Elternzeit Verlängern Da Kein Kita Platz
Hallo liebe Reisefreunde und zukünftige Familienabenteurer! Eure Jenny hier, und heute wird es mal nicht um die schönsten Strände Thailands oder die aufregendsten Wanderungen in den Alpen gehen. Heute nehme ich euch mit auf eine ganz persönliche Reise, eine Reise durch den Bürokratie-Dschungel Deutschlands, gespickt mit Windeln, Schlafmangel und der allgegenwärtigen Frage: "Wie zur Hölle schaffe ich das alles?"
Denn ja, auch Reiseblogger werden Eltern! Und ja, auch wir stoßen in Deutschland auf Herausforderungen, die man in keinem Reiseführer findet. Es geht um die Elternzeit, dieses magische Wort, das Eltern kurz nach der Geburt eine Auszeit vom Job verspricht. Aber was passiert, wenn diese Auszeit plötzlich länger dauert als geplant? Was passiert, wenn der langersehnte Kita-Platz einfach nicht in Sicht ist? Das, meine Lieben, ist meine Geschichte.
Die rosarote Brille und die Realität
Nach der Geburt unserer kleinen Emilia schwebten mein Mann und ich natürlich im siebten Himmel. Die ersten Wochen waren anstrengend, keine Frage, aber wir waren voller Liebe und Zuversicht. Wir hatten uns beide für ein Jahr Elternzeit entschieden, eine perfekte Lösung, dachten wir. Genug Zeit, um Emilia kennenzulernen, uns als Familie einzuspielen und uns dann entspannt um einen Kita-Platz zu kümmern. Wir hatten uns frühzeitig angemeldet, alle Formulare ausgefüllt, sogar ein paar Kitas persönlich besucht. Alles schien im grünen Bereich.
Tja, "schien" ist das Stichwort. Denn je näher das Ende unserer Elternzeit rückte, desto deutlicher wurde, dass wir uns getäuscht hatten. Absagen, Absagen, Absagen. Jede Kita hatte ihre Gründe, warum Emilia nicht aufgenommen werden konnte: Wartelisten zu lang, Personalmangel, falsches Alter. Die rosarote Brille, die wir nach der Geburt getragen hatten, bekam plötzlich tiefe Risse. Panik stieg in uns auf. Was sollten wir nur tun?
Elternzeit verlängern – Die erste Hürde
Die erste Idee, die uns kam, war natürlich die Elternzeit zu verlängern. Das schien die logischste Lösung, um die Zeit bis zum erhofften Kita-Platz zu überbrücken. Aber auch hier lauern Tücken im Detail. In Deutschland ist die Elternzeit zwar ein Recht, aber ihre Gestaltung unterliegt klaren Regeln.
Zunächst einmal mussten wir uns an unseren Arbeitgeber wenden. Mein Mann hatte Glück, er arbeitet in einem familienfreundlichen Unternehmen, das ihm die Verlängerung problemlos genehmigte. Bei mir sah es etwas anders aus. Als freie Reisebloggerin bin ich quasi mein eigener Arbeitgeber, was die Sache nicht unbedingt einfacher macht. Ich musste mir also selbst eine "Genehmigung" erteilen und meine Aufträge entsprechend planen. Das bedeutete, einige Projekte absagen, andere verschieben und insgesamt mit weniger Einkommen auskommen. Aber Emilie ging natürlich vor.
Wichtig zu wissen: Die Verlängerung der Elternzeit muss spätestens sieben Wochen vor dem geplanten Ende der ursprünglichen Elternzeit beim Arbeitgeber beantragt werden. Sonst kann es schwierig werden. Und auch wenn der Arbeitgeber grundsätzlich zustimmen muss, kann er in Ausnahmefällen Einwände erheben, beispielsweise wenn betriebliche Gründe dagegen sprechen.
Elterngeld und die liebe Bürokratie
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Elterngeld. Das Elterngeld wird in der Regel für die ersten zwölf Monate nach der Geburt gezahlt (oder 14 Monate, wenn beide Elternteile Elternzeit nehmen). Wenn man die Elternzeit verlängert, bekommt man nicht automatisch auch länger Elterngeld. Man muss sich also genau überlegen, wie man die Zeit finanziell überbrückt. Es gibt die Möglichkeit, ElterngeldPlus zu beantragen, das über einen längeren Zeitraum gezahlt wird, aber dafür geringer ausfällt. Wir haben uns für diese Option entschieden, um wenigstens einen Teil unseres Einkommens zu sichern.
Und dann kommt der Papierkram! Formulare über Formulare, Anträge, Bescheinigungen. Manchmal hatte ich das Gefühl, ich verbringe mehr Zeit am Schreibtisch als mit meiner Tochter. Aber es half nichts, da musste man durch. Mein Tipp: Sich Hilfe suchen! Es gibt Beratungsstellen, die Eltern bei allen Fragen rund um Elternzeit, Elterngeld und Kita-Platz unterstützen. Diese Hilfe ist oft kostenlos und kann einem viel Zeit und Nerven sparen.
Die Suche nach Alternativen
Die Verlängerung der Elternzeit war nur eine Notlösung. Wir wussten, dass wir langfristig eine Betreuung für Emilia brauchten, damit wir beide wieder arbeiten konnten. Also suchten wir fieberhaft nach Alternativen.
Tagesmutter: Eine Tagesmutter wäre eine tolle Option gewesen, aber auch hier war die Nachfrage enorm. Wir haben uns bei mehreren Tagesmüttern in unserer Umgebung gemeldet, aber die meisten waren schon lange ausgebucht. Außerdem ist eine gute Tagesmutter oft teurer als ein Kita-Platz.
Private Kinderbetreuung: Eine private Kinderbetreuung, wie beispielsweise ein Au-pair, kam für uns nicht in Frage. Wir wollten Emilia in einem Umfeld mit anderen Kindern wissen, wo sie soziale Kompetenzen lernen kann.
Notfall-Betreuung: Einige Städte bieten eine Notfall-Betreuung für Kinder an, beispielsweise wenn Eltern krank sind oder einen wichtigen Termin haben. Das war für uns keine Dauerlösung, aber eine gute Option, um kurzfristig Engpässe zu überbrücken.
Netzwerk: Das Wichtigste war, unser Netzwerk zu aktivieren. Wir haben Freunde, Familie und Nachbarn gefragt, ob sie uns unterstützen können. Und tatsächlich, eine Freundin von mir, die selbst Mutter ist, hat uns angeboten, Emilia ein paar Stunden pro Woche zu betreuen. Das war eine riesige Erleichterung!
Ein Happy End?
Nach vielen Monaten des Wartens, Hoffens und Bangens kam dann endlich die erlösende Nachricht: Emilia hat einen Kita-Platz bekommen! Wir waren überglücklich. Endlich konnten wir wieder etwas mehr arbeiten und uns auch mal wieder Zeit für uns selbst nehmen.
Die Zeit ohne Kita-Platz war anstrengend, keine Frage. Aber sie hat uns auch als Familie zusammengeschweißt. Wir haben gelernt, flexibler zu sein, Prioritäten zu setzen und uns gegenseitig zu unterstützen. Und wir haben gelernt, dass man in Deutschland mit etwas Geduld und Hartnäckigkeit fast alles schaffen kann – auch ohne Kita-Platz.
Meine Lieben, lasst euch von solchen Herausforderungen nicht entmutigen! Elternsein ist ein Abenteuer, eine Reise ins Unbekannte. Und auch wenn es manchmal steinig ist, ist es doch das Schönste, was es gibt. Und denkt daran: Ihr seid nicht allein! Es gibt viele Eltern, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Sucht euch Unterstützung, tauscht euch aus und gebt nicht auf! Und vielleicht sehen wir uns ja bald wieder auf einer unserer Reisen – mit Emilia im Gepäck, versteht sich!
Also, packt die Koffer (und die Windeln!), bleibt neugierig und abenteuerlustig! Eure Jenny.
