag An Dem Die Erde Stillstand Soundtrack
Kennt ihr das, wenn ein Film so richtig unter die Haut geht? Und dann ist da diese Musik, die sich festkrallt und dich einfach nicht mehr loslässt? Genau so war es bei mir mit dem Soundtrack zu "Der Tag, an dem die Erde stillstand" (1951) – dem Original, versteht sich! Nicht das Remake, von dem wir jetzt mal lieber nicht reden. 😉
Ich meine, klar, der Film ist Science-Fiction-Klassiker. Ein Alien namens Klaatu landet mit seinem Roboter Gort auf der Erde, um uns vor uns selbst zu warnen. Ziemlich ernste Sache eigentlich. Aber die Musik! Die ist so... anders. Und das ist das Geniale daran.
Theremin-Alarm!
Der Komponist Bernard Herrmann (der übrigens auch für die Musik von Hitchcocks "Psycho" verantwortlich war!) hat hier nämlich ein Instrument benutzt, das man sonst eher selten in einem Hollywood-Film hört: das Theremin. Was zur Hölle ist ein Theremin, fragt ihr euch jetzt vielleicht? Nun, stellt euch vor, ihr steht vor einer Antenne und erzeugt Töne, ohne sie zu berühren! Klingt verrückt, oder? Ist es auch. Aber genau das macht den Soundtrack so einzigartig und… alienmäßig!
Dieses schwebende, ätherische Jaulen des Theremins passt perfekt zu Klaatus Ankunft und Gorts bedrohlicher Präsenz. Es erzeugt eine Atmosphäre der Fremdheit und des Unbehagens, die den ganzen Film durchzieht. Man hat das Gefühl, die Musik selbst ist außerirdisch. Und das ist kein Zufall!
Keine Geigen, keine Trompeten…
Herrmann hat sich nämlich bewusst dafür entschieden, auf traditionelle Orchesterinstrumente wie Geigen oder Trompeten zu verzichten. Stattdessen setzte er auf elektronische Instrumente, wie eben das Theremin, aber auch auf elektronisch verstärkte Kontrabässe und Orgeln. Das Ergebnis ist ein Klang, der für die damalige Zeit revolutionär war und bis heute nichts von seiner Wirkung verloren hat.
"Gort, Klaatu barada nikto!" – Und die Musik macht's noch unheimlicher.
Aber das ist noch nicht alles! Herrmann hat auch ungewöhnliche Spieltechniken eingesetzt. Zum Beispiel ließ er die Kontrabässe mit den Bogenstangen (also dem Holzteil des Bogens) bearbeiten, um einen kratzenden, unheimlichen Klang zu erzeugen. Oder er nutzte die Orgel, um tiefe, dröhnende Bässe zu erzeugen, die einem das Mark in den Knochen gefrieren lassen.
Humorvoller Horror
Und jetzt kommt der Clou: Trotz der düsteren und bedrohlichen Atmosphäre des Films und der Musik, gibt es auch Momente, in denen der Soundtrack unfreiwillig komisch wirkt. Das Theremin kann nämlich auch ganz schön schräg klingen! Stellt euch vor, ihr versucht, mit dem Theremin eine Melodie zu spielen, aber eure Hand zittert und die Töne hüpfen hin und her. Klingt lustig, oder? Und genau das passiert manchmal im Film! Aber gerade dieser unbeabsichtigte Humor macht den Soundtrack so charmant und liebenswert.
Es ist wie bei einem guten Freund, der manchmal etwas tollpatschig ist, aber gerade deswegen so sympathisch. Man lacht mit ihm, nicht über ihn. Und genauso ist es mit dem Soundtrack zu "Der Tag, an dem die Erde stillstand". Man gruselt sich, man lacht und man ist einfach nur fasziniert von der Kreativität und dem Mut von Bernard Herrmann.
Also, wenn ihr mal wieder Lust auf einen etwas anderen Science-Fiction-Film habt, dann schaut euch unbedingt "Der Tag, an dem die Erde stillstand" an. Und achtet besonders auf die Musik! Lasst euch von dem Theremin verzaubern und von den ungewöhnlichen Klängen überraschen. Ihr werdet es nicht bereuen!
Und wer weiß, vielleicht inspiriert euch der Soundtrack ja sogar dazu, selbst mal ein Theremin auszuprobieren. Aber seid gewarnt: Es ist schwieriger, als es aussieht! 😉
Ach ja, und noch ein kleiner Tipp: Wenn ihr den Film mit Freunden schaut, dann versucht doch mal, die berühmte Phrase "Klaatu barada nikto!" mit dem Theremin nachzuspielen. Das gibt garantiert einen Lacher!
