page hit counter

Die Blätter Fallen Fallen Wie Von Weit


Die Blätter Fallen Fallen Wie Von Weit

Der Satz „Die Blätter fallen, fallen wie von weit“ stammt aus dem Gedicht Herbsttag von Rainer Maria Rilke und ist eines der bekanntesten und meistinterpretierten Gedichte der deutschen Literatur. Gerade für Neuankömmlinge in Deutschland, oder für Expats, die sich mit der deutschen Kultur und Sprache auseinandersetzen, kann es hilfreich sein, dieses Gedicht und seine Bedeutung zu verstehen. Das Zitat selbst fängt auf wunderschöne Weise die Melancholie und Vergänglichkeit des Herbstes ein, und diese Themen sind in der deutschen Kultur und Literatur tief verwurzelt.

Die Bedeutung des Gedichts Herbsttag

Das Gedicht Herbsttag besteht aus zwei Strophen. Die erste Strophe beschreibt eine Fülle und Reife, die sich dem Ende zuneigt. Die zweite Strophe konzentriert sich auf die Einsamkeit und den Verlust, die mit dem Herbst einhergehen. Der berühmte Vers „Die Blätter fallen, fallen wie von weit“ findet sich in der zweiten Strophe. Betrachten wir die Strophen im Detail:

Erste Strophe: Die Fülle des Herbstes

Die erste Strophe beginnt mit der Frage:

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und laß die Winde auf den Feldern los.

Hier wird Gott direkt angesprochen (Herr). Es wird suggeriert, dass der Sommer zu Ende ist und es nun Zeit für den Herbst ist. Der Sommer wird als „sehr groß“ beschrieben, was die Fülle und die lange Dauer der warmen Jahreszeit betont. Die Bitte, den Schatten auf die Sonnenuhren zu legen, deutet auf die kürzer werdenden Tage hin, während das Loslassen der Winde auf den Feldern den Beginn der herbstlichen Stürme ankündigt.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Diese Zeilen sprechen von dem Wunsch, die Reife und Fülle noch ein wenig hinauszuzögern. Die Früchte sollen voll sein, sie sollen noch zwei südlichere (wärmere) Tage bekommen, um ihre Süße und Reife vollends zu entfalten. Der schwere Wein symbolisiert die Fülle und den Überfluss, die nun bald vergehen werden.

Zweite Strophe: Die Melancholie des Verlusts

Die zweite Strophe schlägt einen melancholischeren Ton an:

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Diese Zeilen sprechen von Einsamkeit und Isolation. Wer im Herbst kein Haus (im übertragenen Sinne: kein Zuhause, keine Geborgenheit) hat, wird sich auch in Zukunft keines bauen. Wer jetzt allein ist, wird lange allein bleiben. Die Beschäftigungen des Alleinseins – wachen, lesen, lange Briefe schreiben – werden beschrieben, ebenso wie das unruhige Wandern in den Alleen, während die Blätter fallen.

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten.
Sie fallen mit verneinender Gebärde.

Hier ist die berühmte Zeile. Die Blätter fallen nicht einfach nur; sie fallen "wie von weit". Diese Formulierung erzeugt ein Gefühl von Distanz, Entfremdung und Unvermeidlichkeit. Der Vergleich mit welkenden Gärten in den Himmeln verstärkt die Vorstellung von Vergänglichkeit und Verlust. Die "verneinende Gebärde" der fallenden Blätter drückt eine Ablehnung des Lebens und der Fülle aus.

Die Bedeutung von "Die Blätter fallen, fallen wie von weit"

Der Kern dieses Verses liegt in der Mehrdeutigkeit und der persönlichen Interpretation. Hier sind einige Schlüsselaspekte:

  • Die Distanz: Das Fallen "wie von weit" suggeriert, dass der Ursprung des Vergehens nicht direkt greifbar ist. Es kommt von einer unbekannten, fernen Quelle, was ein Gefühl der Ohnmacht angesichts der Vergänglichkeit erzeugt.
  • Die Unvermeidlichkeit: Das Fallen der Blätter ist ein natürlicher Prozess, der nicht aufgehalten werden kann. Der Vers betont die Unvermeidlichkeit des Vergehens und des Todes.
  • Die Melancholie: Der gesamte Vers trägt zur melancholischen Stimmung des Gedichts bei. Das Bild der fallenden Blätter, verbunden mit der Vorstellung ferner, welkender Gärten, erzeugt ein Gefühl von Trauer und Verlust.
  • Vergänglichkeit: Das Gedicht ist eine Reflexion über die Vergänglichkeit des Lebens, der Schönheit und der Freude. Der Herbst dient als Metapher für den Lebensabend, in dem die Fülle des Sommers allmählich schwindet.

Die Relevanz für Expats und Neuankömmlinge

Warum ist dieses Gedicht für Expats und Neuankömmlinge relevant? Es gibt mehrere Gründe:

  • Kulturelles Verständnis: Herbsttag ist ein Eckpfeiler der deutschen Literatur und Kultur. Das Verständnis des Gedichts vermittelt einen Einblick in die deutsche Sensibilität für Natur, Vergänglichkeit und Melancholie.
  • Sprachgefühl: Die Auseinandersetzung mit klassischer Poesie schärft das Sprachgefühl und hilft beim Erlernen der Feinheiten der deutschen Sprache. Die besondere Wortwahl Rilkes trägt zum Verständnis der deutschen Sprache bei.
  • Anpassung an die Jahreszeiten: Deutschland hat ausgeprägte Jahreszeiten. Der Herbst mit seinen fallenden Blättern, kürzeren Tagen und seiner speziellen Atmosphäre kann für Menschen aus anderen Kulturen ungewohnt sein. Das Gedicht hilft, diese Jahreszeit in einem kulturellen Kontext zu verstehen und vielleicht sogar zu schätzen.
  • Umgang mit Veränderungen: Der Umzug in ein neues Land ist eine große Veränderung. Das Gedicht thematisiert die Vergänglichkeit und den Umgang mit Verlust, was für Expats, die ihr Zuhause und ihre Gewohnheiten verlassen haben, relevant sein kann. Es kann helfen, mit den eigenen Gefühlen von Veränderung und Abschied umzugehen.

Interpretation und persönliche Bedeutung

Es ist wichtig zu betonen, dass die Interpretation von Lyrik immer subjektiv ist. Jeder Leser kann und sollte seine eigene Bedeutung in dem Gedicht finden. Für manche mag es eine Reflexion über den Tod sein, für andere eine Erinnerung an die Schönheit des Vergehens. Die Stärke des Gedichts liegt in seiner Fähigkeit, unterschiedliche Emotionen und Gedanken hervorzurufen.

Wie man das Gedicht für sich nutzen kann

Hier sind einige Vorschläge, wie man das Gedicht Herbsttag und insbesondere den Vers "Die Blätter fallen, fallen wie von weit" für sich nutzen kann:

  • Lies das Gedicht mehrmals: Je öfter man das Gedicht liest, desto tiefer kann man in seine Bedeutung eindringen.
  • Recherchiere über Rainer Maria Rilke: Das Verständnis des Autors und seines Hintergrunds kann beim Verständnis des Gedichts helfen.
  • Verbinde das Gedicht mit persönlichen Erfahrungen: Denke über Momente der Veränderung, des Verlusts oder der Vergänglichkeit im eigenen Leben nach.
  • Diskutiere das Gedicht mit anderen: Tausche dich mit anderen über deine Interpretation des Gedichts aus.
  • Besuche einen Park oder Wald im Herbst: Erlebe die fallenden Blätter in der Natur und lasse die Atmosphäre auf dich wirken.

Indem man sich aktiv mit dem Gedicht auseinandersetzt, kann man nicht nur sein Verständnis der deutschen Kultur vertiefen, sondern auch eine neue Perspektive auf die eigenen Erfahrungen und Emotionen gewinnen. "Die Blätter fallen, fallen wie von weit" ist mehr als nur ein schöner Satz; er ist eine Einladung zur Kontemplation und Selbstreflexion.

Zusätzliche Ressourcen

Um das Verständnis des Gedichts weiter zu vertiefen, können folgende Ressourcen hilfreich sein:

  • Online-Analysen und Interpretationen: Viele Websites bieten detaillierte Analysen und Interpretationen des Gedichts Herbsttag.
  • Bibliotheken und Buchhandlungen: Suche nach Büchern über Rainer Maria Rilke und seine Werke.
  • Deutschkurse: Sprachkurse bieten oft auch Einführungen in die deutsche Literatur.
  • Kulturelle Veranstaltungen: Besuche Lesungen, Vorträge oder Ausstellungen zum Thema deutsche Lyrik.

Die Auseinandersetzung mit Rilkes Herbsttag ist eine lohnende Erfahrung, die nicht nur das kulturelle Verständnis fördert, sondern auch die persönliche Entwicklung bereichern kann. Es ist ein Gedicht, das einen begleitet und immer wieder neue Perspektiven eröffnet.

Die Blätter Fallen Fallen Wie Von Weit Herbst (Rainer Maria Rilke) Hörbeispiel - Medienwerkstatt-Wissen © 2006
www.medienwerkstatt-online.de
Die Blätter Fallen Fallen Wie Von Weit Die Blätter fallen, fallen wie von weit,/ als welkten in den...
gutezitate.com
Die Blätter Fallen Fallen Wie Von Weit die letzten Blätter fallen Foto & Bild | jahreszeiten, herbst, natur
www.fotocommunity.de
Die Blätter Fallen Fallen Wie Von Weit Wald Poesie - Wald News | Forest Healing - Institut für Wald- und
www.foresthealing.de
Die Blätter Fallen Fallen Wie Von Weit Herbst - Rainer Maria Rilke | LiteratPro
www.literatpro.de
Die Blätter Fallen Fallen Wie Von Weit Die Blätter fallen... Foto & Bild | querschnitt, see, herbst Bilder auf
www.fotocommunity.de
Die Blätter Fallen Fallen Wie Von Weit Die Blätter fallen Foto & Bild | jahreszeiten, herbst, landschaft
www.fotocommunity.de
Die Blätter Fallen Fallen Wie Von Weit Herbst: Die Blätter fallen - Hartmut Hecker | Noten zum Download
www.musicalion.com
Die Blätter Fallen Fallen Wie Von Weit Rainer Maria Rilke - Die Blätter fallen, fallen wie von weit...
www.bestenzitate.com
Die Blätter Fallen Fallen Wie Von Weit Die Blätter fallen - Ein Bildgedicht von Linda Li
www.gedichte-oase.de
Die Blätter Fallen Fallen Wie Von Weit "Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln
www.myheimat.de
Die Blätter Fallen Fallen Wie Von Weit Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln
www.aphorismen.de
Die Blätter Fallen Fallen Wie Von Weit Rainer Maria Rilke - Herbst - Die Blätter fallen, fallen wie von weit
www.youtube.com
Die Blätter Fallen Fallen Wie Von Weit anjas-artefaktotum: Herbststimmung "Die Blätter fallen fallen wie von
artefaktotum.blogspot.com
Die Blätter Fallen Fallen Wie Von Weit Die Blätter fallen, Foto & Bild | jahreszeiten, herbst, natur
www.fotocommunity.de
Die Blätter Fallen Fallen Wie Von Weit Die Blätter fallen, fallen wie von weit (Rilke) - YouTube
www.youtube.com
Die Blätter Fallen Fallen Wie Von Weit Herbst: Die Blätter fallen - Hartmut Hecker | Noten zum Download
www.musicalion.com
Die Blätter Fallen Fallen Wie Von Weit Die Blätter fallen wie von weit Foto & Bild | jahreszeiten, herbst
www.fotocommunity.de

ähnliche Beiträge: