Dvb T Antenne Selber Bauen Alufolie
In Deutschland, wie auch in anderen Ländern, ist DVB-T2 HD der Standard für digitales terrestrisches Fernsehen. Das bedeutet, dass Fernsehsignale über Antennen empfangen werden, im Gegensatz zu Satelliten- oder Kabelfernsehen. Eine kommerzielle DVB-T2 Antenne zu kaufen ist natürlich eine Option, aber mit etwas Geschick und wenigen Materialien können Sie auch selbst eine Antenne bauen. Oftmals wird dabei Alufolie ins Spiel gebracht. Dieser Artikel erklärt, wie Sie eine einfache DVB-T2 Antenne mit Alufolie bauen können und was Sie dabei beachten sollten.
Grundlagen des DVB-T2 Empfangs
Bevor wir mit dem Bau beginnen, ist es wichtig, die Grundlagen des DVB-T2 Empfangs zu verstehen. DVB-T2 HD sendet digitale Signale, die von einer Antenne aufgefangen und an Ihren Fernseher oder Receiver weitergeleitet werden. Die Qualität des Signals hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Entfernung zum Sender, die Sendeleistung, Hindernisse zwischen Sender und Empfänger (z.B. Gebäude oder Bäume) und die Qualität der Antenne selbst.
Antennen funktionieren, indem sie elektromagnetische Wellen (Radiowellen) empfangen und in ein elektrisches Signal umwandeln. Die Größe und Form der Antenne sind entscheidend für die Effizienz, mit der sie diese Wellen auffangen kann. Eine gut konstruierte Antenne ist in der Lage, ein starkes und sauberes Signal zu liefern, während eine schlecht konstruierte Antenne zu einem schwachen oder verrauschten Signal führen kann, was zu Bildstörungen oder gar keinem Empfang führt.
DVB-T2 Antenne selber bauen: Die Alufolien-Variante
Die Idee, eine DVB-T2 Antenne mit Alufolie zu bauen, basiert auf der Annahme, dass Alufolie als leitfähiges Material Radiowellen empfangen kann. Es gibt verschiedene Anleitungen im Internet, die auf diesem Prinzip basieren, aber die Effektivität dieser "Alufolien-Antennen" ist oft begrenzt. Hier ist eine einfache Variante, die Sie ausprobieren können:
Benötigte Materialien:
- Alufolie
- Pappe oder stabiler Karton
- Koaxialkabel (mit passendem Stecker für Ihren Fernseher/Receiver)
- Messer oder Schere
- Klebeband oder Heißkleber
- Lineal oder Maßband
Anleitung:
- Zuschnitt der Alufolie: Schneiden Sie zwei gleich große Rechtecke aus der Alufolie aus. Die Größe der Rechtecke ist nicht kritisch, aber eine Größe von etwa 20x15 cm ist ein guter Ausgangspunkt.
- Vorbereitung des Kartons: Schneiden Sie ein Stück Karton aus, das etwas größer ist als die beiden Alufolien-Rechtecke zusammen. Dies dient als Träger für die Antenne.
- Anbringen der Alufolie: Kleben Sie die beiden Alufolien-Rechtecke auf den Karton, so dass sie sich nicht berühren. Lassen Sie einen kleinen Abstand (etwa 1-2 cm) zwischen den beiden Rechtecken. Der Abstand ist wichtig, da er als Resonanzraum für die empfangenen Wellen fungieren soll.
- Anschluss des Koaxialkabels: Dies ist der kritischste Schritt. Sie müssen das Koaxialkabel mit den Alufolien-Rechtecken verbinden. Dazu können Sie entweder die äußere Abschirmung des Koaxialkabels an einer Folie befestigen und den inneren Draht an der anderen. Eine andere Möglichkeit ist, das Koaxialkabel aufzuschneiden, die einzelnen Drähte freizulegen und diese an den Alufolien-Rechtecken zu befestigen. Achten Sie darauf, dass die Verbindungen stabil sind und guten Kontakt haben. Verwenden Sie Klebeband oder Heißkleber, um die Verbindungen zu sichern.
- Testen der Antenne: Schließen Sie das Koaxialkabel an Ihren Fernseher oder Receiver an und führen Sie einen Sendersuchlauf durch. Experimentieren Sie mit der Ausrichtung der Antenne, um den bestmöglichen Empfang zu erzielen.
Wichtige Hinweise zur Alufolien-Antenne:
- Qualität des Signals: Die Qualität des Signals, das Sie mit dieser selbstgebauten Antenne empfangen, wird wahrscheinlich nicht so gut sein wie bei einer kommerziellen Antenne. Die Alufolie ist nicht optimal für den Empfang von DVB-T2 Signalen ausgelegt.
- Positionierung: Die Positionierung der Antenne ist entscheidend. Versuchen Sie, die Antenne in der Nähe eines Fensters oder an einem anderen Ort zu platzieren, der eine gute Sichtlinie zum Sender hat. Experimentieren Sie mit der Ausrichtung, um den bestmöglichen Empfang zu erzielen.
- Erdung: Eine ordnungsgemäße Erdung ist wichtig, um die Antenne vor Blitzschlag zu schützen. Diese einfache Alufolien-Antenne ist jedoch in der Regel nicht ausreichend robust, um eine Erdung zu erfordern. Wenn Sie jedoch eine größere oder komplexere Antenne bauen, sollten Sie die Erdung in Betracht ziehen.
- Alternative Materialien: Anstelle von Alufolie können Sie auch andere leitfähige Materialien wie Kupferfolie oder Drahtgitter verwenden. Diese Materialien sind möglicherweise etwas effektiver als Alufolie.
Warum Alufolien-Antennen oft nicht optimal sind
Obwohl die Idee einer Alufolien-Antenne verlockend ist, ist es wichtig zu verstehen, warum diese oft nicht die beste Lösung für den DVB-T2 Empfang darstellt:
- Geringe Leitfähigkeit: Alufolie ist zwar leitfähig, aber nicht so gut wie andere Materialien wie Kupfer oder Aluminium. Dies bedeutet, dass sie weniger effizient elektromagnetische Wellen empfangen und in elektrische Signale umwandeln kann.
- Unpräzise Konstruktion: Der Bau einer effektiven Antenne erfordert eine präzise Konstruktion, die auf die Frequenzen des zu empfangenden Signals abgestimmt ist. Die Alufolien-Antennen sind in der Regel sehr einfach konstruiert und daher nicht optimal auf die DVB-T2 Frequenzen abgestimmt.
- Mangelnde Abschirmung: Eine gute Antenne sollte auch eine gute Abschirmung gegen Störsignale bieten. Alufolien-Antennen bieten in der Regel keine oder nur eine sehr geringe Abschirmung, was zu einem schlechteren Signal-Rausch-Verhältnis führen kann.
Alternativen zur Alufolien-Antenne
Wenn Sie eine bessere Empfangsqualität wünschen, gibt es einige Alternativen zur Alufolien-Antenne:
- Zimmerantenne kaufen: Kommerzielle Zimmerantennen sind speziell für den DVB-T2 Empfang entwickelt und bieten in der Regel eine deutlich bessere Leistung als selbstgebaute Alufolien-Antennen. Sie sind in verschiedenen Preisklassen erhältlich und bieten oft zusätzliche Funktionen wie Verstärker.
- Außenantenne installieren: Eine Außenantenne ist die beste Option für einen optimalen DVB-T2 Empfang. Sie wird in der Regel auf dem Dach oder an der Fassade des Hauses installiert und bietet eine freie Sichtlinie zum Sender. Die Installation einer Außenantenne erfordert jedoch mehr Aufwand und möglicherweise professionelle Hilfe.
- Verstärker verwenden: Wenn Sie ein schwaches Signal empfangen, kann ein Verstärker helfen, das Signal zu verstärken. Verstärker sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich und können entweder an der Antenne oder am Fernseher/Receiver angeschlossen werden.
Fazit
Eine DVB-T2 Antenne mit Alufolie zu bauen, ist ein interessantes Experiment und kann in manchen Fällen zu einem brauchbaren Empfang führen. Allerdings sollten Sie keine Wunder erwarten. Die Qualität des Signals wird in der Regel nicht mit der einer kommerziellen Antenne vergleichbar sein. Wenn Sie auf der Suche nach einem zuverlässigen und qualitativ hochwertigen DVB-T2 Empfang sind, ist es ratsam, in eine kommerzielle Zimmer- oder Außenantenne zu investieren. Die Alufolien-Variante kann jedoch eine Notlösung oder ein interessantes Projekt sein, um die Grundlagen des Antennenbaus zu verstehen.
