Englisch Lk Klausur Q1 Great Britain
Ach du liebe Zeit, da sitze ich also, mitten in der Q1, im Englisch Leistungskurs. Und was steht an? Eine Klausur über Großbritannien! Nicht irgendeine Klausur, sondern *die* Klausur, die entscheidet, ob man sich weiterhin mit gutem Gewissen in Richtung Abitur bewegen kann oder ob man anfängt, ernsthaft über eine Ausbildung zum Schäfer nachzudenken (nichts gegen Schäfer, aber mein Talent liegt eher in der Analyse von Shakespeares Sonetten – meistens zumindest!).
Ich muss sagen, die Vorbereitung war… intensiv. Nicht so intensiv wie eine Besteigung des Mount Everest (zumindest stelle ich mir das so vor), aber doch so intensiv, dass mein Teekonsum exorbitant gestiegen ist. Und bei einer Klausur über Großbritannien darf man ja wohl auch Tee trinken, oder? Schließlich geht es um die Wiege des Tees, die Heimat von Afternoon Tea und Cream Tea, die Nation, die mehr Tee trinkt als Wasser (okay, das stimmt vielleicht nicht ganz, aber gefühlt schon!).
Wir hatten im Unterricht wirklich *alles* durchgenommen. Von den historischen Fakten, die sich anfühlen wie eine endlose Liste von Königen und Königinnen (Heinrich der Achte, oh mein Gott!), bis hin zu den sozialen und politischen Herausforderungen der Gegenwart. Brexit, NHS, Ungleichheit – es gab wirklich kein Thema, das wir ausgelassen haben. Und dann noch die Literatur! Shakespeare, natürlich, aber auch Wordsworth, Orwell, Zadie Smith… Mein Bücherregal fühlte sich an wie ein britisches Museum in Miniaturform.
Die Klausur selbst: Ein britisches Abenteuer
Der Tag der Klausur war ein grauer, typisch deutscher Herbsttag. Das passte irgendwie zur Stimmung. Die Luft im Klassenzimmer war dick von Anspannung und dem leisen Rascheln von Papier. Die Aufgabenstellung war… herausfordernd. Es ging um die Darstellung des ländlichen Englands in der viktorianischen Literatur und die Frage, inwieweit dieses Bild noch heute relevant ist. Uff!
Zuerst einmal musste ich meine Gedanken sortieren. Viktorianische Literatur! Da kamen mir sofort Jane Austen, die Brontë-Schwestern und Thomas Hardy in den Sinn. Diese wunderschönen, aber oft auch düsteren Beschreibungen von sanften Hügeln, beschaulichen Dörfern und dem harten Leben der Landbevölkerung.
Ich begann damit, die wichtigsten Merkmale des viktorianischen Englands zu skizzieren: Die Industrialisierung, die zu einer Landflucht führte, die soziale Ungleichheit, die sich in den Romanen widerspiegelte, und die Idealisierung des Landlebens als Gegenentwurf zur urbanen Hektik.
"The best and most beautiful things in the world cannot be seen or even touched - they must be felt with the heart." - Helen Keller. (Okay, sie war Amerikanerin, aber die Aussage passt trotzdem irgendwie zum viktorianischen Idealismus!)
Dann wagte ich mich an die Analyse der literarischen Texte. Ich entschied mich, Passagen aus Tess of the d'Urbervilles von Thomas Hardy zu verwenden, um zu zeigen, wie Hardy die Schönheit und die Brutalität des Landlebens gleichermaßen darstellt. Tess, das arme Mädchen vom Land, das vom Schicksal gebeutelt wird… ihre Geschichte ist einfach herzzerreißend und gleichzeitig so realistisch.
Das moderne England: Ein Vergleich
Der zweite Teil der Aufgabe bestand darin, die Relevanz dieses Bildes für das moderne England zu beurteilen. Und das war knifflig! Natürlich hat sich viel verändert. Das moderne England ist viel urbaner, multikultureller und technologischer als das viktorianische England. Aber ich argumentierte, dass die Sehnsucht nach einem einfachen Leben im Einklang mit der Natur, die sich in der viktorianischen Literatur widerspiegelt, auch heute noch existiert.
Man sieht es an den vielen Menschen, die aus den Städten aufs Land ziehen, an den ökologischen Bewegungen, die sich für den Schutz der Natur einsetzen, und an dem wachsenden Interesse an regionalen Lebensmitteln und traditionellen Handwerkskünsten. Vielleicht ist es ja auch der Wunsch, der Hektik des modernen Lebens zu entfliehen und ein Stück Authentizität zu finden.
Ich erwähnte auch, dass die soziale Ungleichheit, die ein zentrales Thema in der viktorianischen Literatur war, auch heute noch ein Problem ist. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist in Großbritannien nach wie vor sehr groß, und das Landleben ist oft von Armut und Perspektivlosigkeit geprägt.
Mein persönliches Fazit
Nach drei Stunden angestrengten Schreibens war ich fertig. Ich hatte das Gefühl, dass ich mein Bestes gegeben hatte. Ob das gut genug war, würde sich erst in ein paar Wochen herausstellen. Aber ich war stolz darauf, dass ich mich so intensiv mit der britischen Kultur und Literatur auseinandergesetzt hatte.
Und ganz ehrlich, diese Klausur hat meine Reiselust geweckt! Ich habe jetzt so richtig Lust, selbst nach Großbritannien zu reisen und mir das Landleben anzuschauen. Die sanften Hügel von Dorset, die malerischen Dörfer von Cornwall, die wilden Küsten von Schottland… das alles klingt einfach unglaublich verlockend.
Wenn ich das nächste Mal in Großbritannien bin, werde ich auf jeden Fall einen Ausflug aufs Land machen. Ich werde mir ein gemütliches Cottage suchen, einen Spaziergang durch die Felder machen, ein Pint in einem traditionellen Pub trinken und mir vorstellen, wie es wohl gewesen wäre, im viktorianischen England zu leben.
Vielleicht werde ich sogar versuchen, Tess of the d'Urbervilles vor Ort zu lesen. Das wäre doch ein unvergessliches Erlebnis! Und wer weiß, vielleicht inspiriert mich das ja auch zu meinem nächsten großen Abenteuer…
Bis dahin bleibe ich aber erst mal bei meinem Tee und warte auf das Ergebnis der Klausur. Drückt mir die Daumen!
P.S. Egal wie die Klausur ausgeht, eins ist sicher: Großbritannien bleibt auf meiner Reiseliste ganz oben! Und vielleicht, ganz vielleicht, werde ich ja eines Tages auch Schäferin in den schottischen Highlands. Wer weiß das schon?
P.P.S. Vergesst nicht, euren eigenen britischen Traum zu leben! Ob es nun ein Besuch in London, ein Roadtrip durch die Cotswolds oder einfach nur eine Tasse Tee mit einem guten Buch ist. Großbritannien hat für jeden etwas zu bieten.
