Du Hast Nicht Alle Tassen Im Schrank
Ach, Berlin! Eine Stadt, die mich immer wieder aufs Neue überrascht. Eine Stadt, in der ich mich gleichzeitig zu Hause und komplett verloren fühlen kann. Eine Stadt, in der man definitiv nicht alle Tassen im Schrank haben muss, um dazuzugehören. Und genau darum geht es heute: um diesen wunderbar schrägen, urdeutschen Ausdruck und wie er mir Berlin noch näher gebracht hat.
Ich erinnere mich noch genau an meinen ersten Besuch. Ich war jung, naiv und voller Klischees über Deutschland. Ich erwartete Pünktlichkeit, Ordnung und Bier in Maßkrügen. Was ich bekam, war ein kreatives Chaos, das mich sofort in seinen Bann zog. Überall Graffiti, Straßenkünstler mit wilden Ideen und Menschen, die ihre Individualität zelebrierten, ohne sich im Geringsten darum zu scheren, was andere dachten.
Die erste Begegnung mit dem "Tassen-Spruch"
Natürlich hörte ich den Ausdruck "Du hast nicht alle Tassen im Schrank" relativ schnell. Aber ich verstand ihn zunächst nur wörtlich. Ich dachte, es ginge wirklich um Tassen. Vielleicht um jemanden, der beim Umzug welche zerbrochen hat? Oder der einfach einen komischen Geschmack bei der Auswahl seines Geschirrs hat? Die Wahrheit war natürlich viel tiefer und viel amüsanter.
Ich saß in einem kleinen Café in Prenzlauer Berg, umgeben von Vintage-Möbeln und dem Duft von frisch gebrühtem Kaffee. Ich versuchte, mich mit einem komplizierten deutschen Zeitungsartikel herumzuschlagen, als ich mithörte, wie sich die beiden Damen am Nebentisch angeregt unterhielten. Es ging um einen gemeinsamen Bekannten, der, sagen wir mal, etwas exzentrisch war. Und dann fiel dieser Satz: "Na, der hat ja wirklich nicht alle Tassen im Schrank!"
Ich runzelte die Stirn. Das kannte ich doch. Aber in diesem Kontext ergab es irgendwie... Sinn. Ich spähte verstohlen zu den beiden Frauen hinüber. Sie lachten und gestikulierten, und ich merkte, dass sie den Spruch nicht böswillig meinten. Es war eher ein liebevolles Augenzwinkern, ein Zeichen der Anerkennung für die Eigenartigkeit ihres Freundes. Da dämmerte es mir: "Du hast nicht alle Tassen im Schrank" bedeutet so viel wie "Du bist nicht ganz normal", "Du bist ein bisschen verrückt", aber eben auf eine nette, unterhaltsame Art.
Die Bedeutung hinter den Tassen
Nachdem ich den Ausdruck einmal verstanden hatte, hörte ich ihn überall. In Gesprächen, in Filmen, sogar in der Werbung. Und jedes Mal, wenn ich ihn hörte, musste ich schmunzeln. Es ist einfach ein so bildhafter, treffender Ausdruck. Man stellt sich sofort jemanden vor, dessen Schrankinhalt ein wenig durcheinandergeraten ist. Vielleicht fehlen ein paar Tassen, vielleicht stehen sie schief, vielleicht sind sie alle unterschiedlich und passen überhaupt nicht zusammen. Das Bild ist einfach perfekt, um jemanden zu beschreiben, der ein bisschen anders tickt.
Und das ist es ja auch, was Berlin so besonders macht. Die Stadt ist voll von Menschen, die nicht alle Tassen im Schrank haben. Künstler, Musiker, Freigeister, Exzentriker. Menschen, die sich trauen, anders zu sein, die ihre Kreativität ausleben und sich nicht von Konventionen einschränken lassen. Und genau diese Vielfalt, diese Andersartigkeit, macht Berlin so lebendig und so inspirierend.
Wo man die "Tassen im Schrank" am besten trifft
Wenn du auf der Suche nach den Berliner Originalen bist, denjenigen, die den "Tassen-Spruch" wirklich verkörpern, dann habe ich ein paar Empfehlungen für dich:
- Flohmärkte: Auf den Flohmärkten in Mauerpark, am Boxhagener Platz oder am Maybachufer findest du garantiert skurrile Einzelstücke und Menschen, die ihre kreativen Ideen verkaufen. Hier triffst du auf Künstler, Designer und Sammler, die ihre Leidenschaft leben und sich nicht scheuen, aus der Reihe zu tanzen.
- Kunstgalerien: Berlin ist eine Stadt der Kunst. In den zahlreichen Galerien, vor allem in Mitte und Kreuzberg, kannst du zeitgenössische Kunst bewundern, die oft provozierend, ungewöhnlich und eben auch ein bisschen "tassenlos" ist.
- Clubs: Das Berliner Nachtleben ist legendär. In den Clubs der Stadt, wie dem Berghain oder dem Tresor, kannst du dich in eine andere Welt entführen lassen und Menschen treffen, die ihre Individualität feiern und sich von der Musik treiben lassen.
- Cafés und Bars: In den kleinen Cafés und Bars, vor allem in den Szenevierteln, triffst du auf Studenten, Künstler und Freiberufler, die sich austauschen, Ideen entwickeln und einfach das Leben genießen. Hier kannst du in entspannter Atmosphäre ins Gespräch kommen und die Berliner Lebensart kennenlernen.
Aber eigentlich ist es ganz einfach: Geh einfach raus, lass dich treiben und sei offen für neue Begegnungen. In Berlin wirst du überall auf Menschen treffen, die nicht alle Tassen im Schrank haben. Und das ist gut so!
Mehr als nur ein Spruch: Eine Lebenseinstellung
Für mich ist der Ausdruck "Du hast nicht alle Tassen im Schrank" mehr als nur ein lustiger Spruch. Er ist eine Lebenseinstellung. Er erinnert mich daran, dass es okay ist, anders zu sein, dass es okay ist, Fehler zu machen, dass es okay ist, nicht perfekt zu sein. Er ermutigt mich, meine Individualität zu leben, meine Kreativität auszuleben und mich nicht von Konventionen einschränken zu lassen.
Und genau das ist es, was ich an Berlin so liebe: Die Stadt feiert die Andersartigkeit, die Individualität, das Unperfekte. Hier darf jeder so sein, wie er ist. Und das ist eine unglaublich befreiende Erfahrung.
Mein Fazit: Ab nach Berlin!
Wenn du also auf der Suche nach einer Stadt bist, in der du dich selbst finden kannst, in der du deine Kreativität ausleben kannst und in der du Menschen treffen kannst, die nicht alle Tassen im Schrank haben, dann solltest du unbedingt nach Berlin kommen. Die Stadt wird dich mit offenen Armen empfangen und dich inspirieren, dein Leben auf deine eigene, einzigartige Art und Weise zu leben.
Pack deine Koffer, vergiss deine Klischees und mach dich bereit für ein Abenteuer! Berlin wartet auf dich – und vielleicht entdeckst du ja auch, dass du selbst ein paar Tassen weniger im Schrank hast, als du dachtest.
Ich hoffe, meine kleine Anekdote hat dir gefallen und dich inspiriert, Berlin selbst zu entdecken. Und denk daran: Es ist okay, nicht alle Tassen im Schrank zu haben. Manchmal ist es sogar besser so!
Bis bald und viel Spaß beim Reisen! Eure (zugegebenermaßen leicht tassenlose) Reisebloggerin!
