Ein Ei Größer Als Das Andere
Viele, die nach Deutschland ziehen oder hier neu sind, stoßen im Supermarkt auf Eierschachteln, die mit unterschiedlichen Größenangaben versehen sind. Begriffe wie "S", "M", "L" und "XL" sind üblich, aber was bedeuten sie genau? Dieser Artikel erklärt das deutsche Eiersortiersystem, damit Sie beim nächsten Einkauf die richtige Wahl treffen können.
Die Bedeutung der Größenklassen
Die Eier in Deutschland werden nach Gewicht sortiert und in verschiedene Größenklassen eingeteilt. Diese Einteilung ist durch die Europäische Union genormt und gilt somit in allen EU-Ländern. Das bedeutet, dass ein Ei der Größe "M" in Deutschland die gleiche Größe hat wie ein Ei der Größe "M" in Frankreich oder Italien.
Die vier Größenklassen im Detail:
- S (klein): Weniger als 53 Gramm
- M (mittel): 53 Gramm bis unter 63 Gramm
- L (groß): 63 Gramm bis unter 73 Gramm
- XL (sehr groß): 73 Gramm und mehr
Achten Sie beim Kauf auf die Kennzeichnung auf der Eierverpackung. Dort ist die jeweilige Größenklasse deutlich angegeben. Die Größenangabe hilft Ihnen, die Eier nach Ihren Bedürfnissen auszuwählen. Zum Beispiel könnten Sie kleinere Eier für ein schnelles Rührei bevorzugen, während größere Eier ideal für Spiegeleier oder zum Backen sein könnten.
Warum gibt es unterschiedliche Eiergrößen?
Die Größe eines Eis hängt hauptsächlich vom Alter der Henne ab. Jüngere Hennen legen tendenziell kleinere Eier, während ältere Hennen größere Eier produzieren. Auch die Rasse der Henne und die Fütterung spielen eine Rolle. Manche Rassen legen von Natur aus größere Eier als andere. Eine ausgewogene Ernährung ist für die Hennen essentiell, um Eier von guter Qualität und entsprechender Größe zu legen.
Was bedeutet das für den Koch?
Für die meisten Rezepte ist die Größe "M" oder "L" ideal und wird oft als Standard angenommen. Wenn ein Rezept jedoch sehr präzise ist, kann es ratsam sein, die Eier entsprechend abzuwiegen. Beachten Sie, dass die Verwendung von Eiern unterschiedlicher Größen das Ergebnis beeinflussen kann, insbesondere beim Backen. Wenn Sie beispielsweise in einem Kuchenrezept Eier der Größe "M" verwenden sollen, aber stattdessen Eier der Größe "S" verwenden, könnte der Kuchen trockener werden.
Tipp: Wenn Sie unsicher sind, wie sich die Eiergröße auf Ihr Rezept auswirkt, können Sie im Zweifelsfall etwas mehr Flüssigkeit hinzufügen oder die Menge der anderen Zutaten leicht anpassen.
Die Eierkennzeichnung: Mehr als nur die Größe
Die Größenangabe ist nur ein Teil der Informationen, die auf einer Eierverpackung zu finden sind. Die Eierkennzeichnung gibt Auskunft über die Haltungsform der Hennen, das Herkunftsland und den Legestall. Der Eiercode auf jedem einzelnen Ei besteht aus einer Zahlen- und Buchstabenkombination, die wie folgt aufgebaut ist:
- Erste Ziffer (Haltungsform):
- 0: Ökologische Erzeugung
- 1: Freilandhaltung
- 2: Bodenhaltung
- 3: Käfighaltung (in Deutschland seit 2012 verboten, importierte Eier können aber so gekennzeichnet sein)
- Zwei Buchstaben (Herkunftsland):
- DE: Deutschland
- NL: Niederlande
- BE: Belgien
- USW.
- Acht Ziffern (Legestallnummer): Diese Nummer identifiziert den konkreten Legestall, aus dem das Ei stammt.
Durch die Angabe der Haltungsform können Verbraucher bewusster entscheiden, welche Eier sie kaufen möchten. Eier aus ökologischer Erzeugung und Freilandhaltung gelten als tierfreundlicher, da die Hennen mehr Platz und Auslauf haben.
Qualitätsmerkmale von Eiern
Die Größe ist nicht das einzige Kriterium für die Qualität eines Eies. Achten Sie auch auf folgende Merkmale:
- Saubere und unbeschädigte Schale: Eine intakte Schale schützt das Ei vor dem Eindringen von Bakterien.
- Festes Eiklar: Frische Eier haben ein festes, klares Eiklar. Mit zunehmendem Alter wird das Eiklar dünner und wässriger.
- Gewölbtes Eigelb: Ein frisches Ei hat ein hochgewölbtes, festes Eigelb.
- Geruch: Frische Eier haben keinen unangenehmen Geruch. Riecht ein Ei faulig, sollte es nicht mehr verzehrt werden.
Um die Frische von Eiern zu testen, können Sie den "Schwimmtest" durchführen. Legen Sie das Ei in ein Glas Wasser. Bleibt das Ei am Boden liegen, ist es frisch. Richtet sich das Ei auf, aber bleibt am Boden, ist es noch verzehrbar, aber nicht mehr ganz frisch. Schwimmt das Ei oben, ist es verdorben und sollte entsorgt werden.
Lagerung von Eiern
Eier sollten im Kühlschrank gelagert werden, idealerweise im Eierfach in der Kühlschranktür. Die konstante Temperatur im Kühlschrank verlängert die Haltbarkeit der Eier. Lagern Sie die Eier mit der spitzen Seite nach unten, da dies verhindert, dass die Luftblase im Ei das Eigelb berührt und die Qualität beeinträchtigt. Eier sind in der Regel bis zu 28 Tage nach dem Legedatum haltbar. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist auf der Eierverpackung angegeben.
Fazit
Die Größenangaben auf Eierverpackungen sind ein hilfreiches Instrument, um die Eier nach Ihren individuellen Bedürfnissen auszuwählen. Achten Sie neben der Größe auch auf die Haltungsform der Hennen, die Frische der Eier und die korrekte Lagerung. Mit diesen Informationen können Sie sicherstellen, dass Sie stets Eier von guter Qualität kaufen und genießen können. Die Kenntnis der Eierkennzeichnung ermöglicht Ihnen eine bewusste Kaufentscheidung und unterstützt eine artgerechtere Tierhaltung. Guten Appetit!
