Die Menge Macht Das Gift Englisch
Wisst ihr, manchmal denke ich, wir Deutschen sind echt komisch. Wir haben so tolle Sprichwörter, die super schlau klingen. Aber dann übersetzen wir sie ins Englische und… naja, es wird merkwürdig. Nehmen wir mal das wunderschöne “Die Menge macht das Gift.”
"The Dose Makes the Poison" - Echt jetzt?
Im Deutschen klingt das total tiefgründig, oder? So nach philosophischer Weisheit über Maß und Balance. Aber sagt mal ehrlich, wer von euch benutzt im Alltag "The dose makes the poison"? Ich jedenfalls nicht. Und ich wette, die meisten Muttersprachler verstehen das Sprichwort auch nicht auf Anhieb.
Stellt euch vor, ihr steht am Buffet. Euer Freund nimmt sich den fünften Teller Nudelsalat. Würdet ihr da sagen: “Hey, pass auf, the dose makes the poison!”? Eher nicht. Ihr würdet wahrscheinlich eher sagen: "Boah, du Schwein!" Oder vielleicht: "Ist dir eigentlich klar, wie viele Kalorien das sind?"
Ich finde, die englische Version klingt so… wissenschaftlich. So nach Chemielabor und toxikologischen Studien. Irgendwie steril. Wo ist da die Poesie? Wo ist die Warnung vor Übertreibung im alltäglichen Leben?
Unpopuläre Meinung incoming: Englische Sprichwörter sind oft langweiliger
Ich weiß, ich weiß, das ist blasphemisch. Aber ich finde, viele englische Sprichwörter sind einfach nicht so spritzig wie unsere. Sie klingen oft so… rational. So pragmatisch. So, als ob sie von einem Unternehmensberater erfunden wurden. Und das ist jetzt meine ganz persönliche, höchst subjektive Meinung.
Klar, es gibt Ausnahmen. "Better late than never" ist super. "Don't count your chickens before they hatch" ist auch ganz nett. Aber die meisten? Naja. Sie sind halt da. Sie existieren. Aber sie berühren mich nicht so tief wie unsere urdeutschen Weisheiten.
Ich meine, vergleicht mal "Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein" mit "He who digs a pit for others falls into it himself." Klingt doch viel dramatischer auf Deutsch, oder? Da ist mehr Wut, mehr Schadenfreude, mehr… Leben drin!
Oder was ist mit "Morgenstund hat Gold im Mund"? Die Engländer sagen da: "The early bird catches the worm." Klar, ist verständlich. Aber wo ist da das Gold? Wo ist die Vorstellung von Reichtum und Glück? Es geht nur um einen Wurm! Ein popeliger Wurm!
"Die Dosis macht das Gift." - Ok. Aber sagt das mal einem Kind, das zu viele Gummibärchen gegessen hat. Die gucken euch an, als ob ihr vom Mars kommt.
Das Problem ist vielleicht, dass wir Deutschen das mit der Sprache einfach ernster nehmen. Wir machen uns mehr Gedanken. Wir grübeln mehr. Und das spiegelt sich dann auch in unseren Sprichwörtern wider. Sie sind komplizierter. Vielschichtiger. Und dadurch irgendwie auch… besser?
Vielleicht bilde ich mir das auch alles nur ein. Vielleicht bin ich einfach nur ein hoffnungsloser Romantiker, der an die Kraft der deutschen Sprache glaubt. Aber ich bleibe dabei: "Die Menge macht das Gift" klingt viel besser als "The dose makes the poison". Und wenn ihr anderer Meinung seid, dann ist das auch okay. Jeder darf seine eigenen, unpopulären Meinungen haben. Hauptsache, man übertreibt es nicht damit. Denn, ihr wisst ja: Die Menge macht das Gift!
Und jetzt mal ehrlich: Wer von euch hat sich gerade gefragt, ob er auch zu viele Gummibärchen gegessen hat?
