Ews Examen Uni Würzburg
Jeder, der an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg studiert oder studiert hat, kennt sie: die berühmt-berüchtigte EWS-Prüfung. EWS, das steht für Einführung in die wissenschaftliche Sprachbetrachtung. Klingt erstmal trocken, ist es aber – meistens – nicht.
Der Schrecken der Erstsemester
Für viele Erstsemester ist die EWS-Prüfung der erste richtige Brocken. Man kommt frisch von der Schule, voller Träume von Freiheit und kreativer Entfaltung, und dann das: Linguistik. Phonetik. Syntax. Plötzlich redet jeder über Phoneme und Allophone, als wäre das das Normalste der Welt. Man fühlt sich, als wäre man auf einer Party, auf der alle eine Geheimsprache sprechen.
Ich erinnere mich noch gut an meine eigene EWS-Zeit. Die Vorlesungssaal war proppenvoll, und Professor Dr. Lehmann, Gott hab ihn selig, sprach mit einer Geschwindigkeit, die selbst den schnellsten Mitschreibern Schweißperlen auf die Stirn trieb. Ich habe die Hälfte wahrscheinlich gar nicht verstanden, aber Hauptsache, ich hatte alles akribisch notiert. Zuhause habe ich dann versucht, aus meinen Kritzeleien schlau zu werden. Ergebnis: eher so mäßig.
Die legendären Übungen
Aber die eigentliche Herausforderung waren ja die Übungen. Hier wurde es dann interaktiv – und oft auch urkomisch. Da saßen wir dann, Studenten aus allen möglichen Fachbereichen, und versuchten, komplizierte Satzstrukturen zu analysieren oder die korrekte Aussprache von obskuren Wörtern zu ergründen. Und natürlich gab es immer jemanden, der sich besonders hervortat.
"Ich erinnere mich an eine Übung, in der wir Sätze in verschiedene Dialekte übersetzen sollten. Ein Kommilitone übersetzte den Satz 'Ich gehe zum Bäcker' ins Fränkische mit 'Ich geh zum Bäckerla'. Der Übungsleiter korrigierte ihn daraufhin mit 'Ich geh zum Bäckerle'. Die Diskussion, ob es nun 'Bäckerla' oder 'Bäckerle' heißt, dauerte gefühlt eine halbe Stunde."
Solche Anekdoten gibt es zuhauf. Die EWS-Übungen waren nicht nur eine Vorbereitung auf die Prüfung, sondern auch ein Ort, an dem Freundschaften entstanden und kuriose Geschichten geschrieben wurden.
Die Prüfung – Eine Achterbahn der Gefühle
Der Tag der Prüfung. Für viele ein Tag des Schreckens. Man sitzt im Audimax, umgeben von hunderten nervöser Studenten, und hofft einfach nur, dass man nicht völlig versagt. Die Aufgabenblätter werden verteilt, und dann beginnt das große Rätselraten. Welche Theorien muss ich anwenden? Welche Begriffe sind wichtig? Und vor allem: Wie formuliere ich das alles verständlich?
Die EWS-Prüfung ist aber nicht nur eine Tortur. Sie kann auch überraschend belohnend sein. Wenn man eine schwierige Aufgabe gelöst hat, wenn man eine Theorie verstanden hat und anwenden kann, dann ist das ein unglaublich befriedigendes Gefühl. Es ist, als hätte man einen kleinen Schatz gefunden.
Überraschungen und Kuriositäten
Und dann gibt es natürlich noch die kuriosen Geschichten rund um die Prüfung selbst. Von Studenten, die versehentlich die falschen Aufgaben bearbeitet haben, bis hin zu solchen, die ihre Spickzettel in den unmöglichsten Verstecken platziert hatten. Die EWS-Prüfung ist ein Quell unendlicher Geschichten.
Eine Freundin erzählte mir einmal, sie habe in ihrer Prüfung einen Satz analysieren müssen, der so kompliziert war, dass sie ihn einfach nicht verstanden hat. In ihrer Verzweiflung habe sie dann einfach eine witzige Geschichte dazu geschrieben, in der sie den Satz in den absurdesten Kontexten verwendete. Sie bestand die Prüfung trotzdem. Vielleicht hatte der Prüfer einfach nur Mitleid oder fand ihre Kreativität bemerkenswert.
Mehr als nur eine Prüfung
Die EWS-Prüfung ist mehr als nur eine Hürde, die man überwinden muss, um sein Studium fortsetzen zu können. Sie ist eine Erfahrung, die viele Studenten prägt. Sie lehrt uns, kritisch zu denken, komplexe Sachverhalte zu analysieren und uns in einer neuen Fachsprache auszudrücken. Und sie lehrt uns auch, über uns selbst zu lachen.
Wenn ich heute an meine EWS-Zeit zurückdenke, dann erinnere ich mich nicht nur an den Stress und die Angst, sondern auch an die vielen lustigen Momente, die ich mit meinen Kommilitonen erlebt habe. Die EWS-Prüfung war ein gemeinsames Abenteuer, das uns zusammengeschweißt hat.
Und ganz ehrlich: Ein bisschen stolz bin ich schon, dass ich diese Prüfung bestanden habe. Ich habe bewiesen, dass ich mich auch mit komplizierten Dingen auseinandersetzen kann. Und das ist eine Fähigkeit, die mir auch im späteren Leben immer wieder zugute gekommen ist. Also, liebe Erstsemester, keine Angst vor der EWS-Prüfung! Sie ist zwar eine Herausforderung, aber auch eine Chance, etwas Neues zu lernen und unvergessliche Erfahrungen zu sammeln. Und wer weiß, vielleicht werdet ihr ja selbst einmal eine kuriose EWS-Geschichte erzählen können.
