Doppelte Ausrufung Der Republik
Lasst uns ehrlich sein: Die *doppelte Ausrufung der Republik*. Ist die nicht ein bisschen...übertrieben? Ich meine, einmal reicht doch, oder? Aber nein, wir Deutschen machen Dinge eben doppelt. Sicher ist sicher, quasi.
Stellt euch vor, ihr backt einen Kuchen. Sagt ihr dann auch zweimal, dass er fertig ist? "Fertig! Fertig!" Klingt komisch, oder? Aber bei der Republik ist das anscheinend normal. Wer hat sich das eigentlich ausgedacht?
Ich gebe zu, Geschichte ist wichtig. Die Weimarer Republik ist gescheitert. Das war scheiße. Und ja, die Angst vor einem erneuten Scheitern der Demokratie war wahrscheinlich groß. Aber musste man das gleich zweimal ausrufen? Ich sage ja, nein.
Es ist ja nicht so, dass die zweite Ausrufung, durch Philipp Scheidemann, so geplant war, oder? Eher eine spontane Nummer vom Balkon. So nach dem Motto: "Ach, was soll's, mach ich auch mal!" Ein bisschen wie Karaoke, nur politischer.
Okay, okay, ich will ja nicht respektlos sein. Es war eine ernste Zeit. Revolution, Krieg, Chaos überall. Da kann man schon mal ein bisschen nervös werden und Dinge doppelt sagen. Wie wenn man seinen Schlüssel sucht: "Wo ist er? Wo ist er?!"
Die Sache mit dem Balkon
Dieser verdammte Balkon! Ich glaube, Balkone sind gefährlich. Von Balkonen werden wichtige Reden gehalten. Von Balkonen werden Kriege erklärt. Von Balkonen stürzen Leute. Balkone sind das Dark Web der Architektur.
Philipp Scheidemann, ich mag ihn ja, war wohl ein bisschen ein Rampensau. Er hatte das Mikrofon, die Menge, den Moment. Da konnte er nicht anders, als die Republik noch einmal auszurufen. Wer würde es ihm verdenken? Aber wie gesagt: Einmal hätte gereicht, Philipp. Einmal hätte gereicht.
Die andere Ausrufung
Vergessen wir nicht Karl Liebknecht. Der hat's auch probiert, ein paar Stunden vorher. Aber irgendwie hat das nicht so richtig geklappt. Vielleicht war sein Balkon nicht so gut gelegen. Oder seine Stimme war nicht laut genug. Oder er hatte einfach Pech. So ist das Leben.
Ich stelle mir vor, wie Liebknecht auf seinem Balkon steht und ruft: "Republik!" Und unten gucken alle doof und sagen: "Hä? Was will der denn jetzt?" Und dann kommt Scheidemann und klaut ihm die Show. Autsch.
Vielleicht sollten wir einfach akzeptieren, dass die *deutsche Geschichte* manchmal ein bisschen chaotisch ist. Ein bisschen wie eine WG-Party, bei der jeder mal ans Mischpult darf und irgendwelchen Quatsch spielt. Hauptsache, die Stimmung ist gut.
Und die Stimmung war ja irgendwie gut, oder? Trotz allem. Die Leute haben gefeiert. Sie haben gehofft. Sie haben geglaubt. An eine bessere Zukunft. Und das ist doch das Wichtigste.
Aber trotzdem: Doppelte Ausrufung? Musste das sein? Ich bin ja für weniger Bürokratie. Weniger Wiederholungen. Weniger Balkonreden. Mehr gesundes Misstrauen gegenüber spontanen Politikern mit Mikrofonen.
Ich sage nicht, dass alles schlecht war. Ich sage nur, dass es...komisch war. Ein bisschen wie ein Film, der zweimal den gleichen Abspann zeigt. Man denkt sich: "Hä? Ist der jetzt zu Ende oder nicht?"
Am Ende ist es vielleicht auch egal. Die Republik ist da. Sie hat gehalten. (Meistens). Und das ist gut so. Auch wenn sie zweimal ausgerufen wurde. Von zwei Typen mit unterschiedlichen Balkonen und unterschiedlichen Frisuren. So ist Deutschland eben. Kompliziert. Aber liebenswert. Irgendwie.
Vielleicht sollten wir das nächste Mal einfach einen Wettbewerb machen. Wer die beste Ausrufung der Republik hinkriegt. Mit Jury und allem drum und dran. Das wäre doch mal was.
Okay, ich höre jetzt auf. Ich glaube, ich habe meinen Punkt gemacht. Die doppelte Ausrufung der Republik. Ein bisschen unnötig. Aber auch ein bisschen lustig. Und definitiv typisch deutsch.
Und jetzt gehe ich Kuchen backen. Aber ich verspreche, ich sage nur einmal, dass er fertig ist.
