Erste Hilfe Bei Herzinfarkt Aspirin
Ein Herzinfarkt ist ein medizinischer Notfall, der sofortiges Handeln erfordert. Für Betroffene und Umstehende ist es wichtig, die Symptome zu erkennen und die richtigen Schritte einzuleiten. Die Einnahme von Aspirin kann in dieser Situation lebensrettend sein, ist aber nur ein Teil einer umfassenden Notfallversorgung. Dieser Artikel erklärt, wann und wie Aspirin bei einem vermuteten Herzinfarkt eingesetzt werden sollte und welche weiteren Maßnahmen zu ergreifen sind.
Was ist ein Herzinfarkt?
Ein Herzinfarkt, auch Myokardinfarkt genannt, tritt auf, wenn die Blutversorgung eines Teils des Herzmuskels plötzlich unterbrochen wird. Dies geschieht meist durch ein Blutgerinnsel, das ein bereits durch Ablagerungen (Plaque) verengtes Herzkranzgefäß verstopft. Ohne ausreichende Blutzufuhr wird der Herzmuskel nicht mehr mit Sauerstoff versorgt, und das Gewebe beginnt abzusterben. Je länger die Unterbrechung andauert, desto größer ist der Schaden am Herzen.
Symptome eines Herzinfarkts
Die Symptome eines Herzinfarkts können von Person zu Person variieren, sind aber in der Regel durch folgende Anzeichen gekennzeichnet:
- Starker Brustschmerz oder -druck: Dieser Schmerz wird oft als Engegefühl, Quetschen oder Brennen beschrieben und kann länger als ein paar Minuten andauern.
- Ausstrahlende Schmerzen: Der Schmerz kann in den linken Arm, die Schulter, den Hals, den Kiefer oder den Rücken ausstrahlen.
- Atemnot: Kurzatmigkeit kann mit oder ohne Brustschmerzen auftreten.
- Übelkeit und Erbrechen: Unwohlsein im Magen kann ein weiteres Symptom sein.
- Kaltschweißigkeit: Plötzliches Schwitzen, auch ohne Anstrengung.
- Schwindel und Ohnmacht: Benommenheit oder Bewusstlosigkeit können auftreten.
- Allgemeines Unwohlsein: Ein vages Gefühl der Krankheit, Angst oder Unruhe.
Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jeder Herzinfarkt mit den gleichen Symptomen einhergeht. Frauen, ältere Menschen und Diabetiker erleben möglicherweise untypische Symptome, wie z.B. nur Atemnot, Rückenschmerzen oder Übelkeit. Auch wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es sich um einen Herzinfarkt handelt, sollten Sie den Notruf wählen, wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome bemerken.
Die Rolle von Aspirin bei einem Herzinfarkt
Aspirin (Acetylsalicylsäure, ASS) ist ein Medikament, das die Blutgerinnung hemmt. Bei einem Herzinfarkt kann Aspirin helfen, die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern oder bestehende Gerinnsel aufzulösen und so die Durchblutung des Herzmuskels zu verbessern. Aspirin wirkt, indem es die Thrombozyten (Blutplättchen) hemmt, die eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung spielen. Durch die Hemmung der Thrombozyten kann Aspirin verhindern, dass sich diese zusammenballen und ein Gerinnsel bilden, das ein Herzkranzgefäß blockieren könnte.
Wann sollte Aspirin eingenommen werden?
Aspirin sollte sofort eingenommen werden, sobald der Verdacht auf einen Herzinfarkt besteht. Zögern Sie nicht, bis die Diagnose von einem Arzt bestätigt wurde. Je schneller Aspirin eingenommen wird, desto besser können die Schäden am Herzmuskel begrenzt werden.
Wie sollte Aspirin eingenommen werden?
Die empfohlene Dosis für die Erstversorgung bei einem Herzinfarkt beträgt 300 mg Aspirin (oft sind das 3-6 Tabletten mit je 75 oder 100 mg). Die Tabletten sollten zerkaut oder zerkleinert und dann mit etwas Wasser heruntergeschluckt werden. Das Zerkauen beschleunigt die Aufnahme des Wirkstoffs in den Blutkreislauf. Es ist wichtig, die Tabletten zu zerkauen, auch wenn sie magensaftresistent sind. Die magensaftresistente Beschichtung soll lediglich den Magen vor Reizungen schützen, verzögert aber die Aufnahme des Wirkstoffs.
Wer sollte kein Aspirin einnehmen?
Es gibt bestimmte Situationen, in denen die Einnahme von Aspirin kontraindiziert ist, d.h. nicht empfohlen wird. Dazu gehören:
- Bekannte Allergie gegen Aspirin oder andere nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Wenn Sie in der Vergangenheit allergische Reaktionen auf Aspirin oder ähnliche Medikamente hatten, sollten Sie kein Aspirin einnehmen.
- Aktive Blutungen: Bei aktiven Blutungen, wie z.B. Magenblutungen, sollte kein Aspirin eingenommen werden, da es die Blutungsneigung erhöhen kann.
- Blutgerinnungsstörungen: Personen mit Blutgerinnungsstörungen sollten vor der Einnahme von Aspirin ihren Arzt konsultieren.
- Kinder und Jugendliche: Aspirin sollte Kindern und Jugendlichen nur nach Rücksprache mit einem Arzt verabreicht werden, da es in seltenen Fällen das Reye-Syndrom verursachen kann.
Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie Aspirin einnehmen dürfen, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Weitere wichtige Maßnahmen bei Verdacht auf Herzinfarkt
Die Einnahme von Aspirin ist nur ein Teil der Notfallversorgung bei einem vermuteten Herzinfarkt. Neben der Einnahme von Aspirin sind folgende Maßnahmen entscheidend:
- Notruf wählen (112): Rufen Sie sofort den Notruf (112) und schildern Sie die Situation. Geben Sie Ihren Standort und die Symptome des Betroffenen an. Sagen Sie, dass Sie einen Herzinfarkt vermuten.
- Beruhigen Sie den Betroffenen: Versuchen Sie, den Betroffenen zu beruhigen und ihm zu versichern, dass Hilfe unterwegs ist. Angst und Aufregung können die Symptome verschlimmern.
- Bequeme Position: Helfen Sie dem Betroffenen, eine bequeme Position einzunehmen, in der er sich am wohlsten fühlt. Oft ist eine halb sitzende Position mit leicht erhöhtem Oberkörper hilfreich.
- Bewusstsein prüfen: Überprüfen Sie regelmäßig das Bewusstsein des Betroffenen. Wenn der Betroffene bewusstlos ist, prüfen Sie die Atmung.
- Wiederbelebungsmaßnahmen: Wenn der Betroffene nicht atmet, beginnen Sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW), bis der Rettungsdienst eintrifft. HLW umfasst Herzdruckmassage und Beatmung. Wenn Sie nicht in HLW ausgebildet sind, führen Sie zumindest die Herzdruckmassage durch (100-120 Mal pro Minute).
- Informationen bereithalten: Halten Sie eine Liste der Medikamente bereit, die der Betroffene einnimmt, sowie Informationen über Allergien oder Vorerkrankungen. Diese Informationen sind für den Rettungsdienst wichtig.
- Warten Sie auf den Rettungsdienst: Bleiben Sie beim Betroffenen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Befolgen Sie die Anweisungen des Rettungsdienstes.
Wichtige Hinweise
- Die Einnahme von Aspirin ersetzt nicht den Notruf und die professionelle medizinische Versorgung.
- Aspirin sollte nur bei Verdacht auf einen Herzinfarkt eingenommen werden. Bei anderen Arten von Brustschmerzen oder Beschwerden sollte ein Arzt konsultiert werden.
- Informieren Sie den Rettungsdienst und das Krankenhaus unbedingt darüber, dass Aspirin eingenommen wurde.
Prävention von Herzinfarkten
Die beste Strategie gegen Herzinfarkte ist die Prävention. Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko eines Herzinfarkts deutlich reduzieren. Dazu gehören:
- Gesunde Ernährung: Essen Sie ausgewogen mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und magerem Eiweiß. Vermeiden Sie stark verarbeitete Lebensmittel, gesättigte Fette und Transfette.
- Regelmäßige Bewegung: Treiben Sie regelmäßig Sport, mindestens 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive Aktivität pro Woche.
- Nichtrauchen: Rauchen ist ein Hauptrisikofaktor für Herzerkrankungen. Wenn Sie rauchen, versuchen Sie, aufzuhören.
- Gesundes Gewicht: Halten Sie ein gesundes Gewicht. Übergewicht und Fettleibigkeit erhöhen das Risiko für Herzerkrankungen.
- Blutdruck und Cholesterin kontrollieren: Lassen Sie regelmäßig Ihren Blutdruck und Cholesterinspiegel überprüfen und behandeln Sie erhöhte Werte.
- Stressmanagement: Finden Sie gesunde Wege, um mit Stress umzugehen, wie z.B. Yoga, Meditation oder Hobbys.
Fazit
Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt kann die sofortige Einnahme von Aspirin lebensrettend sein. Es ist jedoch wichtig, auch den Notruf zu wählen und alle anderen notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Die Prävention von Herzerkrankungen durch einen gesunden Lebensstil ist der beste Weg, um das Risiko eines Herzinfarkts zu minimieren. Diese Information ersetzt nicht die Beratung durch einen Arzt. Suchen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer einen Arzt auf.
