Englisch Sehr Geehrter Herr
Also, mal ehrlich, wer hat sich noch NICHT über diese Grußformel lustig gemacht? "Sehr geehrter Herr"… Das klingt doch, als ob man gerade eine Audienz beim Kaiser beantragt! Oder, noch besser, als ob man einen Brief an den Weihnachtsmann persönlich schreibt – aber einen SEHR formellen Weihnachtsmann, der Wert auf korrekte Anrede legt.
Klar, es gibt Situationen, da MUSS man förmlich sein. Zum Beispiel, wenn man sich bei einer wichtigen Firma bewirbt oder Beschwerde bei der Bank einlegt, weil die einem schon wieder die Kontoführungsgebühren erhöht haben (grrr!). Aber selbst DANN, finde ich, kann man ein bisschen lockerer sein. Muss es denn wirklich "Sehr geehrter Herr Müller" sein? Reicht nicht vielleicht ein freundliches "Guten Tag, Herr Müller,"? Fragt doch mal Herrn Müller persönlich! Ich wette, er freut sich auch, wenn er nicht das Gefühl hat, eine E-Mail aus dem vorletzten Jahrhundert zu bekommen.
Die unendlichen Möglichkeiten der Anrede (oder auch nicht)
Das Problem ist ja: Was macht man, wenn man den Namen des Empfängers nicht kennt? Dann wird's richtig kompliziert. "Sehr geehrte Damen und Herren"? Das klingt so… unspezifisch. Als ob man einen Werbeflyer an die ganze Stadt schickt. Da fühlt sich doch keiner persönlich angesprochen! Und wenn man sich dann noch vertippt und "Sehr geehrte Damen und Herren" schreibt… oh je! Das Internet vergisst ja bekanntlich nichts.
Ich erinnere mich an eine E-Mail, die ich mal bekommen habe. Sie fing an mit "Sehr geehrter Herr Frau". Ich habe mich gefragt, ob das eine neue Geschlechtsbezeichnung ist, von der ich noch nichts wusste. Oder ob da jemand einfach total überfordert war mit der ganzen Gender-Thematik. Ehrlich gesagt, fand ich es ziemlich amüsant. Aber der Absender hatte wahrscheinlich nicht vor, mich zu amüsieren. Er wollte wahrscheinlich einfach nur seine E-Mail loswerden.
Die Kunst des Weglassens
Manchmal ist es ja auch am besten, die Anrede einfach ganz wegzulassen. Vor allem, wenn man den Empfänger eh kennt. Wenn ich meinem besten Freund eine E-Mail schreibe, fange ich ja auch nicht mit "Sehr geehrter Herr Schmidt" an. Da schreibe ich einfach "Hey Schmidt!" oder "Na, alter Sack?". Okay, vielleicht nicht immer "alter Sack", aber ihr wisst, was ich meine. Es geht um die Beziehung, um die Vertrautheit. Und die geht bei zu viel Förmlichkeit einfach verloren.
Und wenn man sich unsicher ist? Dann gibt es ja noch die wunderbare Option: "Hallo!". Kurz, knackig, freundlich. Und vor allem: Geschlechtsneutral! Damit macht man garantiert nichts falsch. Außer vielleicht, man schreibt an einen *SEHR* förmlichen Anwalt. Aber selbst der wird's wahrscheinlich überleben.
Apropos Anwälte: Stellt euch mal vor, wie "cool" es wäre, wenn Anwälte ihre Schriftsätze mit "Hey Leute!" beginnen würden. Oder, noch besser: "Was geht ab, ihr Paragraphenreiter?". Okay, wahrscheinlich würden sie dann ihren Job verlieren. Aber die Vorstellung ist trotzdem herrlich!
Die Zukunft der Anrede
Ich bin ja fest davon überzeugt, dass die Zeiten von "Sehr geehrter Herr" bald vorbei sind. Die Welt wird immer lockerer, immer entspannter. Und das ist auch gut so! Wir müssen nicht mehr so tun, als ob wir alle Lords und Ladys wären. Wir können einfach wir selbst sein. Und das fängt schon bei der Anrede an.
Also, lasst uns die verstaubten Grußformeln hinter uns lassen und zu etwas Neuem, Frischem, Aufregendem übergehen! Lasst uns die Welt mit freundlichen, unkomplizierten Anreden erobern! Lasst uns "Hallo!" sagen, "Hey!" brüllen oder einfach nur ein fröhliches Emoji schicken. Die Möglichkeiten sind unendlich!
Und wenn jemand trotzdem Wert auf "Sehr geehrter Herr" legt? Dann schreib ihm halt einen Brief. Aber bitte mit Feder und Tinte. Und vergiss nicht, ein Siegelwachs zu verwenden! Das macht das Ganze gleich viel authentischer. 😉
Zum Schluss noch eine kleine Anekdote: Ich habe mal einen Brief von einer Behörde bekommen, der mit "Sehr geehrte/r Frau/Herr" begann. Da hat sich wohl jemand gedacht, er sei besonders clever. Aber ehrlich gesagt, fand ich es einfach nur unentschlossen. Entscheidet euch doch mal! Bin ich jetzt ein Mann oder eine Frau? Oder vielleicht doch irgendwas dazwischen? Die Behörde konnte es anscheinend nicht sagen. Aber ich weiß es! Und das ist ja die Hauptsache.
In diesem Sinne: Lebt wohl, ihr Sehr Geehrten! Und auf eine Zukunft voller kreativer, lockerer und vor allem freundlicher Anreden!
