Er Liebt Mich Aber Begehrt Mich Nicht
Hallo ihr Lieben, Fernweh-Geplagten und Herzschmerz-Enthüller! Ich bin’s, eure Sarah, wieder zurück von einer Reise, die nicht nur meinen Pass, sondern auch mein Herz mit Stempeln versehen hat. Diesmal war es keine Sightseeing-Tour durch pittoreske Gassen oder das Erklimmen majestätischer Berggipfel. Nein, diesmal ging es um eine viel persönlichere Expedition: die Reise ins verwirrende Land der Liebe. Genauer gesagt, ins dunkle, manchmal schmerzhafte, und leider auch sehr oft begleitete Tal der Frage: „Er liebt mich, aber begehrt mich nicht – was nun?“
Ihr kennt mich ja, ich spare mir selten Details. Und weil ich weiß, dass ich nicht die Einzige bin, die jemals in diesem seltsamen Tal gelandet ist, möchte ich meine Geschichte mit euch teilen. Vielleicht findet sich ja jemand wieder, vielleicht hilft es einfach nur zu wissen, dass man nicht allein ist mit diesem Gefühl von… Tja, wie soll ich es nennen? Frustration? Verwirrung? Einsamkeit in Zweisamkeit?
Alles begann ganz klassisch. Ich lernte ihn kennen, nennen wir ihn Max, in einem kleinen Café in Lissabon. Er las ein Buch, ich versuchte verzweifelt, meinen Espresso zu genießen, während die Sonne unbarmherzig durchs Fenster brannte. Unsere Blicke trafen sich, wir kamen ins Gespräch – über das Buch, über Lissabon, über das Leben. Es war, wie man so schön sagt, Magie in der Luft. Wir verbrachten die nächsten Tage zusammen, erkundeten die Stadt, lachten viel, teilten Geheimnisse. Es fühlte sich an wie eine dieser Romanzen, von denen man in Büchern liest.
Nach Lissabon folgte Berlin, dann ein Wochenende in der Toskana. Max war charmant, intelligent, aufmerksam. Er hörte zu, er verstand mich, er brachte mich zum Lachen. Er sagte mir, dass er mich liebt. Und ich glaubte ihm das. Denn ich liebte ihn auch. Aber da war dieses leise, nagende Gefühl, dass etwas fehlte. Etwas Entscheidendes.
Die ausbleibende Sehnsucht
Es war nicht so, dass Max und ich keinen Sex hatten. Doch selbst wenn wir es taten, fühlte es sich… anders an. Nicht schlecht, aber eben auch nicht leidenschaftlich. Es war, als würde er eine Aufgabe erfüllen, nicht als würde er sich nach mir sehnen. Als würde er mir einen Gefallen tun, nicht als würde er unbändige Lust auf mich verspüren. Er küsste mich zärtlich, aber nie wild. Er umarmte mich innig, aber nie besitzergreifend. Ich fühlte mich geliebt, ja, aber nicht begehrt. Und das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Anfangs redete ich es mir schön. Vielleicht war er einfach schüchtern, vielleicht brauchte er Zeit, um sich zu öffnen. Vielleicht war ich zu ungeduldig. Aber je länger die Beziehung dauerte, desto deutlicher wurde es: Max sah mich nicht auf diese Art und Weise. Er sah in mir eine wundervolle Freundin, eine kluge Gesprächspartnerin, eine liebevolle Begleiterin. Aber er sah nicht die Frau, die er unbedingt haben wollte.
Es war, als würde ich in einem wunderschönen Schloss leben, aber das Tor zu seinem Schlafzimmer bliebe verschlossen. Ich hatte Zugang zu seinem Verstand, zu seinem Herzen, aber nicht zu seiner tiefsten Sehnsucht. Und das fühlte sich nach einer Weile unglaublich einsam an.
Die Suche nach Antworten
Ich begann, im Internet zu recherchieren. Ich las Artikel über sexuelle Anziehung, über unterschiedliche Libidos, über Bindungsängste. Ich sprach mit Freundinnen, mit meiner Mutter, sogar mit einer Therapeutin. Die Antworten waren vielfältig, aber keine wirklich zufriedenstellend. Einige sagten, es sei normal, dass die sexuelle Leidenschaft mit der Zeit nachlässt. Andere meinten, es gäbe vielleicht gesundheitliche Gründe oder unterdrückte Traumata. Wieder andere rieten mir, offener über meine Bedürfnisse zu sprechen.
Und natürlich sprach ich mit Max. Mehrmals. Er hörte aufmerksam zu, er zeigte Verständnis, er versprach, sich zu ändern. Aber es passierte nichts. Oder zumindest nicht genug. Er versuchte, leidenschaftlicher zu sein, aber es wirkte immer aufgesetzt, erzwungen. Und das machte alles nur noch schlimmer.
Ich fühlte mich wie eine Bittstellerin, die um etwas bettelt, das eigentlich selbstverständlich sein sollte. Ich fühlte mich unweiblich, unattraktiv, unerwünscht. Und das, obwohl ich wusste, dass Max mich liebte. Die Liebe war da, aber die Glut fehlte. Und ohne diese Glut konnte das Feuer nicht brennen.
Die Erkenntnis
Irgendwann kam ich an einen Punkt, an dem ich mir eingestehen musste, dass es so nicht weitergehen konnte. Dass ich es verdiente, von meinem Partner nicht nur geliebt, sondern auch begehrt zu werden. Dass ich nicht mein ganzes Leben damit verbringen konnte, mich nach etwas zu sehnen, das mir niemals gegeben werden würde.
Es war eine schmerzhafte Erkenntnis, denn ich liebte Max ja wirklich. Aber ich erkannte auch, dass Liebe allein nicht genug ist. Dass es auch Leidenschaft, Anziehung und sexuelle Kompatibilität braucht, um eine erfüllende Beziehung zu führen.
Ich musste mich entscheiden: Bleiben und mich mit weniger zufrieden geben, oder gehen und auf das hoffen, was ich wirklich wollte. Ich entschied mich für Letzteres. Es war der schwerste Entschluss meines Lebens, aber im Nachhinein auch der beste.
Die Reise geht weiter
Die Trennung von Max war hart, natürlich. Es gab Tränen, Vorwürfe, Schuldgefühle. Aber es gab auch Erleichterung. Die Erleichterung, nicht mehr so tun zu müssen, als wäre alles in Ordnung. Die Erleichterung, sich nicht mehr zu verbiegen, um jemandem zu gefallen. Die Erleichterung, endlich wieder ehrlich zu sich selbst zu sein.
Es ist jetzt ein paar Monate her. Ich bin immer noch Single, und ehrlich gesagt, manchmal auch ein bisschen einsam. Aber ich bin auch zuversichtlich. Zuversichtlich, dass ich irgendwann jemanden finden werde, der mich nicht nur liebt, sondern auch begehrt. Jemanden, der mich mit Haut und Haaren will. Jemanden, bei dem die Glut vom ersten Moment an lodert.
Und bis dahin genieße ich mein Leben. Ich reise, ich lerne neue Menschen kennen, ich probiere neue Dinge aus. Ich konzentriere mich auf mich selbst, auf meine Bedürfnisse, auf meine Träume. Denn ich habe gelernt, dass ich nur dann eine erfüllende Beziehung führen kann, wenn ich zuerst mit mir selbst im Reinen bin.
Also, liebe Reisegefährten, wenn ihr euch jemals in diesem dunklen Tal wiederfindet, in dem die Liebe zwar blüht, aber die Leidenschaft verdorrt, dann denkt an meine Geschichte. Denkt daran, dass ihr es verdient, voll und ganz geliebt und begehrt zu werden. Und habt den Mut, euren eigenen Weg zu gehen, auch wenn er steinig und beschwerlich ist. Denn am Ende wartet vielleicht ein wunderschöner Sonnenaufgang auf euch, der alle Mühen wert ist.
Und jetzt bin ich gespannt: Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Teilt eure Geschichten in den Kommentaren! Ich freue mich darauf, von euch zu lesen!
Eure Sarah
