Die Welle Lesetagebuch Lösungen
Okay, mal ehrlich. Das Lesetagebuch zu Die Welle. War das wirklich nötig?
Ich meine, klar, das Buch ist wichtig. Ein Klassiker. Zeigt, wie schnell Menschen manipuliert werden können. Alles gut und schön. Aber dieses Lesetagebuch... Hach.
Ich habe das Gefühl, die meisten von uns haben es nur gemacht, um eine gute Note zu kriegen. Und seien wir ehrlich, die "Lösungen"... die kursierten doch überall. Man musste sie nur finden. War das wirklich der Sinn der Sache?
Das große Rätselraten: War es Kunst oder Schummelkunst?
Die Fragen waren ja oft so offen. Was hat Herr Wenger eigentlich wirklich gedacht? War er ein Genie? Ein Wahnsinniger? Ein Pädagoge mit fragwürdigen Methoden? Die Antworten im Lesetagebuch fühlten sich oft an wie: "Schreiben Sie einfach irgendwas Kluges, dann passt das schon."
Und dann die Interpretation der Charaktere! Tim Stoltefuß, der arme Kerl. War er ein Opfer der Umstände? Ein psychisch labiler Außenseiter? Oder einfach nur... komisch? Je nachdem, welche "Lösungen" man gefunden hatte, hatte er plötzlich ganz andere Motive. Fast wie bei Schrödinger's Katze, nur eben mit Teenagern.
Ich gebe zu, ich habe auch mal gespickt. Wer nicht? Es war ja auch verlockend. Da lag diese perfekte, durchdachte Analyse vor einem. Alles schon fertig formuliert. Nur noch abschreiben und den Lehrer beeindrucken. Und sich dann fragen: Habe ich jetzt was gelernt? Oder einfach nur gut abgeschrieben?
Die Sache mit der Kreativität (oder dem Mangel daran)
Vielleicht bin ich da ja altmodisch. Aber ein Lesetagebuch sollte doch eigentlich die eigene Meinung widerspiegeln. Die eigenen Gedanken. Nicht die Interpretation von irgendjemandem, der "Die Welle" gefühlt 20 Mal gelesen hat.
Ich erinnere mich an eine Frage: "Wie hättest du dich in der Situation verhalten?" Die "Lösung" war natürlich: "Ich hätte mich kritisch geäußert und versucht, andere zu warnen." Klar. Hätten wir das wirklich? Oder hätten wir einfach mitgemacht, um nicht aufzufallen?
Die Wahrheit ist doch oft unbequem. Und die "Lösungen" im Lesetagebuch waren selten unbequem. Die waren brav, politisch korrekt und... langweilig.
Unpopuläre Meinung: Die Lösungen haben alles kaputtgemacht
Ich behaupte jetzt einfach mal frech: Die fertigen "Lösungen" für das Lesetagebuch zu Die Welle haben mehr geschadet als genutzt. Sie haben uns die Möglichkeit genommen, selbst zu denken. Selbst zu interpretieren. Selbst Fehler zu machen.
Stattdessen haben wir brav abgeschrieben und uns gefreut, dass wir eine gute Note bekommen. Aber haben wir wirklich verstanden, worum es in dem Buch geht? Ich bin mir da nicht so sicher.
Vielleicht sollte man in Zukunft die Lesetagebücher einfach abschaffen. Oder zumindest die Lösungen verbieten. Lasst uns doch einfach über das Buch reden. Lasst uns streiten. Lasst uns unsicher sein. Das ist doch viel spannender. Und vielleicht lernen wir dann auch wirklich was.
Und wenn wir schon dabei sind: Können wir bitte auch die obligatorischen Referate über Goethe und Schiller abschaffen? Aber das ist eine andere Geschichte...
Vielleicht bin ich auch einfach nur neidisch, weil ich nie die "richtigen" Lösungen gefunden habe. Wer weiß? Aber eins ist sicher: Die Erinnerung an das Lesetagebuch zu Die Welle wird mich wohl noch eine Weile begleiten. Und jedes Mal, wenn ich das Buch sehe, denke ich: Hätte es nicht auch einfacher gehen können?
Vielleicht liegt die eigentliche Lektion von Die Welle ja darin, dass man nicht alles vorgekaut bekommen sollte.
Oder vielleicht irre ich mich auch total. Was meint ihr?
