Erste Strophe Der Deutschen Nationalhymne
Hallo liebe Reisefreunde! Heute nehme ich euch mit auf eine ganz besondere Reise, eine Reise in die deutsche Seele. Keine Angst, wir brauchen dafür keine Koffer packen, denn unser Ziel liegt tief vergraben in der deutschen Nationalhymne, genauer gesagt in ihrer ersten Strophe. Ich weiß, das klingt erstmal nach drögem Geschichtsunterricht, aber versprochen, es wird spannend! Glaubt mir, ich war selbst überrascht, wie viel Geschichte, Gefühl und ja, auch Stolz in diesen wenigen Zeilen stecken.
Bevor wir aber direkt in die Analyse einsteigen, möchte ich kurz erklären, warum ich mir überhaupt die Mühe mache, euch die erste Strophe der Nationalhymne näherzubringen. Ich habe auf meinen Reisen oft festgestellt, dass das Verständnis für die Kultur eines Landes über die bloße Besichtigung von Sehenswürdigkeiten hinausgeht. Es geht darum, die Menschen, ihre Werte und ihre Geschichte zu verstehen. Und was könnte ein besserer Zugang sein als die Nationalhymne, die oft als Ausdruck des kollektiven Selbstverständnisses eines Volkes dient?
Ein Blick auf den Text
Die erste Strophe, die wir uns heute genauer anschauen, lautet:
Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt,
Wenn es stets zu Schutz und Trutze
Brüderlich zusammenhält,
Von der Maas bis an die Memel,
Von der Etsch bis an den Belt –
Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt!
So, da haben wir sie. Klingt erstmal ziemlich pathetisch, oder? Und genau das ist der Grund, warum sie so oft missverstanden wird. Viele denken, die Zeile "Deutschland, Deutschland über alles" sei ein Ausdruck von nationaler Überheblichkeit und Größenwahn. Aber lasst uns das mal genauer unter die Lupe nehmen, okay?
Der Kontext ist alles
Zunächst einmal: Die Hymne wurde 1841 von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben geschrieben. Zu dieser Zeit gab es noch gar kein geeintes Deutschland, sondern viele kleine Fürstentümer und Königreiche. Die Menschen sehnten sich nach Einheit und Freiheit, und in diesem Kontext muss man die Zeile "Deutschland, Deutschland über alles" verstehen. Sie bedeutete nicht, dass Deutschland über allen anderen Ländern stehen sollte, sondern dass die Einheit Deutschlands für die Menschen damals oberste Priorität hatte, über allen regionalen Interessen, über allen Fürsten und Königen. Es war ein Aufruf zur nationalen Einigung!
Denkt an die Zeit, in der diese Zeilen entstanden: Deutschland war zerrissen und schwach. Die Sehnsucht nach einem geeinten, starken Deutschland war immens. "Über alles in der Welt" bedeutete in diesem Zusammenhang, dass die Einheit Vorrang vor allem anderen haben sollte, vor wirtschaftlichen Interessen, vor regionalen Unterschieden, selbst vor persönlichen Befindlichkeiten. Es war ein Ausdruck der tiefen Sehnsucht nach einem gemeinsamen Vaterland.
"Wenn es stets zu Schutz und Trutze brüderlich zusammenhält"
Dieser Vers ist essentiell für das Verständnis der ganzen Strophe. Er verdeutlicht, dass die Einheit nur dann von Bestand sein kann, wenn die Deutschen brüderlich zusammenhalten, sich gegenseitig schützen und verteidigen. Es ist ein Appell an die Solidarität und den Zusammenhalt der Nation.
Stellt euch vor, ihr seid in einer kleinen Reisegruppe, unterwegs in einem fremden Land. Ihr seid aufeinander angewiesen, müsst euch gegenseitig helfen und unterstützen. Nur so könnt ihr die Reise gemeinsam meistern. Genauso sollte es auch mit Deutschland sein, so die Botschaft des Dichters.
Die Geografischen Grenzen
"Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt –" Diese Zeilen beschreiben das Gebiet, das sich Hoffmann von Fallersleben als Deutschland vorstellte. Allerdings entsprach dieses Gebiet nicht den tatsächlichen politischen Grenzen der damaligen Zeit. Die Maas liegt heute in Frankreich und Belgien, die Memel in Litauen und Russland, die Etsch in Italien und der Belt in Dänemark. Diese geografische Definition umfasste also Gebiete, in denen deutschsprachige Menschen lebten, auch wenn diese nicht zu den deutschen Staaten gehörten.
Diese Verse sind ein Ausdruck der kulturellen Einheit, nicht unbedingt der politischen. Es ging darum, alle deutschsprachigen Menschen unter einem Dach zu vereinen, unabhängig davon, wo sie lebten.
Die dunkle Vergangenheit
Natürlich kann man die Geschichte der deutschen Nationalhymne nicht erzählen, ohne die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte zu erwähnen. Gerade die Nationalsozialisten haben die Hymne für ihre Propaganda missbraucht und die Zeile "Deutschland, Deutschland über alles" pervertiert, um ihren eigenen Größenwahn zu rechtfertigen. Das hat natürlich dazu geführt, dass die Hymne bis heute einen schwierigen Beigeschmack hat.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war es daher lange Zeit umstritten, ob die Hymne überhaupt beibehalten werden sollte. Letztendlich entschied man sich aber dafür, sie beizubehalten, allerdings nur die dritte Strophe zu singen, die mit den Worten "Einigkeit und Recht und Freiheit" beginnt. Diese Strophe betont die Werte, die für die heutige Bundesrepublik Deutschland zentral sind: Einheit, Gerechtigkeit und Freiheit.
Die Hymne heute
Heutzutage wird die erste Strophe zwar nicht mehr offiziell gesungen, aber sie ist dennoch ein wichtiger Teil der deutschen Geschichte und Kultur. Ich finde es wichtig, sich mit ihr auseinanderzusetzen, um ihre ursprüngliche Bedeutung zu verstehen und sich bewusst zu machen, wie sie missbraucht wurde.
Wenn ihr also das nächste Mal in Deutschland seid und die Nationalhymne hört, denkt an die Geschichte, die dahintersteckt. Denkt an die Sehnsucht nach Einheit, an den Zusammenhalt und an die dunkle Vergangenheit. Vielleicht versteht ihr dann auch ein bisschen besser, was es bedeutet, ein Deutscher zu sein.
Und was nehme ich persönlich aus dieser kleinen "Reise" mit? Dass es sich immer lohnt, genauer hinzuschauen, zu hinterfragen und sich mit der Geschichte und Kultur eines Landes auseinanderzusetzen. Denn nur so können wir wirklich verstehen, wer wir sind und woher wir kommen.
Ich hoffe, dieser kleine Ausflug in die deutsche Nationalhymne hat euch gefallen. Bis zum nächsten Mal, liebe Reisefreunde!
