Event Driven Process Chain
Ich habe da so eine... Meinung. Eine, die vielleicht nicht jeder teilt. Eine, bei der mir eingefleischte Prozess-Experten wahrscheinlich die Augen verdrehen. Es geht um EPK, Event Driven Process Chains. Ja, genau, diese Diagramme, die aussehen, als hätte ein Kind mit Legosteinen und Pfeilen gespielt.
Mal ehrlich, wer von uns hat sich nicht schon mal in einem riesigen, verwirrenden EPK-Diagramm verloren? Da gibt es Ereignisse, Funktionen, Operatoren, Informationsflüsse... Manchmal fühlt es sich an, als bräuchte man einen Doktortitel in Prozessmodellierung, nur um zu verstehen, wer jetzt was, wann, warum tun soll.
Ich behaupte ja: Viele EPKs sind komplizierter als der Prozess, den sie eigentlich darstellen sollen. Da wird jedes kleine Detail akribisch aufgeführt. Jeder Haken, jedes Öhrchen, jeder gefühlte Furz im Unternehmen wird dokumentiert. Am Ende hat man dann ein Monsterdiagramm, das niemand mehr versteht oder gar benutzt.
Und was passiert dann? Richtig. Das Diagramm verstaubt in irgendeinem Ordner auf dem Server oder wird als schicker Wandschmuck missbraucht. "Schau mal, so komplex sind unsere Prozesse!" Denkste. Die Realität sieht meist anders aus. Irgendjemand improvisiert. Irgendjemand findet einen schnelleren Weg. Irgendjemand ignoriert das Diagramm schlichtweg.
Die Event-gesteuerte Prozesskette: Ein Teufelskreis?
Das Problem ist, dass EPK oft als Allheilmittel für alle Prozess-Probleme angesehen wird. "Wir modellieren alles! Dann haben wir alles im Griff!" Nur leider ist das Leben nicht so einfach. Prozesse ändern sich ständig. Neue Technologien kommen auf den Markt. Kunden haben neue Bedürfnisse. Und das schöne, akribisch erstellte EPK? Veraltet. Abgehängt. Nutzlos.
Ich sage ja nicht, dass Prozessmodellierung generell schlecht ist. Im Gegenteil! Es ist wichtig, zu verstehen, wie Prozesse ablaufen. Aber muss das wirklich immer in Form eines riesigen, unübersichtlichen EPK-Diagramms sein?
Gibt es nicht einfachere, agilere Methoden, um Prozesse zu dokumentieren und zu verbessern? Methoden, die nicht so viel Zeit und Ressourcen verschlingen? Methoden, die verständlicher und benutzerfreundlicher sind?
Mein ketzerischer Vorschlag: Weniger ist mehr!
Vielleicht sollten wir uns von dem Gedanken verabschieden, jeden Prozess bis ins kleinste Detail zu modellieren. Vielleicht sollten wir uns auf die wichtigsten Schritte konzentrieren. Vielleicht sollten wir einfachere Diagramme verwenden, die jeder versteht. Vielleicht sollten wir mehr auf Kommunikation und Zusammenarbeit setzen, anstatt auf starre Dokumentation.
Klar, es gibt Prozesse, die komplex sind und eine detaillierte Dokumentation erfordern. Aber für die meisten Prozesse reicht ein simpler Flowchart oder eine übersichtliche Tabelle völlig aus. Oder, noch radikaler: Ein gutes Gespräch mit den Beteiligten.
Ich weiß, ich weiß. Das ist Blasphemie für viele Prozess-Experten. Aber ich bin der Meinung, dass wir uns manchmal von dem Dogma der EPK befreien müssen. Wir müssen uns fragen: Hilft uns dieses Diagramm wirklich weiter? Oder macht es die Dinge nur komplizierter?
Und mal ehrlich: Wer von uns hat nicht schon mal heimlich ein EPK-Diagramm vereinfacht, um es verständlicher zu machen? Oder gar komplett ignoriert und den Prozess einfach so durchgezogen? Seien wir ehrlich, Leute!
Vielleicht ist meine Meinung unpopulär. Vielleicht liege ich auch komplett falsch. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns manchmal von alten Denkmustern lösen müssen. Wir müssen neue Wege gehen. Wir müssen Prozesse so einfach und verständlich wie möglich gestalten. Und vielleicht, nur vielleicht, bedeutet das, dass wir uns von der heiligen Kuh der Event-gesteuerten Prozesskette ein Stück weit verabschieden müssen.
"Weniger EPK, mehr gesundes Menschenverstand!"
Und jetzt bin ich gespannt auf eure Meinungen. Bin ich der einzige Ketzer hier? Oder gibt es da draußen noch andere, die heimlich von einfacheren Prozessmodellen träumen?
Denn am Ende wollen wir doch alle das Gleiche: Prozesse, die funktionieren. Prozesse, die effizient sind. Prozesse, die Spaß machen. Und dafür brauchen wir meiner Meinung nach nicht immer riesige, komplizierte EPK-Diagramme. Manchmal reicht auch einfach nur ein guter Plan und ein bisschen Improvisation.
