Dvb T Receiver An Sat Schüssel Anschließen
Es begann mit einem Hustenanfall. Kein normaler Hustenanfall, sondern einer dieser seismischen Husten, die das gesamte Haus erschüttern und bei denen man kurzzeitig befürchtet, eine Niere auszuspucken. Mitten in diesem Hustenepos entdeckte Opa Hubert plötzlich etwas, das ihn mehr als die bevorstehende Apokalypse zu interessieren schien: das Flackern des Fernsehbildschirms.
“Dieser verdammte Empfang! So kann das doch nicht weitergehen!” brummte er, nachdem er seine Niere erfolgreich wiedergefunden hatte. Opa Hubert war bekannt für seine Liebe zu präzisen Nachrichten und noch mehr für seine Abneigung gegen unscharfe Wettervorhersagen. Unser DVB-T Receiver, ein bescheidener Kasten, der tapfer versuchte, ein stabiles Signal zu liefern, schien ihm in diesem Moment eine persönliche Kriegserklärung geschickt zu haben.
Und so begann das Projekt “Hubert rettet das Fernsehbild”.
Die Werkzeugkiste wurde mit einer theatralischen Geste geöffnet, die fast schon an einen mittelalterlichen Schwertkampf erinnerte. Darin befand sich nicht nur Werkzeug, sondern auch eine Sammlung von Dingen, deren Zweck selbst Opa Hubert manchmal nicht mehr ganz klar war: drei halbe Schrauben, ein Gummibärchen, das bessere Zeiten gesehen hatte, und eine Bedienungsanleitung für einen Toaster aus dem Jahr 1987.
“Ich habe da so eine Idee”, verkündete er, während er ein langes, verdächtig aussehendes Kabel aus der Kiste zog. “Wir schließen die Sat-Schüssel an den DVB-T Receiver an!”
Meine Einwände, dass dies vielleicht nicht die optimale Lösung sei, wurden mit einem Winkeln abgetan. “Quatsch! Das ist doch alles dasselbe, nur eben mit mehr Kabeln! Und mehr Kabel sind immer gut!”
Die Theorie
Opa Huberts Theorie basierte auf der festen Überzeugung, dass mehr alles besser macht. Mehr Zucker im Kaffee, mehr Butter auf dem Brot und offensichtlich auch mehr Antennen an den Fernseher. Die subtilen Unterschiede zwischen digitalem terrestrischem Fernsehen (DVB-T) und Satellitenfernsehen (SAT) waren für ihn lediglich akademische Spitzfindigkeiten, die den Genuss einer klaren Wettervorhersage unnötig verkomplizierten.
Er argumentierte, dass die Sat-Schüssel ja schließlich auch irgendwie ein Signal empfange, und der DVB-T Receiver auch. Warum also nicht beide Signale zusammenführen und ein Super-Signal erzeugen? Ein Signal, so stark, dass es selbst den stärksten Hustenanfall überstehen würde! Ein Signal, das die Welt retten könnte! (Okay, vielleicht war ich da etwas euphorisch).
Der Plan
Der Plan war, wie man sich denken kann, denkbar einfach: Das lange, verdächtig aussehende Kabel sollte die Verbindung zwischen der Sat-Schüssel auf dem Dach und dem DVB-T Receiver im Wohnzimmer herstellen. Kleine Hürde: Das Kabel war zu kurz.
Kein Problem für Opa Hubert! Er fand in der Garage noch ein zweites, noch längeres Kabel, das er kurzerhand mit dem ersten verband. Die Verbindung war... nun ja, sagen wir mal "kreativ". Es sah eher nach einem improvisierten Seil für ein mittelalterliches Burgtor aus als nach einer hochmodernen Datenleitung.
Die Installation auf dem Dach gestaltete sich dann etwas abenteuerlich. Opa Hubert, bewaffnet mit einem Schraubenzieher und einer Engelsgeduld (zumindest am Anfang), kletterte auf das Dach. Ich stand unten und gab, mehr oder weniger hilfreiche, Anweisungen.
“Vorsicht, Opa! Nicht runterfallen!”
“Ich bin doch nicht blöd! Ich habe schon ganz andere Dächer erklommen!”
(Fünf Minuten später)
“Kannst du mir mal die Zange reichen? Und vielleicht auch einen Helm?”
Das Ergebnis
Nach gefühlten Stunden, in denen sich das Kabel immer wieder verhedderte und Opa Hubert immer wortreicher wurde, war es vollbracht. Die Sat-Schüssel und der DVB-T Receiver waren miteinander verbunden. Ein Moment der Wahrheit.
Wir schalteten den Fernseher ein.
Das Bild war… schlechter. Viel schlechter. Es flimmerte, es rauschte, es zeigte Bilder von Katzen, die sich im Schnee wälzten (die wahrscheinlich vom Satelliten kamen) und kurz darauf wieder gar nichts.
Opa Hubert kratzte sich am Kopf. “Komisch”, sagte er. “Das hätte ich jetzt nicht erwartet.”
Wir versuchten alles. Wir drehten an der Sat-Schüssel, wir justierten den DVB-T Receiver, wir beteten zu den Fernsehgöttern. Nichts half. Das Bild blieb eine Katastrophe.
Die Erkenntnis
Schließlich gab Opa Hubert auf. Er seufzte und sagte: “Na gut, vielleicht waren es doch nicht alles dasselbe.”
Wir trennten die beiden Geräte wieder voneinander und siehe da: Der DVB-T Receiver funktionierte wieder wie gewohnt. Nicht perfekt, aber immerhin besser als das Katzen-Schnee-Chaos.
Opa Hubert lernte an diesem Tag eine wichtige Lektion: Mehr ist nicht immer mehr. Und manchmal sollte man die Bedienungsanleitung doch wenigstens kurz überfliegen.
Und ich lernte, dass man Opa Hubert nicht von seinen Ideen abbringen kann, egal wie absurd sie auch sein mögen. Und das ist auch gut so. Denn ohne seine verrückten Ideen wäre das Leben viel langweiliger.
Ach ja, und wir haben dann doch eine neue Antenne gekauft.
