Ef S 60mm F 2.8 Macro Usm Amazon
Es war einmal, vor gar nicht allzu langer Zeit, da surfte ich, wie so oft, auf Amazon herum. Ich war auf der Suche nach... irgendwas. Wahrscheinlich etwas, das ich nicht brauchte, aber unbedingt haben wollte. Und da, plötzlich, leuchtete er auf: Der EF-S 60mm f/2.8 Macro USM.
Makro! Das Wort allein versprach schon Abenteuer. Ich sah mich schon als Miniatur-National-Geographic-Fotografin, bewaffnet mit dieser Linse, die verborgene Welt der Insekten und Pflanzen aufzudecken. Der Preis war... sagen wir mal, er verlangte eine kurze, aber intensive Diskussion mit meinem inneren Budget-Berater. Aber die Abenteuerlust siegte.
Als das Paket endlich ankam, fühlte es sich an wie Weihnachten. Sorgfältig packte ich das Objektiv aus. Es war kleiner, als ich erwartet hatte. Irgendwie niedlich, fast schon unscheinbar. Aber der erste Blick durch die Linse... Wow! Plötzlich wurde die Welt zu einem riesigen, unglaublichen Wimmelbild.
Mein erster Versuchsobjekt war – ganz unspektakulär – eine Staubfluse auf dem Wohnzimmertisch. Vorher ein Ärgernis, jetzt ein faszinierendes Gebilde aus kleinen Fasern, ein winziges Gebirge in meinem eigenen Wohnzimmer. Ich war begeistert!
Danach ging es raus in den Garten. Bienen! Die summenden kleinen Fellknäuel waren plötzlich keine Bedrohung mehr, sondern Fotomodelle. Ich lag stundenlang im Gras, versuchte, sie im Flug zu erwischen. Das Ergebnis? Meistens unscharfe Flügel und ein frustrierter Rücken. Aber hin und wieder gelang ein Treffer. Und dann war es magisch. Plötzlich sah ich die filigranen Details der Flügel, die kleinen Härchen am Körper, das Puder der Blütenpollen. Eine Welt, die mir vorher verborgen geblieben war.
Ich erinnere mich an einen besonders amüsanten Vorfall. Ich hatte mich gerade auf eine Ameise konzentriert, die ein riesiges Blatt durch den Garten schleppte (Ameisen sind im Makro-Modus übrigens noch beeindruckender!). Plötzlich spürte ich ein Kitzeln an meinem Ohr. Ich drehte mich um und sah meinen Kater, der mich interessiert beäugte. Er schien sich zu fragen, was ich da wohl trieb. Und die Antwort, die ich ihm geben wollte, wäre nur: „Ich entdecke gerade die Welt neu!“
Die Welt der kleinen Dinge
Was ich an diesem 60mm Makro-Objektiv so liebe, ist nicht nur die technische Brillanz, sondern die Fähigkeit, Perspektiven zu verändern. Es zwingt dich, langsamer zu werden, genauer hinzusehen. Die Welt ist voller kleiner Wunder, die man im Alltag leicht übersieht. Ein Wassertropfen auf einem Blatt, die Textur einer Baumrinde, die filigrane Schönheit einer Schneeflocke. Alles wird mit diesem Objektiv zu einem Kunstwerk.
Es ist aber auch ein Objektiv, das Demut lehrt. Du denkst, du hast alles im Griff, stellst deine Kamera auf, fokussierst... und dann weht der Wind. Oder die Biene fliegt weg. Oder du hast aus Versehen den Atem angehalten und bist total aus dem Konzept gebracht. Makrofotografie ist eine Geduldsprobe. Aber wenn du dann endlich das perfekte Bild hast, ist die Freude umso größer.
Nebenwirkungen der Makrofotografie
Apropos Freude: Es gibt aber auch Nebenwirkungen der Makrofotografie, über die man sich im Klaren sein sollte:
- Dein Garten wird nie wieder derselbe sein. Du wirst ihn mit neuen Augen sehen, als ein Paradies für Insekten und kleine Lebewesen. Du wirst anfangen, ihn anders zu pflegen, um diesen kleinen Bewohnern ein Zuhause zu bieten.
- Du wirst ständig auf der Suche nach neuen Objekten sein. Die nächste Spinne im Keller wird nicht mehr nur ein Grund zum Schreien sein, sondern ein potentielles Fotomodell.
- Du wirst deine Freunde mit Makro-Fotos bombardieren. "Schau mal, was ich heute fotografiert habe! Eine Milbe auf einem Marienkäfer!" (Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich, aber meistens interessiert.)
Und ja, es stimmt auch, dass man sich manchmal fragt, ob man nicht langsam verrückt wird, wenn man stundenlang im Garten liegt und versucht, das perfekte Bild von einer Ameise zu schießen. Aber hey, es gibt schlimmere Hobbys, oder?
"Das Universum ist nicht aus Atomen aufgebaut, sondern aus kleinen Geschichten." - Muriel Barbery
In diesem Sinne ist die Makrofotografie mit dem EF-S 60mm f/2.8 Macro USM nicht nur ein Hobby, sondern eine Möglichkeit, kleine Geschichten zu erzählen. Geschichten von Leben und Tod, von Schönheit und Hässlichkeit, von dem, was wir oft übersehen. Und manchmal sind es genau diese kleinen Geschichten, die uns die Augen für das große Ganze öffnen.
Also, falls du mal auf der Suche nach einem neuen Hobby bist und die Welt mit anderen Augen sehen möchtest, dann kann ich dir dieses Objektiv nur wärmstens empfehlen. Bereite dich aber darauf vor, dass dein Leben nie wieder dasselbe sein wird. Aber keine Sorge, es wird besser. Viel besser. Und vielleicht entdeckst du ja auch eine Staubfluse, die dich begeistert. Man weiß nie...
Und jetzt entschuldigt mich, ich muss noch schnell ein paar Blattläuse fotografieren. Die sind gerade so fotogen.
