English Sehr Geehrte Damen Und Herren
Die Anrede "Sehr geehrte Damen und Herren" ist im Deutschen eine Standardformulierung für formelle Briefe und E-Mails, wenn der Name des Empfängers oder der Empfängerin nicht bekannt ist. Sie entspricht in etwa dem Englischen "To Whom It May Concern". Obwohl sie weit verbreitet ist, gibt es im modernen Geschäftsleben und in der Kommunikation zunehmend Alternativen, die als zeitgemäßer und persönlicher empfunden werden. Dieser Artikel erläutert die Verwendung von "Sehr geehrte Damen und Herren", ihre Vor- und Nachteile, sowie alternative Anredeformen.
Verwendung von "Sehr geehrte Damen und Herren"
Wann diese Anrede angemessen ist
Diese Anrede ist angemessen, wenn:
- Der Name des Adressaten nicht ermittelbar ist. Dies kann der Fall sein, wenn Sie sich an eine allgemeine E-Mail-Adresse wie [email protected] wenden oder eine Initiativbewerbung schreiben.
- Sie sich an eine unbekannte Gruppe von Personen wenden. Beispielsweise, wenn Sie eine Beschwerde an die Kundenserviceabteilung eines Unternehmens richten.
- Ein sehr formeller Ton gewünscht oder erforderlich ist. In manchen Branchen oder bei bestimmten Anlässen, wie offiziellen Anfragen oder förmlichen Beschwerden, ist diese Anrede weiterhin üblich.
Formale Aspekte
Die korrekte Schreibweise und Formatierung ist wichtig. Beachten Sie Folgendes:
- "Sehr geehrte" wird immer großgeschrieben.
- "Damen und Herren" wird ebenfalls großgeschrieben.
- Nach der Anrede folgt in der Regel ein Komma.
- Der erste Satz des eigentlichen Textes beginnt dann klein, es sei denn, es handelt sich um ein Substantiv.
Beispiel:
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich beziehe mich auf Ihre Anzeige vom [Datum] und möchte mich hiermit um die Stelle als [Position] bewerben.
Kritik und Nachteile
Obwohl die Anrede "Sehr geehrte Damen und Herren" weit verbreitet ist, gibt es auch Kritik daran, insbesondere im Hinblick auf:
Unpersönlichkeit
Die größte Kritikpunkt ist die Unpersönlichkeit. In einer Zeit, in der Individualisierung und personalisierte Kommunikation immer wichtiger werden, wirkt diese Anrede distanziert und wenig wertschätzend. Sie impliziert, dass Sie sich keine Mühe gemacht haben, den Namen des Ansprechpartners herauszufinden.
Geschlechterunspezifisch
Die Anrede schließt non-binäre oder gender-fluide Personen aus. Dies kann als diskriminierend empfunden werden. Zwar gibt es Varianten wie "Sehr geehrte Damen und Herren und Diverse", diese wirken jedoch oft umständlich und wenig elegant.
Veralteter Eindruck
In vielen Bereichen, insbesondere in der jüngeren Generation und in innovativen Unternehmen, gilt die Anrede als veraltet und unmodern. Sie kann den Eindruck erwecken, dass Sie nicht auf dem neuesten Stand der Kommunikationsstandards sind.
Alternative Anredeformen
Es gibt zahlreiche Alternativen, die persönlicher, zeitgemäßer und inklusiver sind. Hier einige Beispiele:
Recherche des Namens
Die beste Option ist es, den Namen des Ansprechpartners herauszufinden. Dies zeigt, dass Sie sich Mühe gegeben haben und wertschätzen den Empfänger. Nutzen Sie die Unternehmenswebsite, LinkedIn, Xing oder rufen Sie einfach an, um den Namen zu erfragen.
Beispiel:
Sehr geehrte Frau Müller,
Sehr geehrter Herr Schmidt,
Anrede mit Funktion oder Abteilung
Wenn Sie den Namen nicht herausfinden können, aber die Funktion oder Abteilung kennen, können Sie diese ansprechen. Dies ist persönlicher als "Sehr geehrte Damen und Herren", aber immer noch formell genug.
Beispiele:
Sehr geehrte Damen und Herren der Personalabteilung,
Sehr geehrte/r Verantwortliche/r für Marketing,
Neutrale Anrede
Es gibt auch neutrale Anredeformen, die geschlechterinklusiv sind und weniger formell wirken. Diese sind besonders geeignet für E-Mails oder Branchen, in denen ein lockerer Ton herrscht.
Beispiele:
Guten Tag,
Hallo,
Sehr geehrte Interessierte,
Konkrete Formulierung bei Initiativbewerbungen
Bei Initiativbewerbungen kann man auch direkter formulieren, um das Interesse des Lesers zu wecken. Anstatt einer formellen Anrede kann man den ersten Satz nutzen, um das Unternehmen oder die Abteilung direkt anzusprechen.
Beispiel:
Sehr geehrte Damen und Herren, [alternativ, ohne formelle Anrede:] Ihr Unternehmen [Firmenname] hat mich durch [Grund] sehr beeindruckt und ich bin überzeugt, dass meine Fähigkeiten im Bereich [Bereich] einen wertvollen Beitrag leisten können.
Fazit
Die Anrede "Sehr geehrte Damen und Herren" ist eine traditionelle und formelle Anrede, die in bestimmten Situationen weiterhin angemessen ist. Jedoch sollte man sich der Nachteile bewusst sein, insbesondere der Unpersönlichkeit und des veralteten Eindrucks. In den meisten Fällen ist es empfehlenswert, Alternativen zu nutzen, die persönlicher, inklusiver und zeitgemäßer sind. Die Recherche des Namens des Ansprechpartners ist dabei immer die beste Wahl. Achten Sie auf den Kontext und die Branche, um die am besten geeignete Anrede zu wählen. Eine sorgfältige Wahl der Anrede zeigt Respekt und Wertschätzung gegenüber dem Empfänger und kann den Erfolg Ihrer Kommunikation maßgeblich beeinflussen.
Zusammenfassend:
- "Sehr geehrte Damen und Herren" verwenden: Wenn der Name unbekannt ist und ein sehr formeller Ton erforderlich ist.
- Alternativen bevorzugen: Wenn möglich, den Namen recherchieren oder eine neutrale Anrede wählen.
- Kontext beachten: Die Wahl der Anrede sollte zum Unternehmen, der Branche und dem Anlass passen.
