Erzählen Sie Was über Sich Vorstellungsgespräch Beispiel
Das Vorstellungsgespräch ist ein komplexes Zusammenspiel aus Selbstpräsentation und Fremdeinschätzung. Es geht darum, die eigene Persönlichkeit, die Fähigkeiten und die Motivation so darzustellen, dass sie im Einklang mit den Anforderungen der Stelle und der Unternehmenskultur stehen. Eine der häufigsten und zugleich herausforderndsten Fragen ist: "Erzählen Sie etwas über sich." Diese scheinbar einfache Aufforderung birgt ein enormes Potential, den Gesprächsverlauf positiv zu beeinflussen. Doch wie gelingt es, sich authentisch, überzeugend und relevant zu präsentieren?
Die Vielschichtigkeit der Frage: Was bedeutet "Erzählen Sie etwas über sich"?
Die Frage "Erzählen Sie etwas über sich" ist keine Einladung zu einer vollständigen Lebensgeschichte. Vielmehr dient sie als Eisbrecher, als Möglichkeit für den Bewerber, die Richtung des Gesprächs mitzubestimmen und einen positiven ersten Eindruck zu hinterlassen. Der Interviewer möchte in der Regel Folgendes erfahren:
- Relevanz: Wie passen Ihre bisherigen Erfahrungen und Fähigkeiten zu den Anforderungen der Stelle?
- Persönlichkeit: Wer sind Sie als Mensch, jenseits Ihres Lebenslaufs?
- Motivation: Warum interessieren Sie sich für diese Position und dieses Unternehmen?
- Kommunikationsfähigkeit: Können Sie sich klar, prägnant und selbstbewusst ausdrücken?
Die Herausforderung besteht darin, diese Informationen in einer kohärenten und ansprechenden Erzählung zu vereinen. Eine rein chronologische Aufzählung von Stationen im Lebenslauf wäre wenig zielführend. Stattdessen sollte der Fokus auf den relevantesten Aspekten der eigenen Biographie liegen.
Die Strukturierung der Selbstpräsentation: Ein didaktischer Ansatz
Eine gut strukturierte Selbstpräsentation ist entscheidend für den Erfolg im Vorstellungsgespräch. Eine bewährte Methode ist die Anwendung des STAR-Prinzips (Situation, Task, Action, Result) oder einer Variation davon. Dieses Prinzip ermöglicht es, konkrete Beispiele aus der eigenen Erfahrung hervorzuheben und die eigenen Fähigkeiten anhand realer Situationen zu demonstrieren. Im Kontext der Frage "Erzählen Sie etwas über sich" kann man das STAR-Prinzip in einen größeren Rahmen einbetten, der die folgenden Elemente umfasst:
1. Der Einstieg: Die persönliche Marke
Der Einstieg sollte kurz, prägnant und einprägsam sein. Er dient dazu, eine Art "persönliche Marke" zu etablieren. Dies kann beispielsweise eine Kernkompetenz oder eine besondere Leidenschaft sein, die den Bewerber auszeichnet. Hier einige Beispiele:
"Ich bin ein sehr ergebnisorientierter Projektmanager mit über fünf Jahren Erfahrung in der Leitung komplexer IT-Projekte. Meine Stärke liegt darin, Teams zu motivieren und Projekte termingerecht und im Budgetrahmen abzuschließen."
"Als leidenschaftliche Marketingexpertin mit einem starken Fokus auf digitale Strategien bin ich stets auf der Suche nach innovativen Wegen, um die Markenbekanntheit zu steigern und neue Zielgruppen zu erreichen."
Der Einstieg sollte neugierig machen und den Interviewer dazu anregen, mehr über den Bewerber erfahren zu wollen.
2. Die Entwicklung: Die berufliche Reise
Nach dem Einstieg folgt eine kurze Darstellung der beruflichen Reise. Hier ist es wichtig, sich auf die relevantesten Stationen zu konzentrieren und die Verbindung zur ausgeschriebenen Stelle herzustellen. Anstatt eine vollständige Chronologie zu präsentieren, sollte man sich auf Schlüsselmomente und Lernerfahrungen konzentrieren. Hierbei kann das STAR-Prinzip zum Einsatz kommen:
Situation: Beschreiben Sie kurz die Situation, in der Sie sich befanden. Task: Erläutern Sie die Aufgabe, die Sie zu bewältigen hatten. Action: Beschreiben Sie die konkreten Maßnahmen, die Sie ergriffen haben. Result: Nennen Sie die Ergebnisse, die Sie erzielt haben.
Beispiel:
"In meiner vorherigen Position als Marketingassistentin bei der Firma XYZ wurde ich mit der Aufgabe betraut, die Social-Media-Präsenz des Unternehmens zu verbessern (Situation & Task). Ich habe daraufhin eine umfassende Analyse der bestehenden Social-Media-Kanäle durchgeführt, eine neue Content-Strategie entwickelt und verschiedene Kampagnen umgesetzt (Action). Das Ergebnis war eine Steigerung der Follower-Zahl um 30% und eine deutliche Verbesserung der Engagement-Rate (Result)."
Achten Sie darauf, die Ergebnisse zu quantifizieren, wann immer dies möglich ist. Zahlen und Fakten verleihen der Darstellung mehr Glaubwürdigkeit.
3. Die Gegenwart: Die Motivation
Im dritten Teil der Selbstpräsentation geht es darum, die Motivation für die Bewerbung auf die konkrete Stelle zu erläutern. Warum sind Sie an diesem Unternehmen und dieser Position interessiert? Was reizt Sie an den Aufgaben und Herausforderungen?
Hier ist es wichtig, sich im Vorfeld gründlich über das Unternehmen und die Stelle zu informieren. Zeigen Sie, dass Sie sich mit den Werten, der Mission und den Produkten des Unternehmens identifizieren können. Erläutern Sie, wie Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen dazu beitragen können, die Ziele des Unternehmens zu erreichen.
Beispiel:
"Ich verfolge die Entwicklung Ihres Unternehmens schon seit einiger Zeit und bin beeindruckt von Ihrem Engagement für Innovation und Nachhaltigkeit. Die ausgeschriebene Position als Produktmanagerin bietet mir die Möglichkeit, meine Erfahrung im Bereich Produktentwicklung und meine Leidenschaft für innovative Technologien einzubringen. Ich bin überzeugt davon, dass ich mit meiner Expertise dazu beitragen kann, Ihre Produktpalette weiter zu verbessern und neue Marktsegmente zu erschließen."
4. Der Ausblick: Die Zukunft
Der Abschluss der Selbstpräsentation sollte einen Ausblick auf die Zukunft geben. Wo sehen Sie sich in fünf oder zehn Jahren? Welche Ziele möchten Sie erreichen? Wie kann das Unternehmen Ihnen dabei helfen, diese Ziele zu verwirklichen?
Der Ausblick sollte realistisch und ambitioniert zugleich sein. Zeigen Sie, dass Sie langfristig denken und bereit sind, sich weiterzuentwickeln.
Beispiel:
"Ich sehe mich in fünf Jahren als Führungskraft in Ihrem Unternehmen, die maßgeblich zum Erfolg Ihrer Produktinnovationen beigetragen hat. Ich bin bereit, hart zu arbeiten und mich ständig weiterzubilden, um meine Fähigkeiten zu erweitern und meine Ziele zu erreichen."
Die Bedeutung der Körpersprache und der Stimme
Neben dem Inhalt der Selbstpräsentation spielen auch die Körpersprache und die Stimme eine wichtige Rolle. Ein selbstbewusstes Auftreten, ein freundlicher Blickkontakt und eine klare, deutliche Stimme können den positiven Eindruck verstärken. Vermeiden Sie es, nervös herumzurutschen oder zu schnell zu sprechen. Atmen Sie tief durch und versuchen Sie, ruhig und gelassen zu wirken.
Die Vorbereitung: Übung macht den Meister
Die beste Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch ist die Übung. Üben Sie Ihre Selbstpräsentation vor dem Spiegel oder vor Freunden und Familie. Nehmen Sie sich selbst auf Video auf und analysieren Sie Ihre Körpersprache und Ihre Stimme. Je besser Sie vorbereitet sind, desto selbstbewusster werden Sie im Gespräch auftreten.
Fazit: Die Kunst der Selbstpräsentation
Die Frage "Erzählen Sie etwas über sich" ist eine Chance, sich von der Konkurrenz abzuheben und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Durch eine sorgfältige Vorbereitung, eine klare Strukturierung und ein selbstbewusstes Auftreten können Sie diese Chance optimal nutzen und Ihre Chancen auf den Traumjob deutlich erhöhen. Bedenken Sie, dass das Vorstellungsgespräch ein Dialog ist. Seien Sie aufmerksam, hören Sie aktiv zu und gehen Sie auf die Fragen und Anliegen des Interviewers ein. Mit etwas Übung und Selbstvertrauen können Sie jedes Vorstellungsgespräch erfolgreich meistern.
