Einfach Mal Machen Könnte Ja Gut Werden
Hallo ihr Lieben! Kennt ihr das Gefühl, wenn euch eine Idee in den Kopf schießt, eine Idee, die so verrückt und unkonventionell klingt, dass ihr sie am liebsten sofort wieder verwerfen würdet? Bei mir passiert das ständig! Und wisst ihr was? Oft ist es genau das, was man tun sollte: Einfach mal machen. Denn wer weiß, vielleicht wird's ja gut. Und genau das ist die Geschichte hinter einigen meiner unvergesslichsten Reiseerlebnisse.
Ich erinnere mich noch genau an diesen einen Sommer in Portugal. Ich war in Lissabon, hatte die üblichen Touristenpfade abgeklappert – die Burg São Jorge, das Jerónimos-Kloster, eine Fahrt mit der berühmten Tram 28. Alles wunderschön, keine Frage. Aber irgendetwas fehlte. Ich spürte dieses unbestimmte Verlangen nach etwas… Echterem, etwas Unbekanntem. Ich saß in einem kleinen Café in Alfama, trank einen Bica und blätterte ziellos in meinem Reiseführer. Plötzlich stieß ich auf eine winzige Notiz über die Ilha do Farol, eine kleine Insel vor der Küste von Faro, ganz im Süden der Algarve. Es stand nur sehr wenig darüber, nur dass es dort einen Leuchtturm, einen Strand und ein paar Fischerhütten gab. "Abgeschieden und authentisch", hieß es. Irgendetwas in mir sagte: "Mach es einfach."
Die Intuition als Reiseführer
Und so saß ich am nächsten Morgen im Zug Richtung Faro. Die Fahrt dauerte mehrere Stunden und ich muss gestehen, ich hatte zwischendurch Zweifel. War das nicht total verrückt? Einfach so, ohne genaue Planung, auf eine winzige Insel zu fahren, von der ich kaum etwas wusste? Ich hätte mir auch einfach einen entspannten Tag am Strand in Cascais machen können. Aber irgendetwas trieb mich an. Es war dieses Gefühl, dass genau das die Art von Abenteuer war, die ich brauchte.
In Faro angekommen, musste ich erst einmal herausfinden, wie ich überhaupt auf die Insel kam. Es gab keine offensichtlichen Schilder oder Ticketschalter. Nach einigem Nachfragen fand ich schließlich einen kleinen Anleger, von dem ein winziges Boot abfuhr. Der Kapitän, ein älterer Mann mit sonnengegerbtem Gesicht und freundlichen Augen, verstand kaum Englisch, aber wir einigten uns irgendwie darauf, dass er mich nach Farol bringen würde. Die Überfahrt dauerte etwa 45 Minuten und bot einen atemberaubenden Blick auf die Küste der Algarve. Das Meer glitzerte in der Sonne und die Luft war erfüllt vom Salzgeruch und dem Kreischen der Möwen.
Ankunft im Paradies
Als wir auf der Ilha do Farol ankamen, war ich sofort verzaubert. Die Insel war winzig, wirklich winzig. Es gab einen kleinen Ort mit vielleicht hundert Häusern, alle weiß getüncht und mit blauen Akzenten verziert. Keine großen Hotels, keine lauten Bars, keine Souvenirläden. Nur Ruhe, Frieden und die unberührte Schönheit der Natur. Ich checkte in einem kleinen Gästehaus ein, das von einer freundlichen älteren Dame geführt wurde, die kein Wort Englisch sprach, aber mir mit Händen und Füßen ein köstliches Mittagessen mit frischem Fisch zubereitete.
Den Rest des Tages verbrachte ich damit, die Insel zu erkunden. Ich wanderte am Strand entlang, sammelte Muscheln, beobachtete die Fischer beim Auswerfen ihrer Netze und kletterte auf den Leuchtturm, um den atemberaubenden Panoramablick zu genießen. Ich aß in einem kleinen Restaurant zu Abend, das direkt am Strand lag, und probierte Cataplana, einen traditionellen portugiesischen Eintopf mit Meeresfrüchten. Der Sonnenuntergang war einfach atemberaubend. Der Himmel färbte sich in allen erdenklichen Farben und das Meer glitzerte golden. Ich saß dort, trank ein Glas Vinho Verde und fühlte mich einfach nur glücklich. So glücklich.
In den folgenden Tagen entdeckte ich die Einfachheit und Schönheit des Insellebens. Ich lernte ein paar Brocken Portugiesisch, freundete mich mit den Einheimischen an und erfuhr viel über ihre Kultur und Traditionen. Ich verbrachte Stunden damit, einfach nur am Strand zu sitzen, zu lesen, zu schwimmen und die Sonne zu genießen. Ich fühlte mich so entspannt und unbeschwert wie schon lange nicht mehr. Es war, als hätte ich einen Ort gefunden, an dem die Zeit stillsteht und man sich ganz auf das Wesentliche konzentrieren kann.
Die Lektion von Farol
Die Ilha do Farol war nicht nur ein wunderschöner Ort, sondern auch eine wichtige Lektion. Sie hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, auf seine Intuition zu hören und sich auch mal auf unbekanntes Terrain zu begeben. Oft sind es gerade die spontanen Entscheidungen und die unkonventionellen Wege, die uns zu den schönsten und unvergesslichsten Erlebnissen führen. Wenn ich mich entschieden hätte, in Lissabon zu bleiben und die üblichen Touristenattraktionen abzuklappern, hätte ich diese unglaubliche Erfahrung nie gemacht. Ich hätte nie die Ruhe und Schönheit der Ilha do Farol kennengelernt und ich hätte nie die Freundlichkeit und Wärme der Einheimischen erfahren.
Seitdem versuche ich, diese Lektion in meinem Leben zu beherzigen. Ich bin offener für neue Erfahrungen, gehe Risiken ein und scheue mich nicht davor, auch mal vom Weg abzukommen. Denn ich habe gelernt, dass "Einfach mal machen" oft der Schlüssel zu etwas wirklich Besonderem sein kann. Es muss ja nicht gleich eine Reise auf eine abgelegene Insel sein. Es kann auch etwas Kleineres sein: Ein neues Restaurant ausprobieren, einen unbekannten Stadtteil erkunden, ein spontanes Wochenende in einer Stadt verbringen, von der man noch nie gehört hat. Die Möglichkeiten sind endlos!
Also, meine Lieben, lasst euch inspirieren! Hört auf euer Bauchgefühl, seid mutig und traut euch, auch mal unkonventionelle Wege zu gehen. Wer weiß, vielleicht entdeckt ihr ja etwas Wunderbares, das ihr sonst nie gefunden hättet. Und denkt immer daran: Einfach mal machen könnte ja gut werden! Ich drücke euch die Daumen und wünsche euch viele unvergessliche Reiseerlebnisse! Und wenn ihr mal in der Algarve seid, vergesst nicht, die Ilha do Farol zu besuchen. Es lohnt sich!
P.S. Habt ihr auch schon mal eine ähnliche Erfahrung gemacht? Eine spontane Entscheidung, die zu einem unvergesslichen Abenteuer geführt hat? Teilt eure Geschichten in den Kommentaren! Ich bin gespannt!
