European School Of Management And Technology
Okay, lasst uns mal ehrlich sein. Jeder kennt sie. Die ESMT Berlin. Die Elite-Uni. Die, wo man denkt: "Wow, die sind aber schlau!" Aber ist sie wirklich so anders als der Rest? Ich wage mal, das zu bezweifeln.
Das Image: Glanz und Gloria?
Das Image der ESMT ist natürlich top. Hochglanzbroschüren, strahlende Gesichter, Erfolgsgeschichten am laufenden Band. Alles wirkt… perfekt. Fast zu perfekt. Kennt ihr das Gefühl, wenn ein Instagram-Feed einfach zu curated ist? So geht's mir manchmal mit dem ESMT-Image. Ein bisschen mehr Realität, bitte!
Ich meine, klar, sie haben tolle Professoren. Wahrscheinlich. Sagen sie zumindest. Und die Alumni sind sicherlich alle CEOs oder gründen gerade das nächste Einhorn. Aber sind die Studenten dort wirklich alle Genies?
Netzwerken: Wichtiger als der Abschluss?
Was die ESMT wirklich auszeichnet, ist ihr Netzwerk. Und das ist auch gar nicht schlecht! Kontakte sind Gold wert, das wissen wir alle. Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass der Abschluss an sich fast zur Nebensache wird. Hauptsache, man kennt die richtigen Leute für den nächsten Praktikumsplatz oder die Finanzierungsidee. Ist das nicht ein bisschen... oberflächlich?
Ich will ja nicht sagen, dass Netzwerken unwichtig ist. Aber sollte es nicht um mehr gehen als nur Visitenkarten zu sammeln und Smalltalk zu führen?
Der "ESMT-Typ": Gibt es den wirklich?
Gibt es einen typischen ESMT-Studenten? Ich stelle mir immer einen sehr selbstbewussten, extrem karriereorientierten Menschen vor. Anzugträger schon im ersten Semester. Derjenige, der schon mit 25 die Weltherrschaft plant. Oder zumindest den DAX erobern will.
Okay, vielleicht übertreibe ich ein bisschen. Aber ich glaube, es gibt schon eine gewisse "Kultur" an der ESMT. Und die ist vielleicht nicht jedermanns Sache. Ein bisschen mehr Diversität, auch abseits des Karrierewegs, wäre doch schön, oder?
Der Preis: Für wen lohnt es sich wirklich?
Und dann ist da noch der Preis. Die ESMT ist nun wirklich keine günstige Angelegenheit. Da muss man schon tief in die Tasche greifen. Oder einen sehr spendablen Onkel haben. Oder ein Stipendium ergattern.
Die Frage ist: Lohnt sich die Investition wirklich? Bekommt man wirklich so viel mehr für sein Geld als an einer staatlichen Uni? Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber ich persönlich finde, es gibt auch sehr gute Alternativen, die nicht gleich den Bankrott bedeuten.
Meine (Unpopuläre) Meinung: Es ist auch nur eine Uni!
Und hier kommt meine ganz persönliche, vielleicht etwas ketzerische Meinung: Die ESMT ist auch nur eine Uni. Ja, eine sehr gute. Ja, mit einem tollen Ruf. Aber am Ende des Tages sitzen da auch nur Studenten, die lernen, Klausuren schreiben und sich über zu wenig Schlaf beschweren. Wie wir alle.
Der größte Unterschied ist vielleicht, dass sie es mit einem etwas besseren Ausblick machen. Und vielleicht mit ein paar mehr Kontakten in der Tasche. Aber das macht sie noch lange nicht zu Übermenschen.
Ich will die Leistungen der ESMT nicht schmälern. Und ich gönne jedem, der dort studiert oder studiert hat, den Erfolg. Aber ich finde, man sollte den Hype vielleicht ein bisschen relativieren. Es ist eine tolle Uni. Aber eben nur eine Uni. Und gute Leute gibt es überall.
Also, liebe ESMT-Absolventen, fühlt euch nicht angegriffen! Ich beneide euch vielleicht ein bisschen. Aber ich bin auch froh, dass ich meinen eigenen Weg gegangen bin. Und der war definitiv nicht weniger erfolgreich. Zumindest bis jetzt. Drückt mir die Daumen!
Und an alle, die mit dem Gedanken spielen, an der ESMT zu studieren: Macht euch ein eigenes Bild. Lasst euch nicht von Hochglanzbroschüren blenden. Und fragt euch, ob es wirklich der richtige Ort für euch ist. Es gibt viele Wege zum Ziel. Und der ESMT-Weg ist nur einer davon.
P.S.: Sollte die ESMT das hier lesen: Ich bin offen für ein Alumni-Event. Vielleicht kann ich mich ja doch noch vom Glanz und Gloria überzeugen lassen. 😉
