Examples Of A Film Review
Filmkritiken sind Meinungen über Filme, die veröffentlicht werden und Lesern helfen sollen, zu entscheiden, ob sie einen Film sehen möchten oder nicht. Eine gute Kritik geht über eine bloße Zusammenfassung hinaus und bietet eine fundierte Analyse der verschiedenen Aspekte eines Films. Für Expats, Neuankömmlinge oder generell Personen, die auf der Suche nach einer verlässlichen Entscheidungsgrundlage sind, kann es hilfreich sein, verschiedene Arten von Filmkritiken und deren Aufbau zu kennen. Im Folgenden werden exemplarische Beispiele und Erklärungen aufgeführt, um ein besseres Verständnis zu gewährleisten.
Was macht eine gute Filmkritik aus?
Bevor wir uns konkreten Beispielen zuwenden, ist es wichtig, die Schlüsselelemente einer guten Filmkritik zu verstehen. Eine überzeugende Kritik sollte:
- Eine klare Meinung äußern: Der Kritiker sollte unmissverständlich seine Einschätzung des Films formulieren (positiv, negativ oder gemischt).
- Die Handlung kurz zusammenfassen: Eine kurze, spoilerfreie Zusammenfassung der Handlung ist notwendig, um den Kontext zu verdeutlichen.
- Stärken und Schwächen analysieren: Der Kritiker sollte die gelungenen und weniger gelungenen Aspekte des Films hervorheben und begründen.
- Technische Aspekte bewerten: Regie, Drehbuch, Kameraführung, Schnitt, Musik und schauspielerische Leistungen sollten bewertet werden.
- Den Film in einen Kontext setzen: Vergleiche mit anderen Filmen des Regisseurs, des Genres oder ähnlichen Themen können die Bewertung bereichern.
- Den Film auf seine Zielgruppe abstimmen: Der Kritiker sollte erwähnen, für welche Zielgruppe der Film besonders geeignet ist und für welche eher nicht.
- Eine nachvollziehbare Begründung liefern: Die Meinung des Kritikers sollte stets mit konkreten Beispielen aus dem Film belegt werden.
Beispiel 1: Eine positive Filmkritik
Nehmen wir an, wir rezensieren den Film "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind". Eine positive Kritik könnte so aussehen:
"Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" ist ein magisches Spektakel, das Fans der Harry-Potter-Welt begeistern wird. Der Film entführt uns in das New York der 1920er Jahre und folgt dem exzentrischen Magizoologen Newt Scamander, der mit einem Koffer voller fantastischer Kreaturen in der Stadt ankommt. Als einige dieser Kreaturen entkommen, muss Newt gemeinsam mit der ehemaligen Aurorin Tina Goldstein und dem Muggel Jacob Kowalski die Tiere wieder einfangen, bevor sie Chaos anrichten.
Was den Film so besonders macht, ist die Liebe zum Detail und die fantasievolle Gestaltung der magischen Welt. Die visuellen Effekte sind atemberaubend und die Kreaturen sind liebevoll animiert. Eddie Redmayne brilliert als Newt Scamander und verleiht der Figur eine charmante Schrulligkeit. Auch die Nebendarsteller überzeugen, insbesondere Dan Fogler als Jacob Kowalski, der als Muggel in der magischen Welt für humorvolle Momente sorgt.
Das Drehbuch von J.K. Rowling ist clever geschrieben und verbindet Abenteuer mit Humor und einer Prise Romantik. Die Regie von David Yates ist routiniert und sorgt für ein flüssiges Erzähltempo. Einzig die etwas überfrachtete Handlung und einige unlogische Wendungen trüben das Gesamtbild leicht.
Insgesamt ist "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" ein unterhaltsamer und visuell beeindruckender Film, der nicht nur Harry-Potter-Fans begeistern wird. Wer sich für Fantasy-Filme mit viel Herz und Humor begeistern kann, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen. Empfehlung: Sehr sehenswert!"
Analyse der positiven Kritik:
- Die Kritik beginnt mit einer klaren positiven Aussage.
- Die Handlung wird kurz und prägnant zusammengefasst.
- Die Stärken des Films (visuelle Effekte, schauspielerische Leistungen, Drehbuch) werden hervorgehoben und mit konkreten Beispielen belegt.
- Auch Schwächen werden angesprochen, aber relativiert.
- Die Kritik endet mit einer klaren Empfehlung für die Zielgruppe.
Beispiel 2: Eine negative Filmkritik
Nun betrachten wir eine negative Kritik, beispielsweise zum Film "Cats" (2019):
"Cats" ist eine Verfilmung des gleichnamigen Musicals, die schlichtweg scheitert. Der Film erzählt die Geschichte einer Gruppe von Katzen, die sich einmal im Jahr treffen, um zu entscheiden, welche Katze in den "Heavyside Layer" aufsteigen und ein neues Leben beginnen darf.
Das größte Problem des Films ist die erschreckende visuelle Umsetzung. Die "Digital Fur Technology", die verwendet wurde, um die Schauspieler in Katzen zu verwandeln, ist grauenhaft und wirkt eher beängstigend als anmutig. Die Gesichter der Schauspieler sind kaum zu erkennen und die Bewegungen wirken unnatürlich.
Auch die musikalischen Darbietungen können nicht überzeugen. Die Lieder werden lieblos heruntergesungen und die Choreografien wirken uninspiriert. Die schauspielerischen Leistungen sind bestenfalls mittelmäßig, wobei selbst erfahrene Darsteller wie Judi Dench und Ian McKellen unter der miserablen Regie leiden.
Das Drehbuch ist dünn und bietet kaum Handlung oder Charakterentwicklung. Der Film wirkt langatmig und ermüdend. Wer das Musical liebt, wird von dieser Verfilmung enttäuscht sein. Wer das Musical nicht kennt, wird sich fragen, was an dieser Geschichte so faszinierend sein soll. Fazit: Eine Katastrophe!"
Analyse der negativen Kritik:
- Die Kritik beginnt mit einer klaren negativen Aussage.
- Die Handlung wird kurz zusammengefasst.
- Die Schwächen des Films (visuelle Effekte, musikalische Darbietungen, schauspielerische Leistungen, Drehbuch) werden hervorgehoben und detailliert begründet.
- Es wird kein Versuch unternommen, positive Aspekte zu finden.
- Die Kritik endet mit einem vernichtenden Urteil.
Beispiel 3: Eine gemischte Filmkritik
Filme sind selten perfekt oder vollkommen misslungen. Oftmals sind Kritiken gemischt und erkennen sowohl Stärken als auch Schwächen an. Nehmen wir an, wir rezensieren den Film "Batman v Superman: Dawn of Justice":
"Batman v Superman: Dawn of Justice" ist ein ambitionierter Superheldenfilm, der jedoch an seinen eigenen Erwartungen scheitert. Der Film zeigt die Auseinandersetzung zwischen Batman und Superman, die durch Lex Luthors Machenschaften angeheizt wird. Am Ende müssen sie sich jedoch zusammenraufen, um eine noch größere Bedrohung zu bekämpfen.
Visuell ist der Film beeindruckend. Die Actionsequenzen sind spektakulär inszeniert und die Darsteller überzeugen in ihren Rollen. Ben Affleck liefert eine solide Leistung als Batman und Henry Cavill verkörpert Superman mit Würde. Auch Gal Gadot als Wonder Woman stiehlt den beiden Männern in ihren Szenen die Show.
Das Drehbuch ist jedoch das größte Problem des Films. Die Handlung ist überladen und die Motivationen der Charaktere sind nicht immer nachvollziehbar. Der Film versucht, zu viele Handlungsstränge auf einmal zu erzählen, was zu einem unbefriedigenden Ergebnis führt. Auch der düstere Ton des Films passt nicht zu allen Charakteren und wirkt teilweise aufgesetzt.
Insgesamt ist "Batman v Superman: Dawn of Justice" ein visuell beeindruckender Superheldenfilm mit guten schauspielerischen Leistungen, der jedoch unter einem schwachen Drehbuch leidet. Wer sich für Superheldenfilme mit viel Action begeistern kann, wird den Film wahrscheinlich unterhaltsam finden. Wer jedoch eine stringente Handlung und nachvollziehbare Charaktere erwartet, wird enttäuscht sein. Fazit: Sehenswert mit Abstrichen."
Analyse der gemischten Kritik:
- Die Kritik beginnt mit einer neutralen Einschätzung.
- Die Handlung wird kurz zusammengefasst.
- Sowohl die Stärken (visuelle Effekte, schauspielerische Leistungen) als auch die Schwächen (Drehbuch, Handlung) werden hervorgehoben und begründet.
- Die Kritik endet mit einer eingeschränkten Empfehlung, die die Zielgruppe berücksichtigt.
Die Bedeutung des Kontexts
Eine gute Filmkritik berücksichtigt immer den Kontext, in dem der Film entstanden ist. Dazu gehören:
- Das Genre: Ein Actionfilm wird anders bewertet als ein Drama.
- Der Regisseur: Hat der Regisseur bereits ähnliche Filme gedreht?
- Das Budget: Ein Low-Budget-Film wird anders bewertet als ein Blockbuster.
- Die Zielgruppe: Für wen ist der Film gedacht?
Indem man diese Faktoren berücksichtigt, kann man eine fairere und fundiertere Kritik schreiben.
Zusammenfassung
Filmkritiken sind subjektive Meinungen, die Lesern helfen sollen, eine informierte Entscheidung über das Anschauen eines Films zu treffen. Eine gute Kritik sollte eine klare Meinung äußern, die Handlung zusammenfassen, Stärken und Schwächen analysieren, technische Aspekte bewerten, den Film in einen Kontext setzen und eine nachvollziehbare Begründung liefern. Indem man verschiedene Arten von Kritiken (positiv, negativ, gemischt) und deren Aufbau versteht, kann man die Informationen besser einschätzen und seine eigenen Schlüsse ziehen. Für Expats und Neuankömmlinge ist es besonders wichtig, sich mit den Filmkritiken vertraut zu machen, da sie oft eine erste Orientierungshilfe im neuen kulturellen Umfeld darstellen. Eine kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Meinungen ist der Schlüssel zu einer fundierten Entscheidung. Filmkritiken sind somit ein wertvolles Instrument für alle Filmliebhaber.
Denken Sie daran: Die beste Filmkritik ist die, die Sie sich selbst bilden, nachdem Sie den Film gesehen haben!
