Ein Tier Das Löcher Gräbt Mit W
In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Tieren, die Löcher graben. Viele sind uns vertraut, andere weniger. Dieser Artikel konzentriert sich auf ein spezifisches Tier, das mit dem Buchstaben "W" beginnt und Löcher gräbt: den Maulwurf (Talpa europaea). Wir werden sein Verhalten, seine Lebensweise und die Auswirkungen seiner Grabaktivitäten detailliert betrachten.
Der Maulwurf: Ein Meister des unterirdischen Lebens
Der Europäische Maulwurf, oft einfach als Maulwurf bezeichnet, ist ein kleines, aber kräftiges Säugetier, das fast ausschließlich unterirdisch lebt. Er ist bekannt für seine bemerkenswerten Grabfähigkeiten und die charakteristischen Maulwurfshügel, die er an der Oberfläche hinterlässt.
Aussehen und Anatomie
Maulwürfe sind relativ kleine Tiere. Sie erreichen eine Körperlänge von etwa 11 bis 16 Zentimetern, zuzüglich eines kurzen Schwanzes von etwa 2 bis 3 Zentimetern. Ihr Gewicht liegt typischerweise zwischen 60 und 120 Gramm. Die Fellfarbe ist meist dunkelgrau bis schwarz, manchmal auch bräunlich. Besonders auffällig sind die Vorderfüße: Sie sind breit, schaufelförmig und mit kräftigen Krallen ausgestattet, die ideal zum Graben sind. Die Augen sind sehr klein und oft von Fell bedeckt; das Sehvermögen ist stark eingeschränkt, aber der Maulwurf kompensiert dies durch einen hervorragenden Geruchs-, Tast- und Hörsinn.
Lebensraum und Verbreitung
Der Europäische Maulwurf ist in weiten Teilen Europas verbreitet, von Westeuropa bis nach Russland. Er bevorzugt feuchte, lockere Böden, die sich leicht graben lassen und in denen es ausreichend Nahrung gibt. Häufig findet man ihn in Wiesen, Gärten, Parks und Wäldern. In Gebieten mit sehr trockenen oder steinigen Böden ist er seltener anzutreffen.
Grabaktivitäten und Lebensweise
Die Grabaktivitäten des Maulwurfs sind für seine Lebensweise essentiell. Er verbringt fast sein gesamtes Leben in einem unterirdischen Tunnelsystem, das er selbst anlegt. Dieses System dient ihm als Wohnraum, Jagdgebiet und Schutz vor Feinden. Es besteht aus einem komplexen Netzwerk von Gängen, die sich in unterschiedlichen Tiefen befinden. Die oberflächennahen Gänge dienen hauptsächlich der Nahrungssuche, während die tiefer liegenden Gänge als Wohn- und Schlafräume genutzt werden.
Beim Graben schiebt der Maulwurf die Erde mit seinen kräftigen Vorderfüßen nach hinten und transportiert sie dann mit seinem Körper an die Oberfläche. Dort entsteht dann der typische Maulwurfshügel. Die Hügel sind ein Indikator für die Aktivität des Maulwurfs und können, besonders in Gärten und auf landwirtschaftlichen Flächen, als störend empfunden werden.
Nahrung
Maulwürfe sind Insektenfresser. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Regenwürmern, Insektenlarven, Schnecken und anderen kleinen wirbellosen Tieren, die sie im Boden finden. Regenwürmer machen den größten Teil ihrer Ernährung aus. Maulwürfe legen sogar Vorräte an, indem sie Regenwürmer anbeißen, um sie bewegungsunfähig zu machen und dann in ihren Vorratskammern zu lagern. Sie fressen täglich etwa die Hälfte ihres Körpergewichts, um ihren hohen Energiebedarf zu decken.
Fortpflanzung
Die Paarungszeit der Maulwürfe ist im Frühjahr, typischerweise von März bis Mai. Nach einer Tragzeit von etwa vier Wochen bringt das Weibchen in einem unterirdischen Nest, das mit Gras und Blättern ausgepolstert ist, meist drei bis sieben Junge zur Welt. Die Jungen sind zunächst nackt und blind. Sie werden etwa vier bis fünf Wochen lang gesäugt und verlassen dann das Nest, um selbstständig nach Nahrung zu suchen. Die Jungtiere sind in der Regel nach einem Jahr geschlechtsreif.
Natürliche Feinde
Obwohl Maulwürfe ein Leben im Untergrund führen, haben sie dennoch natürliche Feinde. Zu den häufigsten gehören Raubvögel wie Eulen und Bussarde, sowie Füchse, Marder und Wiesel. Auch Hunde und Katzen können Maulwürfe jagen, wenn sie an die Oberfläche kommen.
Maulwurfshügel im Garten: Freund oder Feind?
Die Maulwurfshügel, die im Garten oder auf dem Rasen entstehen, sind oft ein Ärgernis für Gartenbesitzer. Sie können das Erscheinungsbild des Gartens stören und die Rasenpflege erschweren. Allerdings haben Maulwürfe auch positive Auswirkungen auf den Boden. Durch ihre Grabaktivitäten lockern sie den Boden auf, verbessern die Belüftung und fördern die Zersetzung organischer Stoffe. Außerdem tragen sie zur Bekämpfung von Schädlingen bei, indem sie Insektenlarven und Schnecken fressen.
Was tun gegen Maulwurfshügel?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um mit Maulwurfshügeln im Garten umzugehen. Eine Möglichkeit ist, die Hügel einfach zu beseitigen, indem man die Erde verteilt. Dies ist zwar eine einfache Lösung, aber sie beseitigt nicht die Ursache des Problems. Eine weitere Möglichkeit ist, den Maulwurf zu vertreiben. Es gibt verschiedene Methoden, um dies zu erreichen, wie z.B. das Einsetzen von Ultraschallgeräten, das Auslegen von Duftstoffen oder das Verwenden von Fallen.
- Ultraschallgeräte: Diese Geräte senden hochfrequente Töne aus, die für Maulwürfe unangenehm sind und sie vertreiben sollen. Die Wirksamkeit ist jedoch umstritten.
- Duftstoffe: Es gibt verschiedene Duftstoffe, die Maulwürfe angeblich nicht mögen, wie z.B. Knoblauch, Zwiebeln oder bestimmte ätherische Öle. Diese können in die Gänge eingebracht werden.
- Lebendfallen: Mit Lebendfallen können Maulwürfe gefangen und an einem anderen Ort wieder freigelassen werden. Dies ist eine tierfreundliche Methode, erfordert aber etwas Geduld und Geschick.
- Tödliche Fallen: Der Einsatz von tödlichen Fallen ist in Deutschland streng reglementiert und in vielen Fällen verboten. Er sollte nur als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden und nur von Personen mit entsprechender Sachkunde durchgeführt werden.
Es ist wichtig zu beachten, dass der Maulwurf in Deutschland unter Naturschutz steht. Das bedeutet, dass er nicht ohne weiteres getötet oder verletzt werden darf. Bevor man Maßnahmen zur Bekämpfung von Maulwürfen ergreift, sollte man sich daher über die geltenden Gesetze und Bestimmungen informieren.
Der Maulwurf als Nützling im Ökosystem
Obwohl Maulwürfe im Garten manchmal als Schädlinge betrachtet werden, spielen sie eine wichtige Rolle im Ökosystem. Durch ihre Grabaktivitäten tragen sie zur Bodenverbesserung bei und helfen, Schädlinge zu bekämpfen. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette und dienen als Nahrung für verschiedene Raubtiere.
Fazit
Der Maulwurf ist ein faszinierendes Tier, das perfekt an das Leben im Untergrund angepasst ist. Seine Grabaktivitäten können zwar manchmal zu Problemen führen, aber er ist auch ein Nützling im Ökosystem. Wenn man Maulwurfshügel im Garten hat, sollte man sich bewusst sein, dass es sich um ein geschütztes Tier handelt und dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, mit ihm umzugehen, ohne ihm Schaden zuzufügen.
Weitere Informationen
Bei weiteren Fragen zum Thema Maulwürfe und deren Bekämpfung können Sie sich an Naturschutzorganisationen oder Schädlingsbekämpfungsunternehmen wenden.
